
Sie flohen vor falschen Freunden, aber auch vor sich selbst, bis sie beschlossen, sich selbst zu gehören.Manchmal beginnt Heilung erst, wenn der Körper krank wird, weil der Geist sich weigert, weiterzumachen wie bisher. Ich habe dieses Lied geschrieben, weil ich glaube, dass viele von uns einen ähnlichen Weg gehen, ohne darüber zu sprechen. Erst kommt der Rückzug, dann das Kreisen der Gedanken, dann die Erschöpfung. Und irgendwo dahinter wartet die Frage, ob wir uns selbst je wirklich angenommen haben. Der Rückzug ist oft kein Zeichen von Schwäche, sondern von Selbstschutz. Wer enttäuscht wurde, zieht sich zurück.John Bowlby hat in seiner Bindungsforschung gezeigt, wie tief unser Bedürfnis nach verlässlicher Nähe sitzt und wie schmerzhaft es ist, wenn dieses Vertrauen bricht. Das Kreisdenken, das oft folgt, hat Susan Nolen-Hoeksema als Rumination untersucht: Wir glauben, ein Problem zu lösen, und halten es in Wahrheit fest.
Der Geist dreht sich im Kreis, und der Körper zahlt die Rechnung. Die Psychosomatik, etwa bei Thure von Uexküll, beschreibt genau diese Verbindung: Was wir seelisch nicht mehr tragen können, sucht sich manchmal einen körperlichen Ausdruck.Und dann kommt der leise Wendepunkt, den ich in diesem Lied erzählen wollte: neu laufen lernen, sich selbst spüren. Das klingt klein, und es ist doch der Beginn von allem.
Jon Kabat-Zinn hat gezeigt, wie Achtsamkeit den Weg zurück in den eigenen Körper öffnet. Carl Rogers hat es in einem berühmten Gedanken auf den Punkt gebracht: Veränderung wird erst möglich, wenn wir uns so annehmen, wie wir sind. Kristin Neff spricht von Selbstmitgefühl als einer Haltung, die uns nicht schwächer, sondern stabiler macht. Und C. G. Jung nannte das Ziel Individuation, den Weg, zu dem Menschen zu werden, der man wirklich ist.
Was mich dabei besonders berührt, ist der letzte Schritt: irgendwann bereit sein, Liebe zu geben und zu nehmen. Erich Fromm schrieb in „Die Kunst des Liebens", dass Liebe zu anderen und Liebe zu sich selbst keine Gegensätze sind. Wer sich selbst nicht annehmen kann, kann auch andere nur schwer wirklich annehmen. Und deshalb endet dieses Lied für mich nicht bei der Heilung eines Einzelnen. Freiheit wird möglich, weil sie selbst erfahren wurde, und was wir selbst erfahren haben, können wir weitergeben. Vielleicht liegt darin das Kollektive dieses Erwachens.
Was nimmst du aus diesem Song mit? Wann hast du dich zuletzt zurückgezogen, um dich zu schützen? Und was hat dir geholfen, wieder herauszufinden? Schreib es mir gern in die Kommentare. Ich lese jeden einzelnen.
Manchmal ist der erste Schritt zurück ins Leben ein ganz kleiner: einmal tief durchatmen, den Boden unter den Füßen spüren und sich selbst zugestehen, dass man genau so schon genug ist.
Kollektives Erwachen....vertonte Version
🎵 Text und Konzept: Joachim Laß
🤖 Musik generiert mit: Suno AI
🌿 Teil der Reihe „Lieder aus Licht und Schatten"
🎧 Alle Songs aus eigenen Gedichten
👉 Playlist YouTube „Songs aus eigenen Gedichten"hier
📖 Den vollständigen Text und weitere Werke findest du hier: 👉www.abenteuer-literatur.de
✍️ TEXT & MUSIK
Text: Joachim Laß
Originaltext – unverändert verfasst
🎵 Musik:
Mit Unterstützung der künstlichen Intelligenz Suno AI generiert.
© Joachim Laß | Abenteuer-Literatur

Aktuell sind 963 Gäste und keine Mitglieder online