Auf der Suche nach dem Glück


         Vorwort:

Das Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt“, definierte der französische Schriftsteller Maurice Barrès (1862 - 1923) einst den Begriff „Glück“. Was ist Glück? So schwierig die Definition ist, eines steht auf jeden Fall fest: Glück ist etwas, das wir alle erreichen möchten. Wir Menschen sehnen uns nach einem glücklichen Leben. Fast alles, was wir tun, machen wir, um glücklich zu sein, weil wir uns davon Glück versprechen. Höchste Zeit zu ergründen, woraus dieses Glück besteht, das uns allen so den Kopf verdreht. Jeder will es, kaum jemand hat es. Das Glück ist uns gleichzeitig bestens bekannt und bleibt oft fern. Trotzdem dreht sich unser ganzes Leben um unser Glück: Wir alle Suchen es, nur wenige finden es. Da stellt sich doch die Frage: Wissen wir denn überhaupt, was wir da suchen?

Was ist Glück?

Über diese Frage scheiden sich die Geister. Jeder kennt das Glück, aber, wenn man es auf den Punkt bringen will, wenn man eine Definition von Glück vorlegen soll, dann weiß kaum jemand weiter. Darum greifen viele auf eine Plattitüde zurück und behaupten, dass das jeder selbst herausfinden muss. Glück scheint etwas zu sein, das durch und durch gut und erstrebenswert ist. Aber Glück hat eine Schattenseite. Unser Glücksstreben bringt viele Nachteile mit sich und die Suche nach mehr Glück kann uns sogar unglücklich machen. Außerdem warten auf dem Weg zu mehr Glück größere Hindernisse, die wir überwinden müssen.

         Auf der Suche nach dem Glück

Auf der Suche dem Glück, setze ich an dieser Stelle, die gemeinsam begonnene Reise mit euch fort. Es erwartet uns eine Reise von der keiner von uns weiß, wie diese Reise enden wird, welche Eindrücke jeder von uns von dieser Reise mitnehmen wird, liegt an deinem Bewertungssystem und bleibt jedem selbst überlassen. Abenteuer machen eine Reise unvergesslich. Wenn du das Abenteuer suchst und Erfahrungen sammeln möchtest bist du hier genau richtig. Zu Beginn unserer Reise begeben wir uns in eine riesige Menge von Menschen, welche uns überall auf der Welt alltäglich begegnen. Wir wollen teilhaben an ihrem Leid, aber ebenso an ihren tief empfundenen Glücksgefühlen. Für jeden von uns ist Glück etwas Anderes, die einen schreien es offen heraus, wieder andere behalten es für sich. Viele Menschen sind auf der Suche nach dem Glück und begreifen nicht, dass sie sich dadurch immer mehr von Glück entfernen. Oft haben Menschen beim Erwachsenwerden ihre Lebensfreude verloren. Ein Stück weit ist das normal: Wir werden die Welt nie wieder mit den Augen eines Kindes sehen, wir werden nie wieder die Unbeschwertheit und Freude eines Kindes erreichen, sobald wir einmal um die Welt und all ihre Probleme und Gefahren wissen. Viele Erwachsene wissen nicht, wann sie das letzte Mal eine intensive Erfahrung von Lebensfreude hatten, wann sie das letzte Mal vor lauter Lebenslust in die Luft gesprungen sind. Fehlende Lebensfreude kann ein Symptom einer Depression oder eines Burnouts sein vielmehr aber scheint die Erfahrung von Lebensfreude ein Problem für alle Erwachsenen zu sein. Das ist frustrierend.

Beobachtungen in der Stadt

Es ist seltsam wie sie umhertasten diese Menschen das Gewühl von Menschen inmitten dieser kleinen romantischen Stadt. Da wird gedrängelt, geschubst, man tritt sich gegenseitig auf die Füße, zum Atmen bleibt kaum Luft. Als Beobachter einer solchen Massenszenerie, welche der Alltagsmensch jeden Tag erlebt, stelle ich mir die Frage, warum drängeln diese Menschen so, warum hassten sie so aufgeregt umher? Sie sind doch fernab, von all der von Unternehmen bestimmen Arbeitsprozesse. Diese Menschen haben doch Freizeit, sie sollten sich doch eher ausruhen, bevor sie sich gegenseitig die Luft zum Atmen nehmen. Der Eingeweihte dieser Szene könnte mir antworten: Diese Menschen haben Angst, Angst davor das ihnen jemand ihre billigen Sonderangebote wegschnappt, oder ihre allzu wichtigen Besorgungen für das Wochenende. Es ist wieder verkaufsoffener Sonntag, der Startschuss ist gefallen, die Straße wird zur Arena.


Schon immer haben sich Menschen in Grüppchen zusammengeschlossen. Das Bedürfnis nach der Zugehörigkeit zu einer Gruppe ist urmenschlich und existenziell wichtig. Wurde man früher aus einer sozialen Gruppe ausgeschlossen, konnte das den Tod bedeuten. Dazuzugehören stellt ein urmenschliches Bedürfnis dar. Besonders die sozialen Medien beeinflussen und verstärken unsere Gefühle durch die ständige Konfrontation mit Ereignissen, bei denen man nicht anwesend ist. Was der Angst zugrunde liegt, ist die Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen Moment. Wir wollen woanders sein als im Hier und Jetzt und stellen uns vor, dass uns ein anderer Ort, neue Kleidung, oder sonstige Konsumgüter, oder aber eine andere Zeit glücklicher machen würde. Der Wunsch, woanders zu sein, als du bist, reißt dich aus der Gegenwart. Dabei verpasst du, wie wunderbar der jetzige Augenblick selbst sein kann. Hierin liegt eine Möglichkeit, das soziale Phänomen aufzulösen: mit Achtsamkeit für deine eigene Situation. Es scheint sich positiv auf das Wohlbefinden auszuwirken, wenn Menschen auf Einkaufstour gehen und schöne Dinge kaufen. Dies gilt sowohl für den Einkauf im Internet als für Einkäufe in realen Geschäften. Es kann für eine Verbesserung des Wohlbefindens sogar ausreichen, nach schönen Produkten zu suchen, ohne diese überhaupt zu kaufen. Jeder kennt die Freude, die der Kauf einer Kleinigkeit für sich selbst mit sich bringt. Da stellt sich die Frage, hilft uns Einkaufen, um uns besser zu fühlen? „Die Forschung legt nahe, dass es tatsächlich einen großen psychologischen und therapeutischen Wert hat, wenn man einkauft aber nur, wenn man es in Maßen tut“. Natürlich sollten wir sicherstellen, dass wir es mit dem Einkaufen nicht zu weit treiben. Denn für manche Menschen kann das Einkaufen zum Problem oder sogar zu einer wahren Sucht werden. „Einkaufen verwandelt sich von einem therapeutischen in ein problematisches, zwanghaftes Verhalten, wenn es zu einem Mittel wird, um mit Angst, Stress oder Verlust umzugehen und wenn es schwer zu kontrollieren ist“. Zwanghaftes Kaufen haben in entwickelten Volkswirtschaften und durch die Entwicklung des Online-Shoppings deutlich zugenommen. Menschen mit einem zwanghaften Kaufverhalten erleben häufige Kaufepisoden oder einen übermächtigen Drang Artikel zu kaufen. Dieses Verhalten ist mit Gefühlen der Wertlosigkeit und Machtlosigkeit verbunden und habe viele Gemeinsamkeiten mit anderen Impulskontrollstörungen wie Sexsucht und Spielsucht, das ist die Meinung der Experten. Es gebe auch Ähnlichkeiten zwischen zwanghaftem Einkaufsdrang und der Drogen- oder Alkoholsucht. Betroffene Personen können sogar wahre Blackout-Episoden erleben, bei denen Sie sich nicht mehr genau an ihre Einkäufe erinnern können. Sie sollten sich also Gedanken machen, wenn Sie Ihre Ausgaben nicht mehr unter Kontrolle haben.

Die Sammelzentrale des Glücks

Schon wenige Stunden später sind die Straßen wie ausgestorben, der Stierkampf scheint zu Ende. Mein Weg führt weiter über den Asphalt, vereinzelt begegnen mir Menschen, dieses Mal aber in seltsamen Kostümen. Gedankenversunken frage ich mich, wo die hetzende Meute vom Vormittag geblieben ist. Oder was es mit den Leuten auf sich hat, die diese merkwürdige Verkleidung tragen? Sind diese Kreaturen auf der Suche nach dem Glück? Wie aus heiterem Himmel werde ich urplötzlich durch ein lautes Geräusch aus meinen Gedanken gerissen. Nachdem ich mich gesammelt und sortiert habe, ist es mir klar und bewusst, dass der Lärm aus dem gegenüberliegenden großen, bunten Gebäude kommt. Schon fahren meine Gedanken wieder Karussell, ja, nein sicher, das wird die Sammelzentrale des Glücks sein. Kaum habe ich diese Gedanken ausgedacht, öffnen sich vor meinen Augen die Pforten dieser Sammelzentrale des Glücks. Tanzend kommen die ersten Leute heraus, der ganze Stress vom Vormittag scheint wie verflogen zu sein. Es wird gelacht, getanzt und gesungen. Welch eine ungeheuerliche Kraft doch diese Sammelzentrale auf den Menschen ausübt. Ich sehe diese Menschen und bin für einen kurzen Augenblick glücklich, ja in der Hoffnung selbst das Glück zu finden, freue ich mich sogar. Sollte es in dieser Sammelzentrale etwa das ewige Glück geben? Voller Sehnsucht starre ich auf die Sammelzentrale, sie wirkt wie eine magische Kraft auf mich. Glück, Glück so hämmert es gegen meine Schläfen. Ich höre eine Stimme sagen, gehe hinein, sei glücklich. Wie hypnotisiert schreite ich über die Pforten dieser Sammelzentrale, jetzt endlich befinde ich mich im Zentrum des Glücks. War ich nicht etwas voreilig, hätte ich mir den Schritt durch die Pforten nicht besser überlegen sollen? Da gab es diese magische Kraft, diese innere Stimme, ich musste dort hinein. Hier sind die Menschen, mit den komischen Kostümen, denke ich beim genaueren Hinsehen. Das nächste, was mir auffällt, ist diese fürchterliche Enge, fast so, wie heute Morgen in der Arena. Und dann diese merkwürdigen Geräusche, welche ich mittlerweile als Musik identifiziert habe. Die Geräusche kommen aus riesigen, großen Kästen. Männer und Frauen bewegen in einer seltsamen Gegenüberstellung, ihre Körper rhythmisch im Takt. Doch hier zeigt sich, beim näherer Betrachtung, das nur wenige diese rhythmischen Bewegungen vollziehen, die meisten stehen nur da und schauen, teilnahmslos, hoffnungsvoll, glücklich und unglücklich. Vereinzelt sehe ich in Ecken des Raumes Paare, die sich so Doll festhalten, das ich Angst habe, sie könnten sich gegenseitig zerbrechen. Ja ohne Zweifel diese Menschen sind glücklich, zumindest in diesem Augenblick. Mein Blick schweift weiter durch die Menge, beobachte ich Menschen die vor einer großen Theke stehen und mysteriöse Getränke in sich hineinschütten. Ja diese Menschen scheinen glücklich zu sein, denn ihre Augen leuchten von all dem Glück. Einige wenige von den Kreaturen mit den leuchtenden Augen, verlassen indem sie irgendwelche undefinierbaren Laute von sich geben, im Glückstaumel schwankend die Sammelzentrale des Glücks. Nun beobachte ich die Menschen auf der großen Fläche mitten im Saal. Einige sehen ihr gegenüber traurig an, so wie vorhin der kleine Blonde mit der korpulenten Schwarzhaarigen um hinterher in irgendeiner Ecke zusammen glücklich zu sein. Die meisten aber gaffen wie ich nur herum, sie scheinen doch eher unglücklich zu sein. Über Stunden hinweg beobachte ich die gleichen Abläufe, da gibt es zum einen die große Fläche, auf welcher der Körper im rhythmischen Takt gewiegt wird, dann gibt es die Menschen die ihr gegenüber traurig anschauen, um hinterher glücklich zu sein. Komisch wie nah Trauer und Glück miteinander verbunden sind. Lassen wir unseren Blick einmal an die Theke zurückkehren. Dort sind die Leute die irgendetwas in sich hineinschütten um dann im Glückstaumel mit leuchtenden Augen, die Sammelzentrale des Glücks zu verlassen. Betrachten wir einmal die Leute die sich gegenseitig festhalten, um den anderen und sich selbst ihr Glück zu demonstrieren. Letztlich aber ist die Mehrzahl stiller Beobachter, genau wie ich. Viele verlassen diese Sammelzentrale des Glücks unglücklich, das liegt daran das es in dieser Einrichtung Spielregeln gibt, denen du dich unterwerfen musst. Entweder man wiegt seinen Körper im Rhythmischen Takt, oder man schüttet diese merkwürdige Zeug in sich hinein, um dann taumelnd diese Sammelzentrale des Glücks zu verlassen. Da ich ein Glück ohne Spielregeln suche, verlasse ich diese Sammelzentrale, in der Hoffnung das wahre Glück woanders zu finden.

                   Epilog

„Das Glück ist ein Schmetterling. Jag ihm nach und er entwischt dir, setz dich hin, und er lässt sich auf deiner Schulter nieder“ (aus „Gib deiner Seele Zeit ” von Anthony de Mello)

Wir wollen mehr Erfolg, mehr Geld, mehr Freunde, mehr Liebe. Alles Wünsche, um dem höchsten aller Lebensziele näherzukommen: Dem Glück. Jeder will es, aber keiner kann es dauerhaft an sich binden. Schon Aristoteles wusste: Alle Menschen wollen glücklich sein. Das Streben nach Glück sei der eigentliche Sinn des Lebens, schreibt der Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, 1930 in seiner Schrift „Das Unbehagen in der Kultur. Es ist als individuelles Freiheitsrecht sogar in der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika festgeschrieben. Gibt man das Wort „Glück“ bei Google ein, erhält man mehr als 114 Millionen Einträge. In Amerika steht die Wiege der Glücksforschung, was daran liegt, dass in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1794 das Streben nach Glück, „persuit of happiness“ als ausdrückliches Menschenrecht verankert wurde das ist einmalig in der Welt. So beschäftigt sich u.a. Mihaly Csikszentmihalyi, Professor der Psychologie an der University of Chicago, seit Jahrzehnten mit der Erforschung des Glückes. Er konnte beweisen, was viele längst ahnen: Glück lässt sich nicht kaufen. Wer glaubt, ein Lottogewinn und ein Leben in Luxus seien eine Garantie für ein glückliches Leben, der befindet sich heftig auf dem Holzweg. Das große Geld erleichtert das tägliche Leben beträchtlich, als verlässlicher Glücksbringer ist es untauglich. Der Forscher Csikszent Mihalyi stellt in seinem Buch „Flow – das Geheimnis des Glücks“, eine Theorie auf, die er das „Flow-Konzept“ nennt. Flow bezeichnet einen Zustand, in dem man eins ist mit sich und seiner augenblicklichen Tätigkeit, in seinem Tun versinkt, sich selbst und die Zeit nicht mehr wahrnimmt. Und eigentlich kann jeder dieses tranceartige Glücksgefühl erleben, ob Fließbandarbeiter oder Banker. Es entstehe immer dann, wenn man ausdauernd und erfolgreich ein selbstgestecktes Ziel verfolge, so Herr Csikszent Mihalyi. Dem heutigen Zeitgeist entsprechend zwingt die junge Generation das Glück in eine eher simple Formel: Spaß haben, gut drauf sein, Party machen. Daran erkennt man unschwer, Glück ist nicht gleich Glück. Was für den einen die Seligkeit auf Erden ist, z.B. das Beschneiden der selbst gezüchteten Rosen, bedeutet für den anderen die pure Langeweile. Sehr viele Menschen erhoffen sich von der Liebe das große Glück und müssen oft erfahren, dass sie auf Dauer diesen Anspruch nicht erfüllt. Auch Kindersegen hat seine Schattenseiten, wobei die glücklichen Momente mit dem Nachwuchs wohl überwiegen. Daraus ergibt sich, dass Glück ein eher flüchtiges Phänomen ist: Euphorische und innigste Gefühle lassen sich nicht über Stunden, Tage oder gar Jahre in gleicher Stärke empfinden, ihre Intensität ginge unweigerlich verloren. Dauerndes, gleichbleibendes Hochgefühl ist demnach ausgeschlossen, denn der Organismus gewöhnt sich mit der Zeit an jeden Zustand und stuft ihn runter, z.B. als ein zufriedenes Gefühl. Jeden Tag Kaviar essen und dazu Champagner trinken zu müssen, würde sicher bald den sehnlichen Wunsch nach Currywurst oder Erbsensuppe wecken. „Auf die Dauer nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an", sagte der römische Kaiser Marc Aurel. Das stimmt, wenn es ums Glück geht. Wer die Welt mit positiven Augen sieht, sich häufiger das Schöne im Leben bewusstmacht, ist glücklicher. Aber Menschen, die eher griesgrämig durchs Leben gehen, können lernen, ihr Gehirn auf "Glück" umzuprogrammieren. Denn gute Gefühle sind kein Zufall, sondern die Antwort unseres Gehirns und Körpers auf einen Reiz. Gezielt Situationen und Erlebnisse zu suchen, die man als schön und positiv empfindet, macht auf Dauer glücklich. Für die einen ist das Sport, für das andern Zusammensein mit Freunden, Kochen oder Reisen. Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg, glücklich zu werden.Schon bald werden wir unsere Reise fortsetzen um uns weitere Wege anzuschauen.


© J./Laß


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