Die Spiegel der Seele

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Die Spiegerl der Seele

......................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................Die Spiegel der Seele
Originalfassung von August 1981 · behutsam überarbeitet 2026

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Es funkelt im Dunklen, bemerke den Glanz,
dieses Leuchten, dass du schon so oft hast gesehen –
nimm dir die Kraft, es zu verstehen.

 

Überall dort, wo sich Menschen begegnen,
beginnt es, Blicke zu regnen –
ob einsam, ob stark,
ob gelassen, ob kühl.

 

Schau in die Augen, begreif das Gefühl –
ein Funkeln im Dunkeln, geh darauf zu.

 

Du kommst näher, du fürchtest dich nicht,
du weißt nicht warum, doch du kennst dieses Licht.

 

Du stehst vor dem Spiegel, plötzlich wird es dir klar:
du weißt, was das Funkeln im Dunkeln war.

 

Ein Spiegel der Seele, ob Mensch oder Tier –
schau in die Augen, sie zeigen es dir.

 

Was wir alle versuchen zu verschweigen,
die Augen werden es zeigen –
wer geübten Blicks ist,
sieht auch im Dunkeln das Licht.

 

Es funkelt im Dunklen, bemerke den Glanz,
versuch zu verstehen – es ist so einfach:
du musst nur sehen.

© J.Laß

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Über den Text
Gern möchte ich dir zur Entstehungsgeschichte dieses Textes und zu seiner Bedeutung ein paar Zeilen schreiben.Ich habe dieses Gedicht 1981 geschrieben, mit 24 Jahren – aus einem Gefühl heraus, das ich damals nicht erklären konnte. Es beschreibt etwas, das jeder kennt, aber selten in Worte fasst: den Moment, in dem man einem fremden Blick begegnet und plötzlich weiß, dass da etwas Vertrautes ist, ohne zu wissen, warum.

Ich habe diesen Moment intuitiv erfasst, lange bevor ich verstand, was tatsächlich dahinter steckt. Erst Jahrzehnte später fand ich in der Psychologie Bestätigung für das, was ich damals nur fühlte: dass Menschen einander oft auf einer Ebene erkennen, die dem bewussten Denken vorausgeht. Die Forschung zu sogenannten Spiegelneuronen zeigte in den 1990er-Jahren, dass wir den inneren Zustand eines Gegenübers gleichsam mitfühlen, bevor wir ihn gedanklich einordnen – fast wörtlich das, was die Zeile „ein Spiegel der Seele, ob Mensch oder Tier“ schon 1981 behauptet hatte. Auch die Beobachtung, dass sich echte Gefühle im Blick zeigen, selbst wenn wir sie verbergen wollen, wurde später wissenschaftlich untersucht und bestätigt.


Ich erzähle das nicht, um zu behaupten, ich hätte etwas vorausgesehen. Ich erzähle es, weil es mich selbst berührt hat, zu erkennen, dass ein Gefühl, dem ich als junger Mann vertraut habe, sich Jahrzehnte später als eine Wahrheit erwies, die sich auch anders, wissenschaftlich, beschreiben lässt. Vielleicht ist das die eigentliche Kraft von Gedichten: dass sie manchmal etwas wissen, bevor wir es beweisen können.

 

Diesen Text gibt es auch als Lied, direkt auf meinem YouTube Kanal,bei Interesse schau doch mal rein. J/L

 

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