
Trägheit des Herzens
Wie kurz unser Handeln ist, ein Atemzug im Wind der Tage.
Wir falten unsere inneren Segel,
wenn die Jahreszeit sich wendet,
und ein stiller Schatten im Abend
fragt nach dem Mut, uns selbst zu erkennen.
Doch das Wunder der Welt erwacht überall,
leise, ohne Forderung.
Und ich suche eine Sprache
für die träge Wärme des Herzens
und die Liebe, die im Haus der Erinnerung weiterlebt.
© J. Laß
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Das leise Wunder
Schau hier das Blattwerk,
wie still es seinen Mut entfaltet
im flüchtigen Sonnenlicht.
Es hält den bebenden Wind,
als wüsste es um die Gefahr
und dennoch will es wachsen.
Diese Welt ist nicht meine,
doch ihr leises Wunder erwacht überall,
ohne etwas zu verlangen.
Und manchmal glaube ich,
dass auch in uns ein solches stilles Wachsen möglich bleibt.
© J. Laß
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Im Schatten der Zeit
Ruinen liegen über die Geschichte verstreut,
und manchmal spüre ich,
dass auch in uns solche stillen Orte wohnen –
vom Wind der Jahre berührt, doch nicht verloren.
Ein Licht will zu uns dringen,
zart wie ein Gedanke, der noch nicht weiß,
ob er bleiben darf.
Manchmal erlischt es,
und erst später merken wir,
dass etwas in uns leiser geworden ist.
Dann kommt der Abend,
legt seinen Schatten vor uns hin,
nicht als Mahnung, sondern als freundliche Frage:
ob wir bereit sind, weiterzugehen.
Vielleicht genügt es, einen kleinen Raum zu bewahren,
in dem die Zeit uns nicht drängt,
sondern still begleitet.
© J. Laß
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