News 2022

 
Hier finden sie aktuelle Meldungen und News zu dieser Seite ,sowie  Neuerscheinungen unserer Autor*innen .

Neben den literarischen Beiträgen finden sie hier auch Meinungen, Beiträge und Reportagen aus dem aktuellen Zeitgeschehen. Unternehmen Sie mit uns gemeinsam eine Reise durch dieses Jahr.


 
 
September
 
 
 
 
 
 
Literatur - Termine-September 2022

22. Internationales Literaturfestival Berlin [ilb]

Datum:
07.09.2022 - 17.09.2022
Ort:
Berlin
www.literaturfestival.com
 

Harbour Front Literaturfestival 2022

Datum:
08.09.2022 - 22.10.2022
Ort:
Hamburg
harbourfront-hamburg.com

20. Internationale Literaturtage „sprachsalz“

Datum:
09.09. - 11.09.2022
Ort:
Hall in Tirol
Herzensbücher, Nobelpreisträger*innen und literarische Stimmen von morgen: Mit über 300 heimischen und internationalen Autor:innen hat das Programm der Literaturtage Sprachsalz in den vergangenen 20 Jahren das vielsprachige Spektrum der Gegenwartsliteratur präsentiert.

Zur Jubiläumsausgabe, die nach zwei digitalen Jahren das Publikum wieder in den Sälen und auf den Terrassen des Parkhotel Hall erwartet, wird von 9. bis 11. September 2022 einmal mehr und bei freiem Eintritt Hörens- und Lesenswertem eine Bühne geboten. Erwartet werden u. a. die südkoreanische Autorin Kim Hye-Jin, die deutsche Filmemacherin und Schriftstellerin Doris Dörrie und der kolumbianische Erzähler Tomás González. Das gesamte Jubiläumsprogramm wird am 25. August bekanntgegeben.

www.sprachsalz.com


Buch Berlin

Datum:
17.09. - 18.09.2022
Ort:
ARENA Berlin

www.buch-berlin.de


Literarischer Sommer

Aachen / Bedburg-Hau / Düsseldorf  / Kleve / Köln / Korschenbroich / Krefeld / Leverkusen / Mönchengladbach / Neuss / Rommerskirchen / Willich

5. Juli bis 9. September 2022

Im Literarischen Sommer 2022 bieten Lesungen, Diskussionen und Begegnungen vielseitige Einblicke in die aktuelle deutsche, niederländische und flämische Literaturszene.

Seit 23 Jahren bietet der Literarische Sommer Einblicke in die aktuelle deutsche, niederländische und flämische Literaturlandschaft. Das Festival mit seinem Netzwerk aus mehr als zwanzig Veranstalter:innen in Deutschland, den Niederlanden und Belgien ist das einzige seiner Art und hat sich als feste Größe in der Region etabliert.

In diesem Jahr umfasst es rund 50 Veranstaltungen in 21 Städten, wobei das Spektrum von klassischen Lesungen über zweisprachige Formate mit Autor:Innen und deren Übersetzer:innen bis zu literarischen Spaziergängen reicht. Ob Belletristik oder Poesie, neue Bücher bekannter Bestseller-Autor:innen oder packende Debütromane der jungen Generation – der Literarische Sommer 2022 wird bunt und vielseitig.

Stattfinden wird das diesjährige Festival vom 5. Juli bis zum 9. September. Zum Auftakt stellt die niederländische Bestsellerautorin Jessica Durlacher in Düsseldorf ihren neuen Roman „Die Stimme“ vor. Andere bekannte Autor:innen im Programm sind Heinrich Steinfest, Stefan Hertmans, Sharon Dodua Otoo, Lize Spit und Jasmin Schreiber. Neben etablierten Schriftsteller:innen lädt das Programm auch neue literarische Stimmen mit ihren Debütromanen ein, wie Anna Yeliz Schentke, Laura Cwiertnia und Tobias Friedrich. Die literarischen Spaziergänge spüren Romanschauplätzen und der Literaturgeschichte in Düsseldorf und Köln nach.

 

Zusätzliche Informationen

Das Gesamtprogramm des Literatursommers mit Informationen zu den Lesungen sowie zu organisatorischen Fragen und Tickets finden Sie auf der Internetseite www.literarischer-sommer.eu.


Literaturwettbewerb „Freundschaften und Begegnungen“

Literaturwettbewerb „Freundschaften und Begegnungen“ Eingesendet werden können Erzählungen, Gedichte und Essays. Es ließe sich von spannenden Begegnungen berichten, die hierzulande oder in der Ferne passiert sind. Zur Sprache kommen kann eine langjährige Freundschaft, ihre Höhen und Tiefen. Die Geschichten einer Liebe sind möglich. Ebenso könnte man über das tragische Ende einer Freundschaft eine Erzählung schreiben. Wie erhielten Flüchtlinge eine neue Heimstatt, welche Begegnungen erfuhren sie? Inhalt und Form der Beiträge sind frei variabel. Das Thema sollte zumindest an einer Stelle des Beitrages deutlich tangiert sein. Eingereicht werden können eigene Erzählungen, Gedichte und Essays. Wert gelegt wird auf literarische Qualität. Ausgelobt werden mehrere Buch- und Sachpreise für die besten Arbeiten. Etliche Texte werden in das geplante Buch frei aufgenommen. Es dürfen maximal 15 Gedichte eingereicht werden. Prosa sollte 20 Seiten für den Wettbewerb nicht überschreiten. Die Teilnahme am Wettbewerb ist frei. Die Beiträge bitte mit eigenem Namen und Adresse versehen. Einsendungen unter dem Kennwort: Freundschaften www.literaturpodium.de Einsendeschluß ist der 14. September 2022

15 September 2022

Anthologie-Ausschreibung "Queere Märchen"

Es war einmal vor langer Zeit… So fangen die schönsten Märchen an. Wir alle kennen und lieben sie. Doch was, wenn es mal nicht nach dem altbekannten Schema abläuft? Ein Prinz, der unglücklich in seinen Bediensteten verliebt ist? Eine Prinzessin, die sich im falschen Körper geboren fühlt? Oder vielleicht die sieben Zwerge, denen es auch ohne Schneewittchen nicht an Spaß mangelt? Wir freuen uns auf eure romantischen, sinnlichen oder auch lustigen Uminterpretationen klassischer Märchen oder ganz neuen kreativen Ideen. Lasst eurer Fantasie dabei ruhig freien Lauf! In einem Märchen ist nichts unmöglich und genau wie alles Magische und Übernatürliche sind auch jegliche Neigungen erlaubt😊 Das Wichtigste auf einem Blick: • Jeder volljährige Autor darf teilnehmen, solange der Text von ihm selbst verfasst wurde und keine Rechte von Dritten verletzt werden. Zudem muss der Text bisher unveröffentlicht sein und uns – bei Veröffentlichung – für 2 Jahre exklusiv überlassen werden • Der Umfang der Geschichten soll zwischen 6 000 und 36 000 Zeichen liegen und als doc oder odt eingereicht werden. Es dürfen max 3 Texte eingereicht werden, wobei bitte insgesamt nicht mehr als 30 Normseiten dabei rauskommen. • Die Teilnahme an der Ausschreibung und auch die Veröffentlichung in der Anthologie sind kostenlos. Alle veröffentlichten Autoren erhalten einen Vertrag, ein Freiexemplar (weitere können zum Autorenrabatt von 45 % erworben werden) und ein Honorar. Dieses beträgt 40 % der eBook-Erlöse der Anthologie, geteilt durch die Anzahl der Autoren. Die Gewinner-Beiträge werden vor der Veröffentlichung lektoriert und korrigiert. • Bitte schickt uns außerdem eine Kurzbiografie sowie eure Kontaktdaten (Bei Pseudonym bitte euren Realnamen) an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.. • Einsendeschluss ist der 15. September 2022, die Veröffentlichung ist 2023 geplant.

 
30 September 2022

Verlassene Orte unter der Erde

In Anlehnung an unsere Anthologie “Mysteriöse Orte” suchen wir in den nächsten Monaten mysteriöse bis gruselige Geschichten über verlassene Orte unter der Erde. Wir bleiben also unserer Linie treu. Diesmal soll es jedoch um verlassene/verschüttete/vergessene Tunnel, Höhlen, Stollen, Katakomben o.ä. gehen. Egal ob es Geistergleise, Horrorhöhlen, verfluchte Schächte, unterirdische Friedhöfe … sind, was ist geschehen, weil die Tunnel, Schächte oder Kanalabschnitte nicht mehr genutzt werden, die Höhlen oder Katakomben evtl. gesperrt wurden – ihre Lage verschleiert/in den Unterlagen „ausradiert“, damit sie niemand finden kann? Warum wurde der Deckmantel des Schweigens über diese Orte geworfen? Was ist dort vorgefallen? Lasst eurer Fantasie freien Lauf und erzählt uns davon. Macht die Storys mysteriös, gruselig, aber bitte nicht zu blutig. Wir freuen uns schon auf eure spannenden Ideen. Ausschreibungsbedingungen Genre: Mystery und dunkle Phantastik Zeichenzahl: zwischen ca 25.000 und ca 100.000 inkl. Leerzeichen Text: unveröffentlicht, die Rechte müssen bei den AutorInnen liegen Sonstiges: keine Kosten für die AutorInnen, alle in die Anthologie aufgenommenen AutorInnen erhalten ein Belegexemplar und anteilsmäßig Honorar Einzusenden als Textdokument (.docx, .doc, .rtf, .odt) an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 
Mein Buch des Monats
 

Die Nackten fürchten kein Wasser

Eine Reise mit afghanischen Flüchtlingen
 

Klappentext

Aus dem kandadischen Englisch von Barbara Schaden. Von der Flucht eines jungen Mannes aus Afghanistan in eine ungewisse Zukunft in Europa, von größten Gefahren und einer alles überragenden Freundschaft: Kabul, 2016. Während unablässig Flüchtlinge nach Europa drängen, trifft Omar, ein junger afghanischer Fahrer und Übersetzer, die mutigste und schwerste Entscheidung seines Lebens. Er beschließt, die Heimat zu verlassen und Abschied zu nehmen von seiner Laila, ohne zu wissen, ob er sie je wiedersehen wird. Omar ist einer von Millionen, die in diesem Jahr flüchten, in der Hoffnung auf ein besseres Leben.Matthieu Aikins, ein vielfach ausgezeichneter Kriegsreporter, wirft seinen Reisepass weg und begleitet seinen Freund Omar auf der Flucht. Gemeinsam begeben sich die beiden auf eine Odyssee ohne Garantie auf ein Überleben, die sie mitten ins Herz der Migrationskrise führt. 
 

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Matthieu Aikins berichtet seit 2008 für den New Yorker, die New York Times, das New York Times Magazine, Harper’s und GQ aus Afghanistan und dem Nahen Osten und ist Mitherausgeber des Rolling Stone. Er war Fellow am Type Media Center, New America, dem Council on Foreign Relations und der American Academy in Berlin. Er ist regelmäßiger Kommentator und Experte bei Radio- und Fernsehprogrammen, darunter MSNBC, BBC, CBC und NPR. Aikins’ Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet. Seine im Dezember 2021 im New York Times Magazine veröffentlichte Reportage „Inside the Fall of Kabul“ schildert das Versagen der westlichen Truppen beim Abzug aus Afghanistan im August 2021. Aikins ist in Halifax, Nova Scotia, aufgewachsen und hat einen Master in Near Eastern Studies der New York University. Er lebt in Kabul und New York.Barbara Schaden hat in Wien und München Romanistik und Turkologie studiert und etliche Jahre als Verlagslektorin gearbeitet. Zu den von ihr übersetzten Autoren gehören u. a. Patricia Duncker, Karen Armstrong, Nadine Gordimer, Kazuo Ishiguro, Siddharta Mukherjee, Edward Lewis Wallant, Umberto Eco und Fleur Jaeggy.
 
Mein Gedicht des Monats
 

Rezept

Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
Wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
Und der Anzug im Schrank.

Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
Wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.

Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muss, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
Sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
Geht es um dich oder ihn.
Den eignen Schatten nimm
Zum Weggefährten.

Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
Und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
Unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiß deine Pläne. Sei klug
Und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
Im großen Plan.
Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.

Mascha Kaléko


 
 
 UNICEF-Report: "Kinder zwischen den Fronten". Rund 230 Millionen Kinder erleben Krieg

Jedes zehnte Kind auf der Welt wächst laut UNICEF derzeit in einem Land oder einer Region auf, die von bewaffneten Konflikten geprägt sind.

Dies bedeutet, dass rund 230 Millionen Mädchen und Jungen in ihren entscheidenden Lebensjahren vor allem Unsicherheit, Hass und Gewalt erleben. Ihre Versorgung mit elementaren Gütern wie Nahrung, Wasser und medizinischer Hilfe ist vielfach schlecht. Und sie können nicht oder nur selten eine Schule besuchen. In Bürgerkriegen wie in Syrien, Irak, Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik werden Kinder zur Zielscheibe unaussprechlicher Misshandlungen.
 
Mit seinem Report „Kinder zwischen den Fronten“ ruft UNICEF Deutschland Regierungen und Konfliktparteien dazu auf, die fundamentalen Rechte der Kinder in Kriegsgebieten zu verteidigen. Um Gesundheit, Bildung und Schutz der Kinder auch unter schwierigsten Bedingungen sicher zu stellen, muss humanitäre Hilfe bereits die Brücke zu nachhaltiger Entwicklungshilfe schlagen. Insbesondere müssen mehr Mittel für psychosoziale Betreuung und Bildungsprogramme für Kinder in Krisengebieten bereitgestellt werden.
 
„Kinder und Jugendliche sind die Hauptleidtragenden in Krisen und gewaltsamen Konflikten. Gleichzeitig haben sie es als Erwachsene von morgen in der Hand, den Übergang zum Frieden zu gestalten. Wir müssen dazu beitragen, die notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Neben Schutz vor Gewalt, ausreichend Nahrung und gesundheitlicher Versorgung brauchen die jungen Menschen vor allem Bildung und Ausbildung“, sagte Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
 

„Wir erleben weltweit eine der schlimmsten Phasen von Konflikten seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges“, sagte Ted Chaiban, Programmdirektor von UNICEF in New York. „Es besteht die Gefahr, dass ganze Generationen von Kindern Gewalt und Instabilität als normalen Teil ihres Lebens ansehen. Diese Erfahrung darf sich nicht verfestigen. Humanitäre Hilfe muss auch langfristige Perspektiven für Kinder und Jugendliche schaffen.“

„Nothilfe ist unverzichtbar. Aber wir dürfen dabei nicht stehen bleiben“, sagte Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. „Die Chance zur Rückkehr zu Stabilität und zu einer friedlichen Entwicklung hängt entscheidend davon ab, ob es gelingt, Heranwachsenden Orientierung und Arbeit zu geben.“

Fakten: Kinder und Krieg

Die Not der Zivilbevölkerung ist gegenwärtig besonders groß in Syrien, im Irak, im Südsudan und in der Zentralafrikanischen Republik. Auch die Situation im Jemen hat sich in den vergangenen Monaten ständig verschlechtert. Allein in diesen fünf Ländern sind rund 21 Millionen Kinder von Krieg und Gewalt betroffen.

In zahlreichen Konflikten hat schwere Gewalt gegen Kinder ein erschütterndes Ausmaß erreicht. Mädchen und Jungen werden direkt zur Zielscheibe von Gewalt, entführt und versklavt. Immer wieder werden Heranwachsende auch als Selbstmordattentäter missbraucht. Gruppen wie IS in Syrien und Irak oder Boko Haram in Nigeria missachten bewusst die Prinzipien des humanitären Völkerrechts, um weltweit Aufmerksamkeit zu erwecken.

Der UN-Sicherheitsrat listet für 2014 insgesamt 23 Konfliktsituationen auf, in denen Kinder schwersten Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Von den beteiligten 59 Konfliktparteien sind acht Regierungstruppen und 51 nicht-staatliche Akteure.

In etwa der Hälfte aller bewaffneten Konflikte bricht innerhalb von fünf Jahren nach ihrem Ende erneut Gewalt aus – wie zum Beispiel im Südsudan. In Friedensprozessen können Kinder und Jugendliche als „Agenten des Wandels“ eine wichtige Rolle spielen und müssen aktiv einbezogen werden.

Deutschland ist heute weltweit einer der wichtigsten Partner von UNICEF, um Kinder in den ärmsten Entwicklungsländern und in Krisengebieten zu helfen. Allein seit 2013 hat die Bundesregierung hierfür rund 210 Millionen Euro bereitgestellt. Hierdurch konnten zum Beispiel syrische Flüchtlingskinder im Libanon, in Jordanien und im Irak eine Schule besuchen und erhielten psychosoziale Hilfsangebote. Auch die Trinkwasserversorgung wurde in den Aufnahmeländern verbessert und Impfkampagnen gegen Kinderlähmung unterstützt.

Allein 2015 brauchen laut UNICEF weltweit über 62 Millionen Kinder in Krisengebieten dringend Nahrung, sauberes Wasser, medizinische Hilfe, Notschulen sowie Schutz vor Ausbeutung und Gewalt – für mehr als drei Milliarden Dollar. Im Jahr 2014 leisteten UNICEF und seine Partner in 98 Ländern und 294 Einsätzen Nothilfe, oftmals unter gefährlichen Bedingungen. Rund 2,5 Millionen Mädchen und Jungen erhielten dabei auch psychosoziale Unterstützung in einfachen Kinderzentren, vielfach in Zelten.

"Königsteiner Appell" für Flüchtlingskinder in Deutschland

Fast 60 Millionen Menschen weltweit haben ihr Zuhause verloren. Seit Januar 2015 sind Zehntausende Kinder als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Jedes Kind hat ein Recht auf eine Kindheit – auf ein Zuhause und die Chance, sich bestmöglich zu entwickeln. Doch für Flüchtlingskinder wird dieses Recht oft verletzt.

Aus dem Engagement der UNICEF-Ehrenamtlichen in ganz Deutschland entstand deshalb bei einem bundesweiten Treffen in Königstein ein dringender Appell, sich gemeinsam für diese Kinder einzusetzen – ganz gleich, ob sie nur vorübergehend oder dauerhaft in Deutschland leben: 

Quelle:


 

Zitate von Flüchtlingskindern

»Ich fühle mich wie ein Esel, der viele Lasten schleppen muss. Aber warum muss ich so viel tragen?«
Junge aus Afghanistan, 13 Jahre

…………………………………………………………………….

»Auf der Flucht hat meine Mutter immer gesagt, wir Kinder müssen still sein, damit man uns nicht entdeckt. Ich hatte so viel Angst, durfte es aber nicht zeigen.«
Mädchen aus Syrien, 14 Jahre  

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»Immer wieder hörten wir nachts Schüsse, bis sie eines Tages bei uns ins Haus eindrangen und meinen Vater mitnahmen. Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen.«
Junge aus Afghanistan, 17 Jahre

…………………………………………………………………………

»Meine Mutter sagte zu mir: rette du wenigstens dein Leben. Und dann bin ich losgezogen. Die Flucht hat ein Jahr und fünf Monate gedauert, bis ich in Deutschland angekommen war.«
Unbegleiteter Minderjähriger Flüchtling aus Somalia, 17 Jahre

…………………………………………………………………………………………….

»Meine Verwandten haben immer wieder gesagt, komm nach Europa, wir werden dir helfen. Als ich in Griechenland ankam, wollten sie nichts mehr von mir hören. Ich war ganz allein.«
Unbegleiteter Minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan, 16 Jahre


»Und eines Tages wird der große Drache alle Bösen auffressen!«
Junge, 6 Jahre, aus Kongo



»Es gab Feuer im Boot, die Küste war in Sicht, um zu überleben, sprangen wir ins Meer, einige konnten nicht schwimmen. Am Strand wartete ich noch stundenlang auf einige bekannte Gesichter, die von einem besseren Leben träumten. Ich sah sie nie wieder. Das Meer hat sie behalten.«
Unbegleiteter Minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan, 17 Jahre


 »Wir waren viele Tage lang in der Sahara, ich dachte ich will überleben, ich brauche Flüssigkeit, ich trank meinen eigenen Urin.«  
Unbegleiteter Minderjähriger Flüchtling aus Somalia, 17 Jahre


 
 
 
 
 
 
 
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Mit sechzig wird der Diplom Sozialpädagoge und Familientherapeut, Ralf Reiners, zum Musiker. Er bekommt von Freunden zum Geburtstag eine Hand Pan, fünf Jahre später beherrscht er virtuos dieses Instrument. Gelegentlich kann man ihn sonntags, ab 15:00 Uhr, sehen und hören in der Goethe-Ruhe auf dem Rochusberg bei Bingen. Rüdiger Heins sprach mit ihm über seine Leidenschaft.
 
 
Ausgeschlachtet TEIL I

Der Organhandel ist für die chinesische Regierung ein lukratives Geschäft, mit dem übrigens die Ausgaben für das Militär finanziert werden. Pro Jahr, so die Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen, werden etwa 20. bis 30.000 Transplantationen durchgeführt.
 
Die Organspender sollen nach offizieller Darstellung von zum Tode verurteilten Delinquenten sein. Demgegenüber stehen wiederum inoffizielle Zahlen (hinter denen sich Menschen verbergen), von etwa 1200 bis 2000 Delinquenten. Die chinesische Regierung versucht, mit den hingerichteten Organspendern die Todesstrafe zu legitimieren.
 
Abgesehen davon kann dann die Zahl der Organspender nicht bei 20. bis 30.000 Tausende liegen.
 
Rüdiger Heins hat in einem Zeitfenster von zwei Jahren mit etwa 20 ehemaligen chinesischen Gefangenen gespochen die in Europa leben.
 
Die Befragten kamen nur auf freien Fuß, weil sie als Organspender untauglich waren.
 
Rüdiger Heins macht sich auf die Spurensuche nach einem staatlich angeordneten Organhandel.
 
 

 
 
Mein Text des Monats August
 
VASYL‘ HOLOBOROD’KO
 

An der Ecke jener Straße
wuchs der Baum des Jahres
und bedeckte sich mit Blättern aus Stunden
alle warteten darauf dass Vögel herflögen
und auf diesem Baum ein Nest bauten
Alle warteten um überzeugt zu werden
dass dieser Baum kein toter Baum sei
Doch wenn du nebenan zum Uhrmacher gehst
siehst du dass alle Uhren angehalten haben
und nur hörbar ist wie von ihren Zifferblättern
der Sand der Stunden rinnt
Jetzt wissen alle
dass der Baum tot ist

Trennlinie 15

WASSYL HOLOBORODKO

Wassyl Holoborodko wurde 1945 in Adrianopil, Oblast Luhansk, geboren. Aufgrund seiner angeblich antisowjetischen Ansichten und seiner Weigerung, mit dem KGB zusammenzuarbeiten, wurde Holoborodko 1965 von der Universität verwiesen. Seine Werke durften in der Sowjetunion in den folgenden zwanzig Jahren nicht mehr veröffentlicht werden. Die Anklageschrift bedeutete auch, dass seine Beschäftigungsmöglichkeiten stark eingeschränkt waren. Seit der Anklageerhebung und während der Perestroika arbeitete Holoborodko als Bergmann, Bauunternehmer und Landwirt. Als sich 1988 das politische Klima änderte, veröffentlichte Holoborodko mehrere Gedichtbände und konnte sein Universitätsstudium wieder aufnehmen. Seine Werke wurden ins Englische, Portugiesische, Polnische, Deutsche und in andere Sprachen übersetzt. Holoborodko hat mehrere Preise erhalten, darunter den Schewtschenko-Preis, die höchste nationale Literaturauszeichnung der Ukraine.

Mein Buch des Monats August
 
Vladimir Sorokin Autor
Die rote Pyramide
Erzählungen
Übersetzt von: Andreas Tretner, Dorothea Trottenberg
Neue Erzählungen von Russlands Meister der Groteske.
 
Und er erblickte die rote Pyramide. Sie stand auf dem Roten Platz und nahm ihn zur Gänze ein. Die Pyramide vibrierte und verstrahlte ein rotes Rauschen. Wellenförmig ging es von ihm aus und überflutete alles ringsumher, wie ein Tsunami, bis hinter den Horizont, nach allen Himmelsrichtungen. Die Menschen versanken in ihm. Sie strampelten sich darin ab. Gehend, fahrend, stehend, sitzend, schlafend – Männer, Greise, Frauen, Kinder. Das rote Rauschen deckte sie alle zu.“ (Vladimir Sorokin, Die rote Pyramide, S. 25f.)
*
Die Farbe Rot hat in Russland eine besondere Bedeutung. Der zentrale Platz Moskaus, der direkt an den Kreml grenzt, heißt Roter Platz. Das Heer und die Luftstreitkräfte Sowjetrusslands nannten sich Rote Armee und hatten ein rotes Wappen und eine rote Fahne. Die Farbe Rot wird in Russland so oft auch mit der kommunistischen Ideologie assoziiert. Auch das Staatswappen von Russland liegt vor rotem Hintergrund. Es zeigt einen goldenen Doppeladler. An der Brust des Adlers befindet sich wiederum ein roter Schild mit einem Reiter, der einen Drachen mit einer Lanze tötet. In der russischen Staatsflagge schließlich mit den Trikolore in Weiß-Blau-Rot steht Rot für die Stärke und das Blut, das für das Vaterland vergossen wurde. Durch den Angriffskrieg auf die Ukraine hat sich Russland nun in der Tat mit viel Blut befleckt.
 
Einer der berühmtesten Schriftsteller Russlands sieht in seinem Erzählband Die rote Pyramide (2022) sprichwörtlich Rot. Vladimir Sorokin schreibt mit einer gewissen Dringlichkeit in starken Sprachbildern über Sündenstolz, Korruption, Brutalität und Gewaltbereitschaft in seiner Heimat. Sorokin gilt als einer der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der auch in Russland mehrfach preisgekrönte Schriftsteller und Dramatiker ist einer der wichtigsten Vertreter der russischen Postmoderne und des Moskauer Konzeptualismus. Er wurde in der Vergangenheit heftig von regierungsnahen Organisationen angegriffen, provozierte Kontroversen und wurde öffentlich diffamiert. Intellektuelle wie Sorokin sind in Russland heute sehr wichtig. So unterzeichnete der 66-Jährige vor kurzem einen Appell russischsprachiger Schriftsteller an alle russischen Menschen, innerhalb Russlands die Wahrheit über den Krieg gegen die Ukraine zu verbreiten.
 
Der studierte Ingenieur Sorokin lebt mit seiner Frau in der Nähe von Moskau, aber auch in Berlin. In aktuellen Artikeln deutschsprachiger Medien warnt er gerade davor, Putin für verrückt zu halten. Er betont, dass die Gefahr, die von Putin ausgeht, nicht zu unterschätzen ist. Der Gorki-Preisträger von 2010 behauptet aber trotzdem, Putins System werde zusammenbrechen. Der in Bykowo bei Moskau geborene Autor ist auch im deutschsprachigen Raum mit seinem Oeuvre populär. Mit Die rote Pyramide veröffentlichte der Kiepenheuer & Witsch Verlag jüngst neun von Andreas Tretner respektive Dorothea Trottenberg aus dem Russischen übersetze Erzählungen aus den Jahren 2002 bis 2018. Diese experimentellen, teils auch grotesken Kurzgeschichten drücken eine große Verzweiflung über die gesellschaftlich-politischen Verhältnisse in Russland aus.
 
Die Titelerzählung spielt mit dem Gefühl eines Protagonisten, fremdbestimmt zu werden und keine Entscheidungsmacht zu haben. In anderen Geschichten werden Lesende mit alltäglichen Zumutungen der harten Arbeit der Bevölkerung auf dem Land konfrontiert (Das schwarze Pferd mit dem weißen Auge). Sorokins Erzählungen stellen sich teils als Dialoge oder Monologe dar (Das Tuch). Die Sprache ist oft durchsetzt mit Kraftausdrücken, Wortwiederholungen oder poetischen Einschüben. Neben der oft bildhaften, bewusst auch syntaktisch falsch gesetzten Sprache, verblüfft teils auch die kontrollierte Typografie, etwa die Setzung der Dialoge und Ausrufe in Der Tag des Tschekisten. Einige Kurzgeschichten erscheinen recht voraussetzungsreich. So sollte man mit der russischen Geschichte und Kultur vertraut sein, um die verschiedenen Ebenen wirklich verstehen zu können. Lila Schwäne, die längste und komplexeste Erzählung des Bandes, arbeitet mit wechselnden Perspektiven und auch Textsorten (erst Lyrik, dann diffuser Dialog, schließlich Ausrufe).
 
In der unterhaltsamen Geschichte Der Fingernagel lädt eine Familie zwei befreundete Ehepaare und einige Verwandte zum Abendessen ein. Erst gibt sich die Hausherrin die Blöße und brüskiert eines der Ehepaare, dann kommt es im wahrsten Sinne des Wortes zu Mord und Totschlag. Schließlich verbaut sich auch das jüngste Mitglied der Abendgesellschaft endgültig seinen Weg.
 
Das Recht des Stärkeren scheint in Russland ausgemachte Sache. Bei Sorokin ist oft von „dem Patriarchen“ die Rede. Er unterdrückt die freie Meinungsäußerung, politische Widersacher, Frauen und Homosexelle. Er zettelt einen Krieg an, bereichert sich persönlich und baut sich mit diesen Einnahmen Paläste. Rechtliche Willkür, Korruption, Unmündigkeit und Mittel der Selbstbetäubung scheinen an der Tagesordnung. Oft verbindet sich bei Sorokin Gewalt mit Sexualität. In der letzten Erzählung des Bandes, Hiroshima, flüchten sich zwei junge Männer, der Tänzer Alex und der Webdesigner Nikola, in einen erotisch-schmerzvollen Rausch:
 
Eng aneinandergeschmiegt fielen Sie aufs Bett und verflochten die Beine miteinander. Alex band Nikola den violetten Gürtel um den Hals, Nikola umwickelte Alex’ Hals mit dem schwarzen. Ihre geöffneten Lippen kamen aufeinander zu, ihre Zungen berührten sich. Sie begannen, einander zu würgen.“ (S. 186)
 
Doch die beiden koksenden Nackten sind bei weitem nicht die einzigen, die sich in Hiroshima in die Bewusstlosigkeit oder sogar den Tod würgen. Die rote Pyramide ist ein meist düsterer und einigermaßen verstörender Band, der viel Bitterkeit und Zorn über die aktuellen Verhältnisse in Russland preisgibt.
 
Vladimir Sorokin gelingt in diesem Erzählungsband das Kunststück, aus scheinbar unabhängigen Einzelgeschichten ein Ganzes zu schaffen. Die Komposition ist strukturiert und ausbalanciert. Sorokin zeigt einmal mehr, wie meisterhaft er auch die kleine Form und verschiedenste stilistische Mittel beherrscht und eröffnet seinen Leser*innen einen Blick auf Russlands Gegenwart und Vergangenheit, die so vergangen eben  doch nicht ist.
 
 
 

Literaturveranstaltungen im August

19.-21. August 2022: African Book Festival, Berlin


20. August 2022: CommunityCamp Berlin, Berlin


25.-28. August 2022: Poetenfest, Erlangen


28. August 2022: lyrikklub, Berlin


Literaturwettbewerbe im August

Zeilenlauf Literatur und Lyrikwettbewerb


Der Phantastik-Literaturwettbewerb

Die Keil & Keil Literatur-Agentur möchte neue oder noch unbekannte Phantastik-Autoren fördern. Deshalb suchen wir originelle Werke im Bereich Fantasy und Science-Fiction, die keine Nachahmerprodukte sind, sondern Vorreiter ihrer Art und als solche den Weg für künftige Romane ebnen.

Sie sehen sich schon jetzt zwischen den Namen großer Phantastik-Schriftsteller wie Isaac Asimov, Margaret Atwood, Frank Herbert, Aldous Huxley, Anne McCaffrey, J. K. Rowling oder George Orwell? – Dann laden wir Sie herzlich ein, an unserem ersten Wettbewerb der phantastischen Literatur teilzunehmen.

Preise

Zu gewinnen gibt es jeweils einen Agenturvertrag im Bereich Science-Fiction und Fantasy. Darüber hinaus streben wir eine langfristige Zusammenarbeit mit den Gewinnern an und betreuen sie auf ihrem Weg zum Erfolg.

Teilnahme

Um an dem Wettbewerb teilzunehmen, senden Sie bitte Ihre Kurzvita, die ersten 50 Normseiten Ihres Romanprojekts sowie ein ausführliches Exposé (3-6 Normseiten) als PDF-Datei an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Direkter Link

 

 
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In eigener Sache
 
Schreiben ist erst mal eine einsame Tätigkeit und funktioniert ohne den Kontakt zu anderen. Wer sich aber Kontakt zu anderen Schreibbegeisterten wünscht, kann ihn aktiv suchen. Das kann sich in vielerlei Hinsicht lohnen – sowohl zur Steigerung der Motivation als auch zur Erweiterung des eigenen Horizonts oder zum Anstoß neuer Ideen. Solltest Du Interesse haben, unserer Schreibgruppe beizutreten, nimm bitte mit mir Kontakt auf.

Meiner Auffassung nach hat jeder Mensch eine Geschichte zu erzählen, oder aber eine Meinung zu bestimmten Themen zu vertreten, sei es in Gedichtform, Kurzgeschichten, oder in einem anderen literarischen Genre. Gemeinsam haben wir zu bestimmten Themen etwas zu erzählen, also lag es nahe, eine Schreibgruppe zu gründen. Als Autoren/innen sind wir bestrebt, uns weiterzuentwickeln. Gemeinsam gelingt uns das besser als allein. Es tut gut, einander zu unterstützen und uns der freundlichen Kritik der anderen zu stellen. Neben Profis sollen auch Anfänger bei uns ein Forum finden, in dem sie so manchen Kniff lernen können. Und alte Hasen haben die Gelegenheit, Eigenheiten auch einmal in Frage stellen zu lassen. Zunächst einmal bestand diese Gruppe aus neun Mitgliedern dieser Webseite, welche zu vorgegebenen Themen Texte veröffentlichen konnten. Ziel war es in regelmäßigen Abständen, Publikationen zu veröffentlichen.

Wie so oft im Leben plätscherte diese Gruppe zunächst so vor sich hin, dafür gab es unterschiedliche Gründe, der Hauptgrund aber war wohl die fehlende Moderation im Hintergrund. Beruflich war ich die letzten Jahre außerordentlich stark beansprucht, so dass ich nicht genügend Energie in dieses Herzensprojekt investieren konnte. Da ich seit Anfang dieses Jahres wesentlich mehr Zeit zur Verfügung habe, werde ich dieses Projekt nun neu aufleben lassen. Der erste Schritt begann mit der Neuausrichtung dieser Gruppe. Zunächst einmal werden wir unter der Rubrik Autorengruppe „Wortgewand(t), Texte jeglicher Art sammeln, ein festes Thema ist nicht vorgegeben. Gegen Ende des Jahres dann werden wir uns in der Gruppe über die geschriebenen Texte austauschen und darüber beraten in welche Richtung sich diese Gruppe weiterbewegt.

Mein herzlicher Dank geht an unsere Autoren/innen für das Einstellen der Texte. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.
27.07.2022 J/L
 

Westerland oder The Waste Land

Humane Hormone
fließen als Fußgängerzone
zwischen Knochenhäusern
Fischfrikadellen
Matjesbrötchen
Urlaubsromane mit verschwitzten Busen auf dem Titelbild
Eine einheitliche Augenfarbe ultraviolett
Deine Ebbe und Flut
synchronisieren sich mit der Schaumwirtschaft
Eine Brise streut Salz
ins Gesicht
Hast du gesehen
Der Koch liegt tot
neben ihm seine drei Arme
abgeschnitten und hingeworfen
eine Schürze, faltig
wie die Nordsee, die er
täglich auf den Teller brachte
Nahrhaftes, Buntes, Gemischtes
Die Servietten sind beschmutzt von Hagebutten und dem Himmel
Als Nationalfahne nicht definierbar
Auch die Bettlaken mit ihren Traumspuren
lassen sich nicht waschen mitten in
verblassten Ordnungsresten ein Wachstum
oder industrielle Milchzähne als Säulen
ohne Dach

Yoko Tawada (geb. 1960 in Tokyo) lebt seit 1982 in Deutschland. Erst in Hamburg und seit 2006 in Berlin. Sie schreibt auf Deutsch und Japanisch und studierte an der Waseda-Universität Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt russische Literatur. Von 1982 an studierte sie Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Hamburg und promovierte bei Sigrid Weigel in Zürich.

Ihre erste Buchveröffentlichung hatte sie 1987 in Deutschland und 1992 in Japan.Zu ihren bisherigen Veröffentlichungen zählen Essays, Prosa, Theaterstücke, Hörspiele und Lyrik.

Yoko Tawada ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.


Mein Buch des Monats

Yoko Tawada

Ein Balkonplatz für flüchtige Abende

Yoko Tawada erzählt von einer "Loreley", die sich im Fluss irrt und an der Elbe landet, in Hamburg in den 80er Jahren. Die Identitäten der Figuren in diesem Text sind fließend, zwischen Mann und Frau, Hetero und Homo, Kindheit und Erwachsene-Sein. Jede Öffnung in der Landschaft entpuppt sich als ein Durchgang zu einer anderen Welt: Der Keller in einer Kneipe führt in die islamische Welt, ein botanischer Garten zum Theater, die Elbe zum Rhein, ein Foto im Zimmer nach Tibet ... Dieser Text ist wie Wasser, fließender und freier als Prosa, aber doch ein erzähltes Werk, keine Lyrik.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung,

Dieses Buch ist ganz anders als der gerade unter dem Titel "Akzentfrei" erschienene Gedichtband der deutsch-japanischen Autorin Yoko Tawada, meint Rezensent Burkhard Müller. Die vierzehn hier versammelten Geschichten sind länger und doch bewundernswert leicht und "federnd", fährt der Kritiker fort, der staunt, wie Tawada der Gefahr des "Bedeutungsschwangeren" entgeht. Müller streift hier mit der Autorin durch Hamburg, liest amüsiert, wie sie in einem Stück über einen in die Büsche pinkelnden Mann Gender-Fragen erörtert und kleine Boshaftigkeiten in ihren Texten unterbringt. Dass Tawada gelegentlich den Kalauer streift, nimmt der Rezensent ihr nicht übel.

Yoko Tawada
Ein Balkonplatz für flüchtige Abende

konkursbuchverlag, Tübingen 2016
ISBN 9783887695552
Taschenbuch, 120 Seiten, 12,00 EUR

Diese berühmten Schriftsteller sind in 2022 gestorben:

4. Juli 2022: Remco Campert – niederländischer Schriftsteller

3. Juli 2022: Irving Abella – kanadischer Schriftsteller und Historiker

3. Juli 2022: Jacques Berndorf – deutscher Journalist und Schriftsteller

3. Juli 2022: Sérgio Paulo Rouanet – brasilianischer Diplomat, Philosoph, Anthropologe, Übersetzer und Schriftsteller


News

6.7.und 14-16.7. : Poetikvorlesung von Yoko Tawada

Yoko Tawada Poetikvorlesungen Jenseits von Geschlecht:

Yoko Tawada blickt auf Historisches, Sprache, auf Körperdetails (doch was ist der Körper, was die Seele), auch Autobiografisches kommt vor und andere Gegenden der Welt.
 
Sie wirft neue Lichter auf die Gender-Debatte, und mehr, das Leben überhaupt ...
 

Tage von Morgen
Thema: Alltag in der Zukunft, Überleben
Genre: Science-Fiction

Voraussetzung: Geschichten über eine Welt, die mindestens 10 Jahre in der Zukunft liegt. Maximal 10.000 Wörter. Keine Geschichten, die sich an Kinder richten
Preis: Die ausgewählten Texte werden als E-book und als Buch veröffentlicht. Zudem erhalten die Autor*innen drei Belegexemplare und eine finanzielle Beteiligung pro verkauftem Exemplar
Bewerbungsfrist: 31. August.2022
 


postpoetry.NRW 2022
31.07.2022
 
 
drei Gedichte * unveröffentlicht * Für LyrikerInnen aus NRW (Wohnsitz und/oder Geburtsort) und NachwuchsautorInnen aus NRW im Alter von 15 bis 23 Jahren

Weitere Ausschreibungen findet Ihr hier

 
 
Juni
 
 
Erich K ä s t n e r:
Der Juni
 
 
Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt.
Kaum schrieb man sechs Gedichte,
ist schon ein halbes Jahr herum
und fühlt sich als Geschichte.Die Kirschen werden reif und rot,
die süßen wie die sauern.
Auf zartes Laub fällt Staub, fällt Staub,
so sehr wir es bedauern.Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott.
Aus Herrlichkeit wird Nahrung.
Aus manchem, was das Herz erfuhr,
wird, bestenfalls, Erfahrung.Es wird und war. Es war und wird.
Aus Kälbern werden Rinder
Und weil's zur Jahreszeit gehört,
aus Küssen kleine Kinder.Die Vögel füttern ihre Brut
und singen nur noch selten.
So ist's bestellt in unsrer Welt,
der besten aller Welten.Spät tritt der Abend in den Park,
mit Sternen auf der Weste.
Glühwürmchen ziehn mit Lampions
zu einem Gartenfeste.Dort wird getrunken und gelacht.
In vorgerückter Stunde
tanzt dann der Abend mit der Nacht
die kurze Ehrenrunde.Am letzten Tische streiten sich
ein Heide und ein Frommer,
ob's Wunder oder keine gibt.
Und nächstens wird es Sommer.

Mein Buch des Monats
 
Anna Sauerbrey: Machtwechsel. Wie eine neue Politikergeneration das Land verändert
 
Die Journalistin Anna Sauerbrey hat die Bundestagswahl 2021 zum Anlass genommen, sich das neue Polit-Promi-Personal anzusehen. Eine Art Verjüngung hat ja dann doch stattgefunden. Und so versucht die Zeit-Redakteurin herauszufinden, wie Politiker der Generation X - Baerbock, Lindner, Klingbeil - ihre Arbeit und ihr Amt verstehen und was sie von früheren Politikertypen unterscheidet. Die Generation X, so Sauerbrey, hat einen nüchternen Zugang als frühere Politiker. "Machtwechsel" ist dabei mehr als eine Aneinanderreihung von Analysen. Auf 300 Seiten beschäftigt sich die Autorin auch mit dem Generationenbegriff und dessen Grenzen.
 
Eine ausführliche Rezension lesen Sie hier.
 

Anna Sauerbrey: Machtwechsel. Wie eine neue Politikergeneration das Land verändert. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2022. 320 Seiten, 22 Euro.


 Literaturveranstaltungen im Juni

08.-10. Juni 2022: re:publica, Berlin


17.-19. Juni 2022: Buchmesse Saar, Online-Event


16.-19. Juni 2022: 20. Internationaler Comic-Salon, Erlangen


20.-21. Juni 2022: Buchtage, Frankfurt


In Memoriam
 
Nachfolgend genannte Autoren/innen sind im Juni 2022 verstorben:
 

27. Juni 2022: Mats Traat – estnischer Schriftsteller

26. Juni 2022: Ulf Fiedler – deutscher Maler, Kunsthistoriker, Schriftsteller und Buchautor

26. Juni 2022: Frank Moorhouse – australischer Schriftsteller und Drehbuchautor

20. Juni 2022: Stefan Geosits – österreichischer Theologe, Schriftsteller und Übersetzer

18. Juni 2022: Josef Fendl – deutscher Schriftsteller und Philosoph

14. Juni 2022: Abraham B. Jehoshua – israelischer Schriftsteller

11. Juni 2022: Peter Reusse – deutscher Schauspieler, Synchronsprecher und Schriftsteller

8. Juni 2022: Romeo Morri – san-marinesischer Politiker und Schriftsteller

7. Juni 2022: Erasmus Schöfer – deutscher Schriftsteller

6. Juni 2022: Helen Hodgman – australische Schriftstellerin

4. Juni 2022: George Lamming – barbadischer Schriftsteller

4. Juni 2022: György Moldova – ungarischer Schriftsteller


 Das biennale Literaturfestival literaTurm der Stadt Frankfurt am Main findet in diesem Sommer vom 27. Juni bis 3. Juli statt. In seiner 11. Auflage widmet sich das Konzeptfestival dem Motto »Risse« und geht bei Gesprächsrunden und Lesungen disruptiven Prozessen in Gesellschaft, Geopolitik und Biografien nach.

Insgesamt sind 35 Veranstaltungen mit rund 45 deutschsprachigen und internationalen Schriftsteller*innen, Wissenschaftler*innen und Journalist*innen vor allem in Frankfurter Hochhäusern und an ausgewählten Orten in Bad Soden, Bad Vilbel, Oberursel, Hanau, Hochheim und Offenbach geplant.

Viele renommierte Gäste wie z.B. Ivan Krastev, Karl-Heinz Ott, Christiane Hoffmann, László Krasznahorkai, Steffen Mau sprechen bei moderierten Lesungen und Podiumsdiskussionen über disruptive Prozesse und Tendenzen in unserer Gesellschaft. Judith Hermann kommt mit einem Lesungskonzert mit dem Ensemble Modern (28.6.), Dana von Suffrin, Norbert Frei und Per Leo kommen für ein Gespräch über Erinnerungskultur (28.6.). Auch wird es einen Abend zu Afghanistan mit Natalie Amiri, Nahid Shahalimi und Isabel Schayani geben (29.6.) sowie eine Diskussion zur Klassengesellschaft in der Literatur mit Katja Oskamp, Domenico Müllensiefen und Oliver Nachtwey (1.7.). Ein besonderer Fokus auf mittel- und osteuropäischer Literatur, ein literarischer Abend mit dem diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse Spanien (1.7.) und zum Abschluss ein Kinderbuchnachmittag (3.7.) runden das Festival-Programm ab.

literaTurm ist eine Veranstaltung des Kulturamts der Stadt Frankfurt und wird durch die Unterstützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain ermöglicht.
 
 
 
Mai
 
Wenn in bangen, trüben Stunden
 
Wenn in bangen, trüben Stunden
Unser Herz beinah' verzagt,
Wenn, von Krankheit überwunden,
Angst in unserm Innern nagt,
Wir der Treugeliebten denken,
Wie sie Gram und Kummer drückt,
Wolken unsern Blick beschränken,
Die kein Hoffnungsstrahl durchblickt:

O! dann neigt sich Gott herüber,
Seine Liebe kommt uns nah':
Sehnen wir uns dann hinüber,
Steht sein Engel vor uns da,
Bringt den Kelch des frischen Lebens,
Lispelt Mut und Trost uns zu,
Und wir beten nicht vergebens
Auch für der Geliebten Ruh'.
 
Novalis, * 02. Mai 1772 als Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg auf dem Gut Oberwiederstedt bei Mansfeld, † 25. März 1801 in Weißenfels,war ein bedeutender deutscher Schriftsteller und Philosoph der Frühromantik.


Mein Buch des Monats Mai
 

Rüdiger von Fritsch: Zeitenwende. Putins Krieg und die Folgen

Rüdiger von Fritsch weiß, wovon er schreibt. Der Diplomat im Ruhestand war von 2014 bis 2019 deutscher Botschafter in Moskau; Wladimir Putins Gedankenwelt kennt er aus einigen persönlichen Begegnungen. Fritsch erklärt sehr deutlich, welche Fehler im Westen gemacht wurden - von mangelndem Geschichtsbewusstsein bis zum Unverständnis von Befindlichkeiten in Osteuropa. Und er analysiert präzise, wie der russische Präsident tickt und was nun angesichts der Invasion in die Ukraine zu tun sei. Ein kluge Abhandlung eines Kenners, der mit zahlreichen - leider immer noch verbreiteten - Mythen über Putins Politik aufräumt.

Krieg in Europa. Mit rücksichtsloser Gewalt überfällt Wladimir Putins Russland die Ukraine und bringt sämtliche Eckpfeiler zum Einsturz, die den Frieden in Europa seit mehr als einem halben Jahrhundert gesichert haben. Zeitenwende.
 
In was für einer Welt werden wir morgen aufwachen? Wie wird Europa am Ende dieses Krieges aussehen? Rüdiger von Fritsch, ehemaliger Botschafter in Moskau, ist Wladimir Putin oft begegnet. Was diesen antreibt, was ihn stoppen könnte und was sein Krieg für uns bedeutet – davon handelt sein neues Buch.
„Eine hellsichtige Analyse.“ Süddeutsche Zeitung über „Russlands Weg“

Zeitenwende
Putins Krieg und die Folgen

R von Fritsch
Aufbau-Verlag
ISBN: 0343
176 Seiten, Hörbuch, 13 x 22cm, Mai, 2022
EUR 15,99
alle Angaben ohne Gewähr
 

 
 Literatur/ Termine im Mai
 
 
 
 
 April
 
Gedanken zum Krieg
 
Die russische Schriftstellerin Anna Achmatowa (1889–1966) versuchte in ihrem Gedicht „2. August 1914“, das Unsägliche auszusprechen und mit Bildern zu fassen. Die Übersetzung stammt von Johannes von Guenther:

Des Wacholderdufts süße Herbe
Steigt aus brennender Wälder Schoß.
Witwenjammer im Dorf will nicht sterben.
Die Soldatenfraun klagen ihr Los.
Daß der Himmel uns Regen schenkte,
Schrie manch Bittgottesdienst ins Blau:
Aber rote Feuchtigkeit tränkte
Jetzt warm die zertretene Au.
Leere, niedrige Himmel weilen,
Doch des Betenden Stimme schwand...
Deinen heiligen Leib sie zerteilen
Und sie würfeln um Dein Gewand.

Maya Angelou , in diesem Gedicht, das sich auf natürliche Bilder beruft, um das menschliche Leben über einen langen Zeitraum darzustellen, lässt diese Zeilen den Krieg explizit anprangern und nach Frieden rufen, in der Stimme des "Felsens", der seit frühester Zeit existiert:

Jeder von euch ist ein Grenzland,
zart und seltsam stolz gemacht,
aber immer wieder belagert.
Deine bewaffneten Profitkämpfe
haben Abfallkragen an
meinem Ufer hinterlassen , Trümmerströme auf meiner Brust.
Doch heute rufe ich dich an meinen Fluss,
wenn du den Krieg nicht mehr studieren willst.
Komm, in Frieden gekleidet und ich werde die Lieder singen, die
der Schöpfer mir gegeben hat, als ich
und der Baum und der Stein eins waren.

Literaturveranstaltungen:
 

03. April 2022: One Day Virtual Retreat, Online-Event


21. – 24. April 2022: Literatur & Wein, Krems/Stein bei Göttweig


23. April 2022: Welttag des Buches


23. – 30. April 2022: 6. Aschauer Autorenwoche, Clausen


29. April – 01. März 2022: Miss Read: The Berlin Art Book Fair 2022, Berlin


 Literaturwettbewerbe:
 
Kurzgeschichtenwettbewerb der Hochschule Heilbronn

📗Thema: Fremdsein - Heute bin ich in einem anderen Land aufgewacht
📘Junge Newcomer
📙Max. 6000 Wörter, bis 20. Mai
📓Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
 
 Mein Buch des Monats : April
 
Swetlana Alexijewitsch
Die letzten Zeugen
Kinder im Zweiten Weltkrieg
Aus dem Russischen von Ganna-Maria Braungardt
 
Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sprechen Männern und Frauen, die beim Einmarsch der Deutschen in Weißrussland noch Kinder waren, zum ersten Mal darüber, woran sie sich erinnern. Ihre erschütternden Berichte machen Die letzten Zeugen zu einem der eindringlichsten Antikriegsbücher überhaupt.

»Ich bat sie alle um eines«, schreibt Alexijewitsch. »Sich an ihre kindlichen Worte zu erinnern. An ihre kindlichen Gefühle. Zurückzukehren in jene Zeit, als sie noch Engel waren. Denn ich wusste: Mit anderen Worten lässt sich das nicht wiedergeben.« Oft sind diese Erinnerungen nur Bruchstücke, und doch haben diese Kinder Dinge gesehen und erlitten, die niemand, am allerwenigsten ein Kind, sehen und erleiden dürfte.

Nobel- und Friedenspreisträgerin Swetlana Alexijewitsch erweist sich einmal mehr als begnadete Zuhörerin und große Chronistin. In ihren Texten versteht sie es, den Erfahrungen von Menschen in Extremsituationen, im Ausnahmezustand, einen einzigartigen Resonanzraum zu verschaffen.
 
****Fazit: Zeitgemäß und lesenswert
 

 Meinungen zum Krieg
Inzwischen haben auch die russischen Kinderbuchautoren ihre Stimme gegen den Krieg erhoben, die Illustratoren, Verleger und Pädagogen. In einem offenen Brief riefen sie den russischen Präsidenten Wladimir Putin und seine Regierung dazu auf, den Krieg in der Ukraine zu beenden. "Kinderbuchliteratur erzählt den Kindern über ihre Zukunft, sie bereitet sie auf ein anständiges Leben als Erwachsene vor", heißt es in dem Schreiben: "Wir können und werden ihnen nichts über das Leben erzählen, das Sie für sie vorgesehen haben." Russland sei in einen Krieg gezogen worden, der den Kindern die Zukunft raube, schreiben sie.
 

Dass sie überhaupt von "Krieg" schrieben, nicht von "Spezialoperation", ist dabei schon das erste Risiko. Das Wort "Krieg" hat die russische Medienaufsicht Roskomnadsor verboten, was zu kafkaesken Disclaimern führt.

Auf der Seite des russischen Senders Echo Moskwy, der den Brief der Kinderbuchautoren veröffentlichte, heißt es, Roskomnadsor halte die Informationen über Gefechte in ukrainischen Städten und über den Tod ukrainischer Zivilisten "infolge der Handlungen der russischen Armee" für "nicht der Wirklichkeit entsprechend", ebenso wenig wie die Begriffe "Angriff", "Invasion" oder "Krieg" - die der Sender damit natürlich gerade nannte.

Der Kontinent erlebt in diesen Tagen einen Bruch aller Gewissheiten, den Anbruch einer neuen Zeit, die präzedenzlos erscheint, aber mit der schockartigen Erkenntnis der eigenen Verletzlichkeit und der völligen Neuordnung aller strategischen, militärischen, geopolitischen Optionen innerhalb von Stunden Erinnerungen weckt. Womöglich wird man auf den 24. Februar, den Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine, einmal zurückschauen als Europas 9/11.
 

Alles Ringen um Verhandlungspositionen und inhaltliche Differenzen wie die Nato-Osterweiterung oder die Neutralität der Ukraine scheint überholt. Zieht man die propagandistischen Schlüsselbegriffe ins Kalkül, die Behauptung eines ukrainischen "Genozides" an der russischsprachigen Bevölkerung, die Notwendigkeit der "Entnazifizierung" eines Landes, dessen Präsident Selenskij Jude ist, hört man, wie russische Medien die Sanktionen gegenüber Russland wieder und wieder nicht als Boykott, sondern als "Blockade" bezeichnen wie einst um Leningrad, und beobachtet man, wie Putin am Sonntag im Beisein seines enorm bedrückt wirkenden Verteidigungsministers Schoigu und seines Generalstabschefs Gerassimow die russischen Nuklearwaffen in Alarmbereitschaft versetzt, dann geht es längst um Größeres. Im einsamen Herbst seiner Herrschaft schließt Russlands Präsident Putin rhetorisch an den glorreichen Sieg seines Landes über Nazi-Deutschland an, und niemand kann garantieren, dass seine Beschwörung eines finalen russischen Ringens mit feindlichen - diesmal: westlichen - Mächten nur Rhetorik bleibt.

Den Ukrainern hilft diese kontinentale, ja, universale Ausweitung des Krieges erst einmal nicht viel. Je mehr Waffen die alarmierten EU-Staaten schicken, darunter inzwischen auch Deutschland, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit von Hast und Härte auf russischer Seite. Nach dem verstolperten Einmarsch hat Russlands Armee wenig Interesse daran, dass die Eroberung mit einem immer besser ausgerüsteten Gegner noch schwieriger wird.

Im Zeitalter der Finsternis

Russlands Staatsfernsehen präsentiert Militärsprecher, die die Vermeidung ziviler Opfer als oberstes Ziel der "Spezialoperation" beteuern, während sich Moderatoren und Experten zugleich darüber empören, dass das ukrainische Regime seine Bevölkerung angeblich als "menschliche Schutzschilde" benutze. Es ist die Vorwegnahme künftiger Schrecken. Sollten Bilder getöteter Frauen und Kinder in Kiew oder Cherson auch in Russland ankommen, dann wären die Toten in dieser Logik nicht die Folge exzessiven russischen Waffeneinsatzes, sondern die Schuld der verbrecherischen ukrainischen Politik. In den Staatsmedien ist weiterhin die Rede von einer "Verteidigung des Donbass", als wäre nie ein russischer Panzer jenseits von Luhansk und Donezk gerollt.

Und doch wächst der Protest in Russland an, gerade unter Kulturschaffenden. Tausende Künstler und Architekten, Kuratoren und Galeristen, Kunsthistoriker und Fotografen aus dem ganzen Land haben Petitionen unterschrieben, ebenso 250 russische Comedians - wenn man so will: Berufskollegen des einstigen Komikers Selenskij. Es sei ihre Lebensaufgabe, Menschen andere Perspektiven nahezubringen und sie zum Lachen zu bringen. Krieg aber wecke einzig Gefühle von Angst und Ohnmacht, "egal aus welcher Perspektive".

Der ewig dissidentische Rock-Star Juri Schewtschuk rief zum Frieden auf. Der Geiger und Dirigent Wladimir Spiwakow sprach sich gegen den Krieg aus, das Moskauer Tschechow-Theater und der Generaldirektor des Bolschoi-Theaters, Wladimir Urin. Der Krimischriftsteller Boris Akunin schrieb in der unabhängigen Internet-Plattform Medusa, ein neues, furchtbares Zeitalter sei angebrochen, furchtbar für die Ukrainer, furchtbar für die Russen, die von einem "Wahnsinnigen" regiert würden, furchtbar selbst für jene, "die jubeln": "Putinland und Russland ist nicht dasselbe", so Akunin: "Aber die Welt wird zwischen den beiden nicht mehr unterscheiden."

Die "Garasch", das Moskauer Museum für Zeitgenössische Kunst hat erklärt, es werde die Arbeit einstellen und alle Ausstellungen verschieben bis zum Ende der "menschlichen und politischen Tragödie" in der Ukraine. Man wolle nicht die "Illusion von Normalität" unterstützen. Die "Garasch" gehört Dascha Schukowa, der Ex-Frau des Milliardärs Roman Abramowitsch, der gerade die Leitung des FC Chelsea abgegeben hat.

Im Moskauer Kunstforum GES 2 ein paar Hundert Meter von der "Garasch" entfernt an der Moskwa, hat der isländische Künstler Ragnar Kjartansson seine Eröffnungsausstellung "Santa Barbara" vorzeitig beendet. GES 2 war erst im November - nach einem Besuch Putins - mit gigantischem Aufwand an Medien und Material eröffnet worden.

Moskauer Bars wie die "Strelka Bar", Klubs wie "Powerhouse" und unabhängige Kultureinrichtungen wie "Bumaschnaja Fabrika" wollen für die Dauer des Krieges keine Konzerte mehr geben oder ihre Einnahmen spenden. Auf dem Ausstellungsgelände BDNCh im Norden der Stadt sind alle Veranstaltungen zum bevorstehenden Masleniza-Fest abgesagt.

Man kann das als Krokodilstränen abtun, als späte Reue von Kulturschaffenden, die Putin nicht verhindert und es sich oft ganz gemütlich eingerichtet haben. Und natürlich spricht hier der westlich orientierte, mobile, urbane Teil der Gesellschaft, Künstlerinnen und Künstler, die Forschenden, die in Jahrzehnten Beziehungen zu westlichen Universitäten, Theatern und Museen aufgebaut haben und neben allem Entsetzen über Russlands Angriff auf das Nachbarland auch ganz direkt getroffen sind.

Auf Eis legen? Das wäre das Schlimmste

Wer in der Provinz wohnt und nie die Möglichkeit hatte, nach London oder Paris zu reisen, wer außer den staatlichen Medien wenig mitbekommt, der sieht keinen Grund für Empörung.

Kreml-Kostgänger wie der Regisseur Nikita Michalkow haben den anwachsenden Protest unter den Kulturschaffenden ohnehin längst diffamiert. Seinen Künstler-Kollegen gehe es gar nicht um die Ukraine, so Michalkow, sie "heulten" aus Angst vor Sanktionen, schließlich besäßen sie Haus und Yacht im Ausland, was ein interessantes Verständnis von den Einkommensverhältnissen russischer Künstler verrät.

Man denkt an Maxim Kantors hellsichtiges Buch "Rotes Licht" über die Krim-Annexion 2014, in dem eine russische Schriftstellerin im Fernsehen flötet: "Der russische Intellektuelle von heute muss wieder lernen, was Wahrheit ist. Wahrheit heißt Einigkeit."

Wie stark diese Einigkeit erodiert, wie tief der Riss nicht nur durch Russlands kulturelle Community geht, sondern auch durch die Gesellschaft, die auf einen Krieg gegen den Nachbarn und Särge mit russischen Soldaten nie vorbereitet wurde, dürfte eine der wichtigsten Fragen der nächsten Zeit sein.

Noch gibt es keinerlei Anzeichen für Verwerfungen an der Spitze, weder in den politischen noch in den wirtschaftlichen Eliten, geschweige denn in den Streitkräften. Wenn jedoch Jewgenij Roisman, Ex-Bürgermeister von Jekaterinburg, den Einmarsch in die Ukraine als "Verrat am eigenen Volk" bezeichnet, wenn sich nicht nur die Tochter des Putin-Sprechers Dmitrij Peskow, Elisaweta, sondern auch die Tochter des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow, Aischat, gegen den Krieg äußern, dann ist das nicht der Anfang vom Ende der Putin-Herrschaft, aber dennoch erstaunlich.

Es sind Tage der Solidarität, aber auch der Bekenntnisse. Kulturstaatsministerin Claudia Roth hat die Theater aufgefordert, mehr ukrainische, russische und belarussische Stücke ins Programm zu nehmen. Die Empörung über Valery Gergiev, Putin-naher Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, hält an. Zwar hatte er sich zum Krieg noch gar nicht geäußert, aber seine Auftritte in der Mailänder Scala und in der Hamburger Elbphilharmonie stehen dennoch in Frage. Auch der Münchener Oberbürgermeister Dieter Reiter hat schon Konsequenzen angedroht. Kirill Petrenko und Anna Netrebko haben sich hingegen mit Friedensbotschaften gemeldet.

Und Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, will Projekte mit Russland erst einmal auf Eis legen. So einleuchtend das zunächst klingt: Für viele russische Künstlerinnen und Künstler dürften sich damit schlimmste Befürchtungen bewahrheiten.

Quelle:Sonja Zekri

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März
 
 
 
MÄRZ
Schon wieder mischen sie Beton.
Von rostiger Armierung taut
die letzte Hemmung, Fertigteile
verfügen sich und stehen stramm:
Komm. Paß dich an. Komm. Paß dich an.
Als meine Wut den Horizont verbog,
als ich den Müll nicht schlucken wollte,
als ich mit kleinen spitzen Verben
Bereifung schlitzte – Warum parken Sie? –,
als ich den Pudding durch ein Haarsieb hetzte
und ihm sein rosa Gegenteil bewies,
als ich mir Schatten fing, als Schattenfänger
bezahlt, danach veranlagt wurde,
als ich die Nägel himmelwärts
durch frischgestrichne Bänke trieb,
als ich Papier, mit Haß bekritzelt,
zu Schiffchen faltete und schwimmen ließ,
als Liebe einen Knochen warf
und meine Zunge sich Geschmack erdachte,
als ich beschloß, die Gürtelrose zu besprechen,
nur weil im Welken noch drei Gramm Genuß,
als ich, es nieselte, die Bronze leckte
und schwellenscheu die Fotzen heilig sprach,
als meine Finger läufig wurden
und längs den Buden jedes Astloch deckten,
als ich die Automaten, bis game over,
bei kleinen Stößen Klingeln lehrte,
als jede Rechnung unterm Strich
auf minus neunundsechzig zählte,
als ich bei Tauben lag und schwören mußte:
Nie wieder werde ich mit Möwen! –
als ich ein Ohr besprang, um Ablaß bat:
Zu trocken sind die Engel und zu eng! –
als nur noch Kopfstand mir Vokabeln gab:
Ich liebe dich. Ich liebe dich. –
Als Winterfutter aus den Mänteln
geknöpft und eingemottet wurde,
als sich das Treibhaus bunt erbrach –
Lautsprecher in den März gestellt –,
als Kitzel Krätze Fisch und Lauch
sich stritten, brach der Frühling aus:
Ich hab genug. Komm. Zieh dich aus.
...........................................
Günter Grass wird am 16. Oktober 1927 in der damaligen „Freien Stadt Danzig“ geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums meldet er sich, wie er 2006 in seinem Erinnerungsbuch „Beim Häuten der Zwiebel“ bekannte, freiwillig zur U-Boot-Truppe.

Mein Buch des Monats März: "Eine andere Zeit" von Helga Bürster
Das Buch spielt vorwiegend in Kamp, einem winzigen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, und handelt von Verlusten, mit denen man zu leben lernen muss.
 

Es gibt dieses Dorf wirklich: Kamp. Das sind nur ein paar Häuser, eine einzige Straße und ein Fähranleger. Hier wohnt Enne. Schon fast immer. Vor dreißig Jahren, nach der Wende, waren viele fortgegangen. Dafür kamen später andere:Nach all den einsamen Jahren brannte in den Fenstern der hastig verlassenen Häuser wieder Licht. Dieser winzige Ort mitten im Nirgendwo zog die Sehnsüchtigen an. Christina kam als Erste. Die Kusine aus dem Westen hatte schon immer vom Kamp geträumt. Das zog Kreise. Nach ihr kamen die Einsiedler, Künstler und Macher. Die kauften eine Bruchbude nach der anderen weg, um sie wieder herzurichten.
 
Helga Bürster beschreibt den Mikrokosmos Dorf
Helga Bürster kennt dieses reale Dorf gut. Freunde von ihr leben dort und sie war oft zu Gast. Sie hat ein Faible für abgelegene Orte, sagt sie. Und für Dörfer, in deren Mikrokosmos es viel zu entdecken gebe: "Das Dorf ist der Ort, über den ich schreibe, weil ich wirklich finde, dass sich alles da drin kumuliert, dass alles zusammengedampft ist", erzählt Helga Bürster. "Die Stadt ist mir als Kulisse zu unübersichtlich. Ich persönlich verliere da den Überblick."
"Eine andere Zeit" ist die Geschichte der Schwestern Enne und Suse, die in den 1970er-Jahren im abgelegenen Kamp aufwachsen. Helga Bürster erzählt auf mehreren Zeitebenen, ihr Ton ist sanft, ein bisschen melancholisch, die Sprache klar und ohne Schnörkel.
 
Die Eltern der Schwestern arbeiten hart und vor allem der Vater hat es nicht so mit der DDR. Ganz im Gegenteil zu Enne, die eine gute Sozialistin sein möchte. Und sie ist lebenshungrig, sagt die Autorin: "Sie möchte aus dem Dorf entkommen. Das hat nicht politische Gründe, sondern sie möchte einfach leben. Das kann sie in diesem Dorf nicht. Und dann beschließt sie nach Berlin zu gehen und Schauspielerin zu werden. Aber (...) sie scheitert und kehrt zurück (...), weil sie merkt, sie muss sich um ihre Familie kümmern."

Die kleine Schwester verschwindet spurlos
Der Grund für Ennes Rückkehr ist Suse. Die kleine Schwester ist so ganz anders. Als Kind war sie kränklich, ein bisschen seltsam, fast zurückgeblieben. Auch später bleibt sie seltsam, kleidet sich ganz in schwarz und ihre einzige Freundin ist die alte Nachbarin Alma. Suse liebt das Dorf und will niemals fort. Um so größer die Katastrophe, als Suse regelrecht abhanden kommt. Mit ihrem Freund Eddy war sie am Tag der Grenzöffnung, im August 1989, in Ungarn. Wie durch einen Zaubertrick verschwindet sie:
 
Wir sind beide stehen geblieben. Wir wollten umkehren, weil das alles ziemlich unübersichtlich wurde, aber von hinten wurde gedrängelt. Und dann ist dieser blöde Köter plötzlich losgerannt, hat vielleicht seine Leute gerochen oder was weiß ich. Und Suse ist hinterher. Ich hab sie dann nicht mehr gesehen.

"Eine andere Zeit": Berührender Roman über Verluste
Suse bleibt verschwunden und wird sich nie wieder melden, für die Familie bedeutet das eine ewig offene Wunde. Mutter Lore stirbt vor Kummer, Enne kehrt ins Dorf zurück, wo sie bis heute lebt. Und dann zieht in das Haus der alten Alma eine geheimnisvolle Frau ein. Die Gerüchte im Dorf kochen hoch.
"Eine andere Zeit" ist ein stiller, sehr berührender Roman über das Weggehen und Wiederkommen. Und über Verluste, mit denen man zu leben lernen muss.
 
Literatur News
Literatur - Wettbewerbe

Weltgeschehen
 
1. März 2022: Ob Paris, Berlin, Sidney Demonstrierende weltweit fordern Frieden in der Ukraine. Auch in Russland protestierten die Menschen gegen den Krieg. Dort kam es zu zahleichen Festnahmen.
 
5. März 2022: Mit einer Flut an Sanktionen versucht die EU und die USA Druck auf die russische Regierung auszuüben. So wurden beispielsweise russischen Banken aus dem europäischen Finanzmarkt ausgeschlossen, viele russische Politiker und Oligarchen wurden auf die schwarze Liste gesetzt. Luxus-Yachten, wie das von TUI-Großaktionär Alexej Mordaschow, werden beschlagnahmt.
 
6. März 2022: Durch den Krieg in der Ukraine steigen die Spritpreise auf ein Rekordhoch. Diesel ist mittlerweile teurer als Super E10. Auch die Preise von Erdgas und Heizöl steigen an.
 
15. März 2022: Seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine sind bereits, laut UNO Flüchtlingshilfe, rund ein Viertel der ukrainischen Bevölkerung auf der Flucht: 6,5 Millionen Menschen innerhalb des Landes und vier Millionen, der Großteil von ihnen Frauen und Kinder, fliehen aus dem Land.
 
16. März 2022: Ein Erdbeben der Stärke 7,3 erschüttert die Region Fukushima. Fast elf Jahre nachdem die Region von einem tödlichen Beben der Stärke 9,0 und einem Tsunami verwüstet wurde. Laut Berichten kamen mehrere Menschen ums Leben. Eine Tsunami-Warnung wurde herausgegeben, mehr als zwei Millionen Haushalte in der Region Tokio waren aufgrund des Bebens ohne Strom.
 
21. März 2022: In China ereignet sich ein verheerender Flugzeugabsturz: Eine Boeing 737-800 der China Eastern Airlines stürzt in der Nähe von Wuzhou in der südchinesischen Region Guangxi ab. Dabei kommen alle 132 Passagiere ums Leben.
 
25. März 2022: Frauen aus der Massai-Gemeinschaft nehmen in Magadi im Landkreis Kajiado an einem von Fridays For Future organisierten globalen Klimastreik teil, um Wiedergutmachungen und Maßnahmen für den Klimawandel von den führenden Politikern der Welt zu fordern und echte Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen.
 
27. März 2022: Die 94. Verleihung der Oscars im Dolby Theatre in Los Angeles werden vergeben. In der Königskategorie „Bester Film“ gewinnt das Drama „Coda“ ( im Bild) Als bester Hauptdarsteller wird Will Smith geehrt, der jedoch bei der Oscar-Gala für ein Eklat sorgt: Als sich Comedian Chris Rock über Smith Frau Jada Pinkett Smith lustig macht, stürmt dieser die Bühne und verpasst Chris Rock eine Ohrfeige.
 
 
Februar
 
 
Günter Eich
Wacht auf
 
Wacht auf, - denn eure Träume sind schlecht!
Bleibt wach, - weil das Entsetzliche näher kommt.
Auch zu dir kommt es, der weitentfernt wohnt
von den Stätten, wo Blut vergossen wird,
auch zu dir und deinem Nachmittagsschlaf,
worin du ungern gestört wirst.
Wenn es heute nicht kommt, kommt es morgen,
aber sei gewiß.
"Oh, angenehmer Schlaf
auf dem Kissen mit roten Blumen,
einem Weihnachtsgeschenk von Anita, woran sie drei Wochen gestickt hat,
oh, angenehmer Schlaf,
wenn der Braten fett war und das Gemüse zart.
Man denkt im Einschlummern an die Wochenschau von gestern abend:
Osterlämmer, erwachende Natur, Eröffnung der Spielbank in Baden-Baden,
Cambridge siegte gegen Oxford mit zweieinhalb Längen, -
das genügt, das Gehirn zu beschäftigen.
Oh, diese weichen Kissen, Daunen aus erster Wahl!
Auf ihm vergißt man das Ärgerliche der Welt, jene Nachricht zum Beispiel:
Die wegen Abtreibung Angeklagte sagte zu ihrer Verteidigung:
Die Frau, Mutter von sieben Kindern, kam zu mir mit einem Säugling,
für den sie keine Windeln hatte und der
in Zeitungspapier gewickelt war.
Nun, das sind Angelegenheiten des Gerichtes, nicht unsre.
Man kann dagegen nichts tun, wenn einer etwas härter liegt als der andre.
Und was kommen mag, unsere Enkel mögen es ausfechten."
Ach, du schläfst schon? Wache gut auf, mein Freund!
Schon läuft der Strom in den Umzäunungen, und die Posten sind aufgestellt.
Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind!
Seid mißtrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für
euch erwerben zu müssen.
Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind, wenn mit
der Leere eurer Herzen gerechnet wird!
Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet!
Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!

 Mein Buch des Monats: Februar
 
Nicole Flattery: Zeig ihnen, wie man Spaß hat
 
Das radikale Debüt von Nicole Flattery kündigt eine glänzende Stimme der neuen Literaturbewegung aus Irland an. „Mutig, furchtlos und auf qualvolle Weise lustig.
 
Acht Erzählungen über acht Frauen, die ein und dieselbe Person zu unterschiedlichen Zeiten ihres Lebens sein könnten: Die Studentin, die in „Abtreibung. Eine Liebesgeschichte“ mit ihrem Professor schläft, könnte die Collegeabgängerin sein, die in „Zeig ihnen, wie man Spaß hat“ in ihrer irischen Heimatstadt einen Tankstellenjob annimmt, oder die Lehrerin, die in „Noch nicht das Ende“ ihre Freizeit mit Blind Dates verbringt. Eine dieser Frauen wird irgendwann stundenlang unbeweglich auf dem Badezimmerboden liegen. Für eine andere ist sogar das Anziehen zu einer Quelle der Verwirrung geworden. Nicole Flattery zelebriert den Humor einer hohlen Welt, die kurz vor dem Untergang steht. Ihre Erzählungen sind melancholische Gedankenspiele, grotesk und tragisch zugleich. Mit erschreckender Präzision geben sie das Lebensgefühl einer ganzen Generation wieder und verspotten es zugleich.
 
Fazit: Lesenswert
 

 
Und aufeinmal war Krieg
 
Am 24. Februar 2022 ist die russische Armee in Teile der Ukraine einmarschiert. Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland besteht seit 2014 und findet damit seinen bisherigen, traurigen Höhepunkt.
 
Die Ukraine ist nach Russland der flächenmäßig größte Staat Europas, in dem 44 Millionen Menschen leben. Seit der Unabhängigkeitserklärung im Dezember 1991 steht die Präsidialrepublik vor den größten Herausforderungen ihrer jüngeren Geschichte. Die Entwicklung in der Ukraine erregte bereits in den vergangenen Jahren international Besorgnis und führte zu einem Tiefpunkt der russisch-westlichen Beziehungen. Im Frühjahr 2021 ist der 2013/2014 begonnene Konflikt um die Ukraine wieder aufgeflammt. Russland hatte an der Grenze zur Ukraine mit einem massiven Truppenaufmarsch begonnen. Im Februar 2022 soll Russland nach Schätzungen rund 150.000 Soldaten und militärisches Gerät in den Grenzregionen um die Ukraine versammelt haben.  Mit der jüngsten Anerkennung der Separatistengebiete Donezk und  Luhansk als unabhängige Staaten und der beginnenden Militäroffensive in der Ukraine hat Präsident Putin die diplomatischen Bemühungen abgebrochen und einen Angriffskrieg auf das Land begonnen.
 
Seit Wochen hatten die Ukraine und der Westen befürchtet, Russland könnte eine Invasion planen und in das Nachbarland einmarschieren. Russland bestritt ein solches Vorhaben stets und forderte von der NATO und den USA Sicherheitsgarantien, eine Verringerung der Militärpräsenz an der NATO-Ostflanke und vor allem einen Stopp der NATO-Osterweiterung. Russlands Präsident Wladimir Putin wirft dem westlichen Bündnis schon seit Jahren vor, sich immer weiter in Richtung Russland auszudehnen. Nun forderte er von der NATO schriftliche Garantien, künftig keine weiteren osteuropäischen Staaten wie die Ukraine oder Georgien in die NATO aufzunehmen. Und Putin ging noch einen Schritt weiter in seinen Forderungen: Was die geografische Reichweite der NATO anbelangt, solle diese wieder auf den Stand von 1997 zurückgeführt werden. Damit wäre eine Stationierung von NATO-Einheiten auf dem Gebiet des früheren Warschauer Paktes, des ehemaligen Jugoslawiens, der baltischen Staaten, der Visegrad-Staaten sowie in Rumänien und Bulgarien ausgeschlossen. Die USA und die NATO wiesen diese Forderungen als in weiten Teilen unannehmbar zurück. Russlands Anliegen gilt indes nicht nur der Ausweitung des sicherheitspolitischen Einflusses in Osteuropa. Putin möchte Russland wieder als Großmacht etablieren, auf Augenhöhe mit den USA und China, wenn auch nur geopolitisch.
 
Seit Wochen liefen die diplomatischen Verhandlungen  auf Hochtouren, um eine weitere Eskalation und einen neuerlichen Ausbruch eines Krieges zu verhindern. Die westliche Staatengemeinschaft warnte Russland vor einer Verletzung der Grenzen und drohte mit harten Sanktionen. Zur Lösung des verfahrenen Konflikts setzten Deutschland und Frankreich Hoffnung in das sogenannte „Normandie-Format", welches Verhandlungen der vier Staaten Russland, Ukraine, Frankreich und Deutschland vorsieht. Auch die Staatschefs Russlands und der Ukraine hatten zunächst Bereitschaft gezeigt, die Umsetzung der Vereinbarungen des Minsker Abkommens im Rahmen des Normandie-Formats erneut anzugehen. Allerdings befänden sich die Bemühungen nach einer Vielzahl an Gesprächen in einer „Sackgasse”, konstatierte Russlands Präsident Putin jüngst. Die Kämpfe im Donbass waren wieder aufgeflammt. Putin hat die selbsternannten „Volksrepubliken” Donezk und Luhansk als unabhänge Staaten anerkannt und Freundschaftsverträge mit ihnen geschlossen. Zum Schutz der aus seiner Sicht  bedrohten russischen Staatsbürger startete Putin am 24. Februar 2022 einen Krieg gegen die Ukraine. In seiner Rede kurz vor dem Einmarsch rechtfertigte   Putin den Angriff damit, jene Menschen zu verteidigen, die vom Kiewer Regime misshandelt und ermordet würden. Die russische Armee werde sich um eine „Entnazifizierung“ der ukrainischen Gebiete bemühen und gegen den „Genozid”, gegen den Völkermord an Russen ankämpfen. Die Weltgemeinschaft ist entsetzt angesichts des Angriffskriegs auf ein souveränes Land, verurteilt das Vorgehen Putins und die eklatante Verletzung des Völkerrechts aufs schärfste und hat harte Sanktionen gegen Russland beschlossen.
 
Was die Reichweite des aktuellen Konflikts anbelangt, reicht diese weit über die Problematik um die Ukraine hinaus. Es gehe im aktuellen Konflikt zwar vordergründig um die Ukraine, aber letztlich gehe es um die Neuordnung Europas, wenn nicht sogar der Welt. Ansätze der seit 1990 gesetzten europäischen Sicherheits- und Friedensordnung  würden seitens der russischen Regierung wieder grundsätzlich in Frage gestellt, so Markus Kaim von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Dies zeigt den Ernst der Lage. Ein Krieg in der Ukraine könnte unter Umständen auch eine Ausweitung auf NATO-Staaten zur Folge haben. Eine direkte militärische Unterstützung für die Ukraine seitens der NATO gilt unterdessen weiter als ausgeschlossen. Da die Ukraine kein Mitglied des NATO-Bündnisses ist, kann sie auch nicht nach Artikel 5 des Nordatlantikvertrags Beistand beantragen.
 
Darüber hinaus darf aber auch die Gefahr nicht außer Acht gelassen werden, dass die NATO auch ohne ein direktes militärisches Eingreifen in den Krieg hineingezogen werden könnte. Mit seinen die Ukraine unterstützenden Maßnahmen könnnte die NATO, der Westen früher oder später zur Kriegspartei werden. Und dies wäre eine gefährliche Entwicklung, wenn man die jüngste Rede Putins in Erinnerung ruft, in welcher er alle deutlich gewarnt hat: „Wer auch immer versucht, uns zu behindern, geschweige denn eine Bedrohung für unser Land und unser Volk zu schaffen, muss wissen, dass die Antwort Russlands sofort erfolgen und zu Konsequenzen führen wird, die Sie in Ihrer Geschichte noch nie erlebt haben. ” Aufgrunddessen sind die NATO und die USA etwa auch nicht auf die Forderungen der Ukraine nach einer Flugverbotszone über der Ukraine eingegangen und wägen die Art der Waffenlieferungen gut ab.
 
 
 
 
th 913385086
 

Storm, Theodor (1817-1888)

An die Freunde

Warum gabst du uns die tiefen Blicke,
Unsre Zukunft ahndungsvoll zu schaun,
Unsrer Liebe, unserm Erdenglücke
Wähnend selig nimmerhin zu traun?
Warum gabst uns, Schicksal, die Gefühle,
Uns einander in das Herz zu sehn,
Um durch all die seltenen Gewühle
Unser wahr Verhältnis auszuspähn?

Ach, so viele tausend Menschen kennen,
Dumpf sich treibend, kaum ihr eigen Herz,
Schweben zwecklos hin und her und rennen
Hoffnungslos in unversehrten Schmerz;
Jauchzen wieder, wenn der schnellen Freuden
Unerwart'te Morgenröte tagt.
Nur uns armen Liebevollen beiden
Ist das wechselseitge Glück versagt,
Uns zu lieben, ohn uns zu verstehen,
In dem andern sehn, was er nie war,
Immer frisch auf Traumglück auszugehen
Und zu schwanken auch in Traumgefahr.

Glücklich, den ein leerer Traum beschäftigt!
Glücklich, dem die Ahndung eitel wär!
Jede Gegenwart und jeder Blick bekräftigt
Traum und Ahndung leider uns noch mehr.
Sag, was will das Schicksal uns bereiten?
Sag, wie band es uns so rein genau?
Ach, du warst in abgelebten Zeiten
Meine Schwester oder meine Frau.

Kanntest jeden Zug in meinem Wesen,
Spähtest, wie die reinste Nerve klingt,
Konntest mich mit Einem Blicke lesen,
Den so schwer ein sterblich Aug durchdringt;
Tropftest Mäßigung dem heißen Blute,
Richtetest den wilden irren Lauf,
Und in deine Engelsarmen ruhte
Die zerstörte Brust sich wieder auf;
Hieltest zauberleicht ihn angebunden
Und vergaukeltest ihm manchen Tag.
Welche Seligkeit glich jenen Wonnestunden,
Da er dankbar dir zu Füßen lag,
Fühlt' sein Herz an deinem Herzen schwellen,
Fühlte sich in deinem Auge gut,
Alle seine Sinnen sicherhellen
Und beruhigen sein brausend Blut!

Und von allem dem schwebt ein Erinnern
Nur noch um das ungewisse Herz,
Fühlt die alte Wahrheit ewig gleich im Innern,
Und der neue Zustand wird ihm Schmerz.
Und wir scheinen uns nur halb beseelet,
Dämmernd ist um uns der hellste Tag.
Glücklich, dass das Schicksal, das uns quälet,
Uns doch nicht verändern mag!


Mein Buch des Monats Januar:

"Heul doch nicht, du lebst ja noch" heißt der neue Jugendroman von Kirsten Boie und spielt in den Tagen kurz nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in Hamburg.

Kürzer kann ein erster Satz nicht sein: "Jakob wartet." Dieser Satz soll neugierig machen und die Leserinnen und Leser direkt in das Buch hineinzuziehen. "Wo wartet er? Worauf wartet er? Warum wartet er?", fragt Kirsten Boie. "Da denke ich, können solche kurzen Sätze ganz hilfreich sein." Und der Autorin gelingt es.
 
Sofort sind wir bei diesem Jungen, der im Juni 1945 irgendwo in Hamburg Eilbek hungrig in einem zerbombten Haus hockt. Ein früherer Nachbar hat ihn hier versteckt und versorgt ihn, doch jetzt war er schon zwei Nächte nicht mehr da. Jakobs Mutter ist Jüdin und nach Theresienstadt deportiert worden, der Vater ist tot. "Solange es den 'arischen' Teil in dieser Ehe noch gab, war der jüdische Teil zunächst sicher," erklärt Boie, "aber wenn der ums Leben kam, war es vorbei."

Viele Perspektivwechsel und verzahnte Geschichten
Auch von Traute und Hermann erzählt Kirsten Boie, immer wieder wechselt sie die Perspektive, mehr und mehr verzahnen sich die Geschichten: Trautes Familie ist ganz gut durch den Krieg gekommen, doch dem Mädchen ist es oft zu eng in der Wohnung, Flüchtlinge aus dem Osten wurden einquartiert. Der 14-jährige Hermann war HJ-Führer, sein Vater, ein überzeugter Nationalsozialist, hat im Krieg beide Beine verloren.
Alle zwei Stunden soll er nach dem Vater sehen, das hat er versprochen. Um zu gucken, ob er ihn nach unten tragen muss, ins Zwischengeschoss, wo auf der halben Treppe die Toilette für die vier Mietparteien ist. Wie sollte der Vater da sonst wohl hinkommen?

Buch über die Zeit kurz nach Kriegsende
Kirsten Boie beschönigt nichts, weder Hermanns Ekel noch die Verzweiflung des Vaters. 1950 in Hamburg geboren, hat sie noch auf Trümmerfeldern gespielt und ist aufgewachsen mit den Geschichten aus dem Krieg. Doch gibt es immer weniger Menschen, die davon noch aus eigener Anschauung berichten können.
 
Deshalb sei es ihr wichtig gewesen, ein Buch über die Zeit so kurz nach Kriegsende zu schreiben: "Ich hab ja immer das Gefühl, dass viele Jugendliche, die sich so in die rechte Szene begeben und zum Beispiel bisher ganz viel von der Shoah gehört haben - und das ist gut, das soll unbedingt so sein - dass die denken: 'Damit habe ich doch nichts zu tun. Ich bin doch kein Jude! Ich wäre auf der Seite der Starken gewesen!' Und da fand ich es einfach wichtig mal zu zeigen: Auch für Dich wäre es kein Spaß gewesen. Auch die Deutschen, die nicht verfolgt worden sind, haben am Ende des Krieges furchtbar gelitten."
Empathischer Roman, der klar Stellung bezieht
 
Dieses Anliegen ist deutlich spürbar, doch Kirsten Boie erzählt so plastisch aus dem Alltag ihrer Figuren, findet so viele Anknüpfungs- und Identifikationspunkte, dass die Zeit in manchen Momenten aufgehoben scheint. Und natürlich weiß sie, dass die Geschichte auch spannend sein muss. Wird Jakob seine Mutter wiederfinden? Kann Hermann der Situation Zuhause entkommen?
 
"Heul doch nicht, du lebst ja noch" ist ein dichter, empathischer Roman, der klar Stellung bezieht, doch lässt Boie allen Figuren ihre Würde. Ihre klare, einfache Sprache entfaltet schnell einen Sog und nimmt nicht nur Jugendliche mit in eine Zeit, die bis heute prägt. Und der letzte Satz ist fast ein Versprechen:
 
"Alles ist anders. Und wer weiß. Vielleicht wird wirklich alles gut.
"Dies ist ja ein Buch für Jugendliche, aber schon für junge Jugendliche, ich denke, ab zwölf. Und da finde ich es immer schön, wenn es am Ende Hoffnung gibt. Aber nicht, wenn die der Wirklichkeit widerspricht. Und da ist mir so unglaublich entgegengekommen, dass tatsächlich von diesem Transport nach Theresienstadt, mit dem Jakobs fiktive Mutter gefahren ist, auch in der Realität praktisch alle Menschen zurückgekommen sind", sagt die Autorin abschließend.
 
 
 
Literarische Neuerscheinungen
 
Rüdiger Heins studierte Pädagogik und Kulturwissenschaften. Heute arbeitet er als freier Schriftsteller sowie Regisseur und produziert Beiträge für Hörfunk, Fernsehen und Internet. Er ist Dozent im Creative Writing sowie Gründer und Studienleiter des INKAS – Institut für Kreatives Schreiben in Bingen und Bad Kreuznach. Er organisiert auch Literaturveranstaltungen, interdisziplinäre Künstlerprojekte und koordiniert die Lange Nacht der Autoren in Bad Kreuznach, Bingen sowie St. Moritz; er erhielt mehrere Stipendien und Auszeichnungen für seine literarische Arbeit. Heins ist Herausgeber des Online- und Radiomagazins eXperimenta.
 
Sein Landart-Projekt Haiku-Garten erregte 2008 auf der Landesgartenschau in Bingen Aufsehen. Regelmäßig veranstaltet er Mailart-Aktionen und -Ausstellungen.
 
Aktuelle Weblinks
Neuerscheinung
 
Cover NebelHornGesaenge

Der aktuelle Lyrikband von Rüdiger Heins

Die NebelHornGesänge sind eine lyrische Auseinandersetzung mit Sprache, die zu einem Klangerlebnis führen.
Ungewöhnliche Texte und ebenso eine ungewöhnliche Herangehensweise, mit Sprache zu experimentieren.

edition maya
ISBN: 978-3-930758-58-6
12,50 €

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Cover Katrin

Katrin aus dem Schrank
Ein Kinderbuch mit Illustrationen von Sigrun Schlodowitzki
Nach einer Erzählung von Rüdiger Heins

Das Kinderbuch erzählt die Geschichte von einer Katze namens Katrin, dem Berner Sennenhund Michel und dem Paar Lisa und Jupp.
Lisa und Jupp leben mit ihrem Hund Michel in einem kleinen Häuschen in einem Dorf an der Nahe.
Die beiden sind Aussteiger. Sie gehen keiner geregelten Arbeit nach und genießen das einfache Leben mit ihrem Hund. Lisa hat einen kleinen Garten gepachtet und einmal in der Woche verkauft sie auf dem Markt Gemüse und eingemachtes Obst. Außerdem hat sie eine Putzstelle in einer Arztfamilie. Jupp arbeitet gelegentlich bei einem Bauern auf dem Feld und im Stall.
Sie sind zufrieden mit sich und ihrem Leben und sie wünschten sich, dass es immer so weiter gehen würde. An einem Samstagmorgen im Sommer aber nimmt ihr Leben doch eine unerwartete Wende.

Sigrun Schlodowitzki, geb. Frick. Studium der Freien Kunst 1994 – 2000 bei Prof. Erich Reiling an der Kunsthochschule in Mainz. Freischaffende Künstlerin mit Atellier in Grolsheim.

Rüdiger Heins, freischaffender Schriftsteller mit Lebensmittelpunkt in Bingen am Rhein. Er ist Mitherausgeber der eXperimenta.

Im Buchhandel erhältlich oder gegen Rechnung bestellen:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.edition maya, ISBN: 978-3-930758-56-2
Preis: 12,00 €

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