Der Weg des einsamen Poeten

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Als er mit festem Schritt, durch jene Menschenschar stolzierte,
Und jeder zweite Blick, auf ihm zu haften schien,
Weil ihn ein eleganter, teurer Anzug zierte
Und sein charmantes Aussehen zierte ihn.

Die schwarzen Schuhe, glänzten in der kühlen Sonne,
Jackett und Hose, ordentlich gebügelt.
Er könnte gleichen, jeder weiblichen Ikone,
Er glitt hinweg, als wäre er beflügelt.

Doch hinter dieser strengen, klemmenden Fassade,
Verbarg sich jener Kern, aus Stil und Klassik.
Geöffnet war des Kragens Akkolade,
Sein Kiefer kantig, sein Körper stark und massig.

In seinen Augen, sah man Sicherheit, Entschlossenheit,
Die starken Hände, wiesen viele Narben auf.
Man sah viel Leid, hinter der Maske der Gelassenheit,
Er schien viel zu verkraften, in der Zeit dem Lauf.

Hinter der Maske, aus kräftigen, kantigen Zügen,
War die Wärme und Weichheit zu spüren.
Er war ehrlich. Er würde nicht lügen.
Doch er konnte leicht Frauen verführen.

Als er sah sie, im Sturm der Menschenwellen,
Genauso wie die Sonne; so einsam alleine.
Er konnte sich für sie, ins Feuer stellen;
Die Seele für sie opfern, würd' er seine.

Was sollte er denn tun? Vergessen und entfernen?
Doch ihr Abbild, sich im Herzen eingeprägt.
Und dann beschloss er fest, zu greifen nach den Sternen;
Er spürte wie die Liebe, ihn zum Glücke trägt.

Er folgte ihr in das Café. Der Name, voller Ironie;
In Leuchtbuchstaben stand „l’amour“.
In dem Café, war er zuvor noch nie;
Sein Geist durchlief, der Zweifel Parcour.

Er trat hinein, und all der Lärm verstummte
Und alle blieben sitzen; keiner schaute hin.
Man hörte nichts. Nur Bachs Musik, die leise summte,
Er spürte wie Unruhe, überflutet ihn.

Er sah um sich und sah allein sie sitzen,
Erleichterung ersetzte Kummerflut.
Er sah nun Trauer, in ihren Augen blitzen,
Oder waren das Tränen, auf ihrer Augen Glut?

„Darf ich mich hier, zu ihnen setzen?“,
Er fragte nett, als er zum Tische trat.
„Sie woll’n mich doch, nicht etwa auch verletzen?“,
Sie fragte ihn, ganz trocken und ganz matt.

„Doch schlimmer, kann es sowieso nicht werden,
Du kannst dich setzen, wenn du’s wirklich willst…
Die Männer, sind das schlimmste auf Erden,
Genau wie wenn du Kinder, mit Maschin’öl stillst“.

Und so vertieften sich die Beiden bis zum Schluss,
In dem Gespräch, so tiefgründig und ehrlich.
Doch als der Abschied war gekrönt von einem Kuss,
Ihm schien ihr Trauen an ihn, schier unerklärlich.

Doch hatte er eine Servierte, mit der Nummer
Und einen schönen Satz: „Ich liebe dich.“
Und mit dem Tag, vergangen schien ihr Kummer,
Weil er in ihrer schweren Zeit, nicht von der Seite wich.

Er hatte so ein Tagesende, nie erwarten können,
Drum ging nun, durch jenen Kuss nur motiviert,
Er wollte sic das Glück nur ein Mal gönnen.
Er wollt’ vermeiden, dass er sie verliert.

Als er erzählte seinem Freund, von seinem Glücke,
Dann sagte er nur lächelnd, laut zurück:
„Wenn du damit erfüllst, des Lebens einzige Lücke,
Dann will ich nicht im Wege stehn’, zu deinem Glück.“

Und so ging nun der junge Mann am nächsten Morgen,
Voll Inspiration, zu dem Café, vom letzten Tage.
Doch wusste er noch nichts, von jenen Sorgen,
Die überwiegen jene Schale auf der Waage.

Sie sagten sich erneut die Liebesschwüre,
Wie gestern Abend, am Ende jenen Tages.
Er hätte nie gedacht, dass sie etwas im Schilde führte
Und das er selbst, Geständnis abgibt, wages.


Und nun so, Tag für Tag, sie kam’n sich näher,
Und jeden Tag, er trug die gleichen Sachen.
Er merkte auch, sie wunderte sich eher,
Und sah das Feuer Neugiers, in ihr entfachen.

Doch eines Tages, hielt sie dem Innendruck nicht stand
Und fragte ihn: „Wieso trägst du es immer?
Bei dir die Kleider, müssen schwappen über Rand,
Doch du trägst nie etwas Neues. Nimmer!“

In dem Moment, als sie ihn fragte,
Er lief vor Scham mit Farbe an.
Er hätte nie gedacht, dass er es wagte,
Aber sie würde es erfahren, irgendwann.

Er wusste, nur sie Wahrheit kann ihn retten,
Drum sammelte er all sein Mut zusammen.
Und dann zerriss er jene Lügenketten,
Um zu berfrei’n der Wahrheit, Samen.

„Nun, das Kostüm hab’ ich vom Freund bekommen,
Damit ich zur Beerdigung, was tragen kann.
Und danach, habe ich mir vorgenommen,
Es ihm zurückzugeben, irgendwann.

Doch dann… Ich sah dich einsam und alleine,
Im Abendsonnenschein, ein Engel gleitend.
Der schlanke Körper, lange schöne Beine,
Die blonden Haare, sich auf den Schultern weitend.

Die blauen Augen, getränkt mit klaren Tränen,
Die liefen deine roten Wangen runter
Und hinterließen im Gesicht, getönte Strähnen.
Dabei ging auch mein Herz mitunter.

Ich dachte zwischen uns sei wahre Liebe
Und wie viel Geld ich habe, spiele keine Rolle.“
„Ich kannte viele Männer. Alle waren Diebe;
Es ging nur um mein Geld, da jeder es mir nehmen wolle.“

„Doch sag mir, wenn es mir allein um deine Gelder ginge,
Wozu ich meine Seele geben kann, als Pfand,
Wieso hab’ ich gekauft uns, goldne Ringe,
Um dich zu fragen, nach deinem Herz und Hand?“

Verblüfft, sie schaute ihm, in seiner Augen Meere.
Das kann doch nicht ihr Ernst gewesen sein!
Und zwischen ihnen unterbrochen war die Fähre,
Doch seine Absichten, warn’ kristallrein.

„Doch bevor ich gehe, sage mir nur drei-vier Sachen.
Wer bist du eigentlich, wieso hast du gelogen?
Wie willst du weiterleben und was willst du machen?“
Und ihr Gesicht, von Mitleid und von Wut verzogen.

„Ich bin nur ein Poet. Ein armer Dichter.
Und falls, mit meiner Liebe, ich etwas verbrochen,
Dann soll mich verurteilen, ein herzblinder Richter,
Dem noch niemand hat Treue versprochen.“

Jesus trug nur sein Kreuz; die Form seiner Liebe,
Die Liebe zu Menschen, zu seinesgleichen
Der Impuls dieser Liebe, erklang in jenem Hiebe,
Mit dem Nägel drangen, durch den Körper, weichen.

Doch sie wollte ihn nicht hören und ließ ihn allein zurück.
Für ihn schien die Welt am Ende angekommen.
Doch er glaubte an Gott und somit an zweites Glück
Und sie, erschien nach Zeit, verschwommen.

Die Jahre schwanden, der Dichter wurd’ bekannter
Und eines Tages, kam zu ihm die Frau, die seine Gattin werden sollte.
Obwohl vom ersten Blick, die Frau erkannt’ er,
Doch schien es so, als ob er sie vergessen wollte.

In ihren Augen, sah man Reue und Verluste;
Im Lauf der Zeit, hat sie sehr viele Männer ausgenommen.
Sie war dran’ Schuld. Und das, obwohl sie’s wusste,
Doch hat sie keine Besserungen vorgenommen.

Ich werde hier nicht schreiben, welche Worte fielen;
Es waren Meere, aus Verlust und Tränen.
Sie war nicht durch die Liebe verlobt, mit all den vielen,
Nur nach dem Geld allein, sie konnt’ sich sehnen.

Und nun sie kam, den Würmern ähnlich kriechend,
Zu ihm zurück, erniedrigt, schamvoll, peinlich.
Denn wie ein Hund sein Essen, Geld sie riechend,
Zurück zu ihm gerannt, so schnell, erstaunlich.

Doch als sie weinend flehte auf den Knien
Und er mit kaltem Blick, auf sie hernieder schaute,
Er sah noch mal, die alte Zeit, an ihm vorüberziehen
Und spürte wie die Wut in ihm, zum Kloß sich staute.

Und dann, trat eine Engelsgleiche Siluette,
Ins Licht, der langen, blass leuchtenden Kerzen.
Ihr schlanker Hals, geziert von einer dünnen Kette,
Mit einem Stück, eines gebrochnen Herzens.

Auf ihrem schmalen Finger, das Gold im Lichte glänzte,
Genau wie bei der stolzen, männlichen Gestalt.
Er sie, sie ihn, wie jene Herzstücke ergänzte;
Sie waren nun, in Treueschwurs Gewalt.

„Sie wollte mich, doch du, nur meine Gelder.
Von nun an, sind wir in des Glückes Bann,
Als ich traf sie, wie dich, in Mitten der Menschenwälder;
In ihren Augen sah ich, dass ich ihr vertrauen kann.“

Alle Liebesschwüre, alles außer Bedeutung.
Vergessen und bedeckt, vom grauen Lügenschleier.
Behindert er, die Gotteszeichen-Deutung
Und macht das Leben, zur unendlichlangen Leier.

Der Krug der zerfällt, in viele scharfe Stücke.
Vergießt der Liebe, roten süßen Wein.
Zerstört die jene Ernte, die ich pflücke,
Befreit er jedoch, vor Beschmutzung, Glaubensschrein.

Sie ist gegangen. Und im Gesicht genau wie damals,
Die dunklen Strähnen; Verzweiflung, Fehler, Schmerzen.
Die jedoch schwanden, dank eines Todes-Unfalls;
Das Lebenslicht, auch ihr, erlöscht im Wind wie Kerzen.

In seiner Seele, schlichen leise schwarze Schatten.
Der Zweifel nistete sich tief, in seinem herzen ein.
Für ihn war’n Menschen, schlicht und weg, nur Ratten.
Er wollte wissen; war denn ihre Absicht rein?

Und eines Tages, als alles abgesprochen und bereit,
Er kam zu seiner Gattin; schweren Herzens sah er aus:
„Es tut mir leid, mein Schatz. Es ist soweit.
Wir sind bankrott, anscheinend, meine Maus.“

Er hatte es am wenigsten erwartet, doch nach ein Paar tagen,
Er wachte auf, in seinem Haus, allein.
Wie konnte sie? Wie konnte sie es wagen?
Wie konnt’ sie so gemein gewesen sein?

Ergriffen von der Gier nach Geld und Reichtum,
Erkennen Menschen nur den preis und nicht den Wert.
Im Bad im Geld, wird jenes Stück der Seele krumm,
Das nach dem Tode, in die Hölle fährt.

Er wollte sie nur testen, auf die versprochne Treue
Und sehen, was der Grund war, für die falsche Ehe.
Und überkam ihn, das tödliche Gefühl der Reue
Und flog vom letzten Ast, die letzte Krähe.

Die Menschen, unverständlich, gierig, süchtig.
Nur wenige von uns, versteh’n zu leben.
Vernunft, verstand, sie überströmt nur flüchtig,
Sodass der Pegel, kann sich nicht mehr heben.

Das Haus steht leer, das Dach im Wind zerfällt
Und alle Blumen sind vertrocknet in den Beeten.
Er schlug den Weg ein, den Weg der ihm gefällt.
Er ging den Weg, des einsamen Poeten.

amanfang 2 270

Login (2)

für registrierte Benutzer

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  amanfang270