1944 noch in Pillau/Ostpreußen. 1945 dann bei Pflegeeltern in Schweinfurt.
Die Erinnerung, sie lässt nicht los!
Wieder mal stand ich vor dem Haus, in dem ich erste Jahre meiner Kindheit verbrachte.
Dort steht man, und was geschieht mit einem???
Ihr/Euer
Horst M. Kohl
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Einst und heute
Vor einem Haus, dort versunken in Gedanken,
noch wie einst, wilde Weine empor sich ranken.
Dort, im Hinterhof, als Kind ich spielte,
mit Pfeil und Bogen auf den Kirschbaum zielte.
Ach, unbeschwerte Kindertage,
ja, sie waren`s, ohne Frage.
Eingetroffen am Ort erster Lebensjahre,
dort einst blond, heute ohne Haare.
Sehe mich in Gedanken, an Ort und Stelle munter springen,
auch hören, fröhlich unsere Kinderlieder singen.
Ist nun schon über achtzig Jahre her,
trotzdem liebe ich`s, mich zu erinnern, sehr.
Der Gang, geworden, etwas wackelig,
die Schrift, recht gackelig.
Zum Gehen wird der Stock gebraucht,
dies wohl, bis ich mein Leben ausgehaucht.
Doch rege bleibt der Lebenswille,
viel Zeit verbing` ich zurückgezogen, in der Stille.
Ab und zu zieht es mich hinaus,
nur in der Stube hocken ist mir ein Graus.
Unterm Nussbaum sitzend, Gedichte schreiben,
betrachten, wie am Himmel, Wolken dahin sie treiben.
Was dort geschrieben, so manche Stund`,
in meinen Gedichten tu ich`s kund.
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