Unterwegs bin ich –
auf dem Weg, **Mensch zu werden**.
Ich gehe durch mein eigenes Dunkel
und merke, wie jeder Schritt
mich ein wenig wahrer macht.
Ich begegne mir selbst
in meinen Brüchen,
meinen Hoffnungen,
meinem Noch‑Nicht.
Und ich begreife:
Nichts an mir ist fertig,
aber alles ist möglich.
Ich nehme Abstand
von dem, was mich klein hält.
Nicht aus Flucht,
sondern weil ich spüre,
dass Neues nur dort wächst,
wo ich atmen kann.
Ich fühle meine Grenzen,
die Müdigkeit,
den Verlust,
das Schwanken.
Und gerade dort
öffnet sich ein leiser Raum,
in dem ich verstehe,
was mich trägt.
Unterwegs bin ich – immer unterwegs.
Ein Werden zwischen dem, was war,
und dem, was werden will.
Manchmal bin ich Rastplatz
für einen anderen,
manchmal Wegweiser.
Beides gehört zu mir.
Ich komme an,
und breche wieder auf.
Zwischen Irrtum und Einsicht
finde ich meine Richtung.
Und im Unfertigen
erkenne ich mich selbst.
© J. Laß
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