
Es ist so unglaublich! Täglich sehen wir Neues in der Natur.Die Bäume bekommen bis an die Spitze ihr hellgrünes Laub, der Ahorn blüht. Es tut gut, bei hellem Sonnenschein, aber auch im Schatten zu gehen. Die Sonne hat schon so viel Kraft.Die Buschwindröschen und das Scharbockskraut weichen, wenn die Belaubung zunimmt. Grasnelken ersetzen die weiße Pracht. Auch sie wird es nicht ständig geben. Gundermann und Männertreu und an einigen Stellen das Wiesenschaumkraut blühen – ja, auch Weißdornsträucher. Und wie sie duften!Storchenschnabel, Löwenzahn, Weißdorn, Aronstab.Und der Bärlauch blüht – diese hübschen weißen Blüten und der zarte Knoblauchduft verzaubern mich.In den großen, tiefen Pfützen ist aus dem Froschlaich eine muntere kleine Bande von Kaulquappen geworden. Hoffentlich schaffen sie ihre Metamorphose vom Wassertier zum Landtier.Die wilden Kirschen sind verblüht; wie Schnee rieseln die Blütenblätter auf den Waldboden.
Und so viel anderes ist auch zu finden: Vogelmiere zum Beispiel, Brennnessel, aber besonders auch die gelben, weißen und roten Taubnesseln sind in voller Blüte.Im Wald singen die Vögel, die Insekten brummen. Die ersten Mistkäfer laufen auf den gefährlichen Fußwegen auf der Suche nach ergiebigen Pferdeäppeln. Ich hebe sie auf und bringe sie weg vom Weg – sie sollen abends wiederkommen, wenn kein Rad, kein unbedarfter Fußgänger mehr unterwegs ist. Ihre geliebten Pferdeäppel sind dann sicher noch da.Es treibt mich täglich raus, auch wenn die Knochen wehtun. Die Gehstrecke bei meinem Mann und mir wird zwar immer kürzer, immer mehr Pausen müssen wir einbauen – mal auf umgestürzten Bäumen, mal auf Bänken und, wenn es sein muss, auch auf dem Rollator.Die Hunde sind unsere Trainer. Könntet ihr erleben, wie viel Lebensfreude von ihnen ausgeht, obwohl sie bereits ein biblisches Alter erreicht haben.
Die Luft ist noch so angenehm, nicht zu heiß und nicht so, dass man frieren müsste. Es ist einfach meine Jahreszeit. Davon muss ich schwärmen und euch erzählen.Das Bild im Anhang zeigt blühenden Gundermann.Meine stacheligen Wintergäste sind inzwischen in die Freiheit entlassen worden.Mögen sie ihre zweite Chance bekommen, ein artgerechtes Leben zu führen und ihr biologisch vorgeshenes Alter in Freiheit zu erreichen. Das ist mein Wunsch.Bei all den schlimmen Meldungen in den Medien, bei aller Not in der Welt für Mensch und Tier tanken wir auf, erholen uns bei unseren täglichen Gängen – besonders bei dem derzeitigen Traumwetter.
© Karin Oehl

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