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Gedanken zum Karfreitag 2024

Gedanken zum Karfreitag 2024

Karfreitag, stiller Freitag es scheint, als wäre es so. Die Kirchenglocken schweigen. Es ist gesetzlicher Feiertag noch! Vielleicht denke ich es nur, weil viele Menschen in den Osterurlaub gefahren sind. Es ist auffallend ruhig heute Morgen, kein Verkehr, nur die Vögel sind so früh wie sonst auch sie singen und krähen wie immer.Im Fernsehen gestern waren junge Leute zu sehen die dafür demonstrierten, dass sie auch an einem Karfreitag tanzen wollen. Geht es nicht mal einen Tag ohne? Unsere christlichen Werte sind in der Bevölkerung schon lange nicht mehr so verankert. Der Begriff Christentum scheint total aus der Mode gekommen zu sein.

Als Kind habe ich noch das Religionsbuch gehabt und die Geschichten darin gelesen. In der Schule, im Elternhaus dort waren die Feiertage noch in ihrer Bedeutung sehr klar begangen worden. Der Kirchgang gehörte pflichtgemäß dazu ebenso der Empfang des Abendmahles eine symbolische Handlung zur Erinnerung an den Vorabend der Passion. Meine katholische Großmutter nahm mich in der Osternacht mit in eine Messe.Die Auferstehungsmesse sie wurde prächtig begangen und machte mir großen Eindruck. Ich habe noch die Gesänge im Ohr, als das Kreuz bedeckt mit einem schwarzen Tuch in die Kirche getragen wurde und das Tuch entfernt wurde.Dann wurde gesungen: Das Grab ist leer, der Held erwacht, --- -!" Hat sich wirklich alles so ereignet, wie in der Bibel beschrieben?

Viele Ereignisse und Begebenheiten sind heute durch archäologische Befunde bestätigt. So fand man einen Beweis für die Praktiken der Kreuzigung, an einem mit einem Nagel durchbohrten Fußknochen. Als die Evangelisten alles niederschrieben, waren die Ereignisse lange vorbei, also sind zeitliche Verschiebungen durchaus denkbar, ohne dass man von einer Lüge sprechen könnte. Und nicht alle Evangelisten waren Jünger Jesu. Es waren auch Nachfolgegenerationen, die ihren Glauben verbreiteten.Wir wissen heute und erleben es selbst, dass Menschen, die Geschichten und Erlebnisse weiter erzählen, immer andere Schwerpunkte setzen. Was dem einen wichtig war, ist dem Anderen unwichtig, er erzählt die gleiche Geschichte mit Inhaltsverschiebungen, die nicht als Lüge zu bezeichnen sind.

Ändert es was am Wahrheitsgehalt der biblischen Geschichten? Die Evangelisten waren auch Kinder ihrer Zeit und haben vieles so erklärt, wie sie es verstanden und wie ihre Mitmenschen es damals verstehen konnten.Und die Auferstehung für die meisten Menschen undenkbar. War Jesus wirklich tot gewesen oder durch die Qualen der Folterung und dem Flüssigkeitsmangel nur so weit in der Bewusstlosigkeit, dass man geringe Lebenszeichen mit damaligen Mitteln nicht erkennen konnte?

Hatte er sich nach drei Tagen erholt, in denen man dachte, er wäre tot? Begraben wird im Nahen Osten noch immer sehr früh nach dem Versterben, wohl einerseits religionsbedingt, andererseits auch aus der Tradition der so viel wärmeren Länder heraus. Fragen über Fragen stellen sich. Ist darum alles Quatsch was in dem alten Buch steht? Nein, man muss die Essenz daraus ziehen und die Lehren finden, die uns vor so langer Zeit gegeben wurden und die heute noch gültig sind, die nur viele Menschen nicht mehr kennen und annehmen können und wollen.Auch ich habe damals schon gezweifelt und mir Fragen gestellt, die niemand beantworten konnte. und doch haben sich Wertvorstellungen in mir so eingeprägt.

Längst bin ich kein unkritischer Kirchgänger mehr. Zu viel Menschliches hat sich in den Kirchen ereignet, sind unsere Pastoren noch Vorbilder in ihrem Lebenswandel? Das würde den Glauben erlebbarer und glaubwürdiger machen. Leben sie das noch in den Pfarrhäusern, was sie predigen?Menschen sind kritischer geworden, die Erwartungshaltung der Menschen ist eine andere als früher, wo die Kirche auch große Macht ausübte, indem sie auch mit der Angst vor dem Teufel, Fegefeuer und Hölle arbeitete.Und doch gab es schon immer Menschen, die darauf pfiffen und der Gesellschaft schadeten.

Als ganz junges Mädchen war ich mal in einer Landesschule vom deutschen Roten Kreuz auf einem Lehrgang. Damals hatten wir im Gespräch mit einem leitenden Arzt schon viele Beschwerden gegen unsere Leitungen vorgebracht. Der alte weise Mann prägte damals einen Satz, der mir nicht aus dem Kopf ging: Wo Menschen sind da menschelt es halt!"Und sind nicht unsere Pastoren auch Menschen mit allen menschlichen Fehlern?Sicher, es gibt sie noch, die vorbildlichen religiösen Lehrer, die ihren Glauben so leben, dass die Gemeinde es annehmen kann. Aber es werden weniger. Die Verwaltungen und Pfarrämter haben sich mit ihren Mitarbeitern so verändert. Es sind reine bürokratische Strukturen geschaffen worden.

Immer mehr haben sich Elternhäuser nicht mehr fähig gesehen, ihren Kindern einen festen Glauben zu vermitteln, dennoch halten viele an den überlieferten Riten und Symbolen, wie Taufe, Konfirmation, Kommunion, Trauungen, Bestattungen fest. Von erzieherischen Versäumnissen in dem Thema kann ich mich als dreifache Mutter nicht ausnehmen.Mein Elternhaus war wohl so erzieherisch unterwegs, dass sie viel mit Strafen und Drohungen arbeiteten und doch, mein Widerstand wurde nicht gebrochen. Ich wurde kritisch und hinterfragte alles. Wurde der Druck noch höher, zog ich mich in mich selbst und meine Gedankenwelt zurück.Aber ich bin doch Christin geblieben zwar nicht buchstabengetreu, nicht, indem ich schön brav jeden Sonntag in die Kirche gehe, aber in meiner Haltung doch noch immer die, einer Gläubigen, weil ich mit meinem Glauben auch wunderbare Erfahrungen gemacht habe.

Nein, wenn es arg wurde im Leben, hat mir der liebe Gott die Probleme nicht gelöst, mir aber den Weg gewiesen, wie ich sie lösen konnte, mich gestärkt und behütet. Das durfte ich immer spüren.Und ich brauche am Karfreitag keinen Trallafitti, mich stört es schon, dass im Rundfunk nur noch englisch sprachliches Gedudel und Gebrülle gesendet wird.

Aber das Radio, hat wie das Fernsehen einen AUS-Knopf Und die Tageszeitung, die überwiegend Negatives berichtet, kann man den Igeln unterlegen, dass sie darauf ihre Ausscheidungen platzieren und damit ihre Meinung bekunden. Zu irgendwas muss die Zeitung ja nützlich sein. Ja und der Computer, auf dem sich so viele Negativmeldungen sowohl aus dem Tierschutz wie aus der Politik häufen alles kann man abstellen und Frieden suchen und finden ob in der Kirche oder in der freien Natur. Auch der Wald kann eine Kapelle sein.


© Karin Oehl


 

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