Frühlingsahnen..

Frühling lässt sein blaues Band nun, wir haben erst Anfang Februar. Im milden Rheinland aber lässt der Frühling schon grüßen. Die Schellglöckchen blühen ja schon eine Hyazinthe steckt ihre Blüten raus. Die Scheinquitte zeigt erste Blüten, Winterlinge in großer Zahl blühen im Garten. Natürlich auch die Christrosen. Und der Boden beginnt so anders zu riechen, nach Frühling und nicht so nach vergehen wie im Herbst trotz seiner schönen Farben.

Die Menschen begegnen sich wieder mit anderem Gesichtsausdruck. Hier und da kommt ein freundlicher Gruß von Radfahrern, wenn sie sehen, dass man die Hunde rannimmt, von Hundebesitzern, wenn die Hunde friedlich miteinander spielen. Wenn die Sonne durch die noch blätterlosen Bäume scheint, die Vögel schon beginnen, Nester zu bauen und ihr Revier durch ihren Gesang zu markieren dann kann der Frühling nicht mehr so weit sein. Holunder zeigt nicht nur Knospen, sondern längst erste Blätter. Es ist so schön mit fröhlichen Hunden durch die Welt zu gehen durch den Wald zu gehen.

Heute ist ein trüberer Tag, der Spaziergang fällt nicht so weit aus, Sprühregen macht es auch nicht angenehmer, dennoch - -- - - Solche Tage werden noch manche folgen. Dennoch es geht weiter, die Natur erwacht. Gehen wir mit offenen Augen und Ohren raus. Nehmen wir das Wiedererwachen ganz in uns auf und freuen uns an den kleinen Zeichen. Da kommt mir ein Gedicht in den Kopf: einzelne Passagen kenne ich auswendig, aber nun plagt es mich, mein alter Kopf gibt es nicht mehr her. Wie gut, dass man im Internet alles findet aufs Stichwort. Und darum möchte ich Euch allen dies alte Gedicht nicht vorenthalten:


Emanuel Geibel (1815-1884)


Hoffnung
Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muß d o c h Frühling werden.

Und drängen die Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.

Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht
Kommt doch der Lenz gegangen.

Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf,
Und möchte vor Lust vergehen.

Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren,
Und läßt die Brünnlein rieseln klar,
Als wären es Freudenzähren.

Drum still! Und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden;
Es ist ein großer Maientag
Der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll' auf Erden,
Nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muß d o c h Frühling werden..


Jeder Tag bringt uns dem Frühling näher, das Herz geht auf. Das letzte Jahr und der Anfang dieses Jahres haben uns viel abverlangt, uns Herausforderungen geschickt, die nicht ohne waren. Nun sind viele Termine abgearbeitet, Die neuen Termine sind nicht so dicht gedrängt und bringen uns hoffentlich keine bösen Überraschungen mehr. Viele Feiertage liegen hinter uns, etliche vor uns, aber jetzt erst mal sind wir vom erwachenden Frühling so positiv beseelt und genießen jeden Tag, der Neues bringt.

 © Karin Oehl


 

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