November

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November – kurze Tage, grauer Himmel, Laub fällt, es regnet häufiger aus tiefhängenden Wolken, die sich mit denen der Kraftwerke verbinden und den Himmel verdunkeln. Tage des Totengedenkens. Die Heizungen müssen laufen, es ist kühl geworden, manchmal schon kalt und früh ist manchmal Raureif auf den Dächern, die Menschen müssen die Autoscheiben frei kratzen.

In unserem Garten kämpfen sich die letzten Rosen ans Licht.

Büsche zeigen die ersten Knospen und damit die Hoffnung auf ein Weiterleben.

Vögel –viele Vögel suchen vermehrt die Futterstellen auf.

Unsere Hunde mögen morgens die Morgenrunde nicht mehr so freudig gehen. Alters- oder Wetterbedingt?

In den Geschäften schon lange – Weihnachtsartikel –von uns konsequent ignoriert.

Vor dem 1. Advent gibt es keinen Stollen, keine Spekulatius, (wohl aber selbst gesammelte Nüsse und auch Erdnüsse.)

Statt Weintrauben und Pfirsiche gibt es vermehrt Äpfel und Clementinen und Apfelsinen als Obstmahlzeit.

Auch daran merken wir, welche Jahreszeit wir haben.

Und die Gedanken fliegen –zu denen, die wir liebten, die nicht mehr bei uns sind, Verstärkt sind im Briefkasten Briefe mit schwarzem Rand und natürlich Köttbriefe-(Bittbriefe um Spenden)

Alle kann man gar nicht bedienen, so wichtig ihre Anliegen auch sind. Manchmal bin ich sauer. Da schicken sie unaufgefordert Karten und div. Werbeartikel.

Das kostet doch auch eine Unmenge Geld, die sie besser in ihre Anliegen investieren sollten. Solche Bittsteller laufen bei mir grundsätzlich ins Leere.

Wir sind alt geworden, wollten uns ein wenig mehr zurückziehen, nicht mehr so viele Stacheltiere versorgen. Ich sehe so viel Arbeit, die liegen geblieben ist, die danach schreit, endlich mal erledigt zu werden.Man sagt mir nach, ich könnte nicht NEIN sagen.

Stimmt!

Aber es sind zu wenige qualifizierte Hilfsstellen zu finden und die Not der kleinen stacheligen Kulturfolger ist so groß. Viele Menschen versuchen zu helfen, ihnen fehlt die Sachkunde guter Wille genügt nicht und so werden noch immer viel zu viele Tiere in guter Absicht tot gepflegt.

Tierärzte und Tierpfleger werden zu dieser sehr speziellen Tierart nicht ausgebildet und da sie mehr Flöhe als Mäuse (Geld) In die Praxis bringen und durch ihr Einrollverhalten auch keine kooperativen Patienten sind, ist das Interesse an ihnen und einer Weiterbildung gering, obwohl der Igel das am häufigsten in der Tierarztpraxis vorgestellte Wildtier ist. Tierheime nehmen nicht auf oder sind nicht qualifiziert, das sind Einrichtungen für Haustiere, nicht für Wildtiere.

Andere Menschen wollen helfen und finden niemandem. der ihnen hilft

Wir sind in mehr als 40 Jahren so bekannt geworden, dass man uns noch immer kontaktiert trotz offizieller Schließung der Station.

Also: fühle ich mich in die Pflicht genommen und das Tier, das hier gemeldet ist, wird aufgenommen.

Mein Satz: Es gibt auch in der Psychiatrie eine geschlossene Station, die voll ist und so geht es mir auch!

Wie heißt es in dem Gedicht der Zauberlehrling?

Die Geister, die er rief, wird er nun nicht wieder los.

Will ich sie wirklich loswerden?

Haben sie mir neben unendlich viel Arbeit und auch Wut und Traurigkeit nicht auch viele Erfolgt, nette Kontakte und mehr beschert? So eine öffentliche Anerkennung, die auch meinen mahnenden Worten mehr Gewicht verleiht.

Dennoch –es treibt mich um, dass diese wunderbaren kleinen Kulturfolger es in unserem Umfeld so schwer haben.

November –HOCHZEIT der Igel Not

Hochzeit der Aufnahme kranker Tiere.

Hohe Zeit der Arbeitsbelastung, die das Novembertief aber besser ertragen lässt als Langeweile.

Langeweile? Ist das was zum Essen? Ich kenne das Wort, aber den Zustand nicht, Im Gegenteil.

Zu gerne würde ich mal meinen Haushalt besser auf Vordermann bringen. Ich bin alt geworden, auch wenn die Zeit reichen würde, die Kraft reicht nicht mehr.

Ob es mir mal geht, wie einer Kollegin, dass der Schöpfer mir mal das Heft aus der Hand nimmt?

Vorboten hat er bereits genug gesendet. Will ich nicht hören und sage: Ich höre, aber ich kann nicht folgen?!

November –die Gedanken fliegen. Fliegen sie in die falsche Richtung?

Schluss mit der Nachdenklichkeit –ran an die Arbeit, sie muss getan werden. Punktum.

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© Karin Oehl

amanfang 2 270

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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