Manuel - Göpferich

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geboren 1988  in Bruchsal
(Kraichgauer Hügelland)

Im Alter von fünfzehn Jahren begann er seine ersten Gedichte zu schreiben, von denen einige später in einer österreichischen Literaturzeitschrift erschienen sind.

 Vor seiner mittleren Reife drückte er seinem Klassenlehrer eine Mappe mit Texten (Gedichten und Fabeln) in die Hand. Beim Schulabschluss erhielt er dafür einen Deutschpreis.

Nun begann für Göpferich die Ausbildung zum technischen Zeichner.
Strenge Vorgesetzte und ein hartes Betriebsklima weckten in ihm den Willen zum Widerstand.
So begann Göpferich wieder zu schreiben.

2006 fuhr er zum einem Schreibseminar nach Bad Kreuznach. Dort begegnete ihm der Schriftsteller Rüdiger Heins, der ihn in der Magister-Faust-Gasse anbot, Kreatives Schreiben bei ihm zu studieren. Göpferich sagte zu und wurde Student am Inkas – dem Institut für Kreatives Schreiben. In den Schreibseminaren übte er sich aber auch daheim dichtete er weiter.

Aus diesen neuen Texten, in denen er sich mit Kunst, Philosophie und dem Wesen Mensch beschäftigte, entstand das Buch „Die alltägliche Vernunft“.

2007 erschien das Buch beim Cenarius-Verlag in Hagen. Für diese Veröffentlichung erhielt er den Nachwuchspreis für Jungautoren des Cenarius-Verlages. Zudem gab Göpferich in Zusammenarbeit mit dem Lerato-Verlag eine Anthologie unter dem Titel „Philosophischer Garten“ heraus.

Seinen Lyrikband „Deutschlandbilder“ veröffentlichte er auf einer Hamburger Literaturplattform.

2009 kam „Grüne Windmühlen“ auf den Markt. Den Kurzgeschichtenband hatte Göpferich während eines Besuches bei einem Autor in Irland fertig geschrieben.

Im April diesen Jahres wird Göpferichs erster Roman mit dem Titel „Friedrichs Leidenschaften“ veröffentlicht werden. In diesem Roman skizziert er den (Leidens-)weg eines jungen Künstlers, der in einer Ausbildung gezwungen wird und für seine Kunst kämpfen muss. Dabei stehen die „Leidenschaften“ Kunst und Liebe höher als alles andere. Viel Autobiografisches verarbeitete Göpferich darin. Jedoch, Friedrich brach seine Ausbildung ab, Göpferich hat sie beendet.


Derzeit besucht er ein biotechnologisches Gymnasium in Bruchsal. Auch weiterhin wird er seinem Schreibthema „die Kunst und das Künstlertum“ treu bleiben. Seine Botschaft: Der Mensch soll seinem Wesen folgen. Der große Wille eines Menschen, ein Künstler zu sein und sein Publikum zu erreichen, kann sich erfüllen. Dafür bedarf es nicht nur einer  Begabung – ein starker Wille und Fleiß sind ebenso wichtig.

Versuch über einen jungen Dichter

Geschichten werden für die Ewigkeit geschrieben. Die Ewigkeit beginnt da, wo die Unendlichkeit aufhört. Oder wie sollte ich anders das Kommen und Gehen, das Werden und Vergehen beschreiben?


Manuel Göpferich ist ein Erzähler, ein junger noch dazu, dessen Geschichten ein Hauch von unendlicher Zeitgeschichte sind. Die Aktualität seines autobiografischen Empfindens ist gerade in der heutigen Zeit von großer Bedeutung. Ist doch sein vorliegendes Buch „Grüne Windmühlen“ auch ein Beitrag zur Annäherung von Mensch zu Mensch.

Der junge Dichter nähert sich einer Themenvielfalt an, die mich in ein tiefes Erstaunen versetzt. Da ist die verborgene Liebesgeschichte einer Frau mit einer Kreuzkette zu einem namenlosen Jüngling. Mit zarten Worten skizziert Manuel Göpferich eine atmosphärische Liebeslandschaft, die traurig, aber auch ermutigend zugleich ist.

Nicht umsonst gibt es die Metapher vom „Kampf der Geschlechter“. Ausgelöst durch die Begegnung von Achilles und Penthesilea im trojanischen Krieg. Achill tötet die Königin der Amazonen im Kampf um Troja. Die Blicke der beiden begegnen sich im Sterben Penthesilea: Und es beginnt eine unsterbliche Liebe.


So auch ist die Liebe der Frau mit der Kreuzkette zu ihrem namenlosen Freund zu verstehen. Die Weltliteratur kennt viele solcher unendlichen Liebesgeschichten. Denken wir an Shakespeares “Romeo und Julia“ – oder noch viel früher das Liebesepos „Leila und Madschnun“ des persischen Dichters Nizami.

Manuel Göpferich hat die Archetypen menschlichen Zusammenlebens literarisch durchlebt, durchlitten und aufgeschrieben, um ihnen im Ausdruck des Schreibens eine Form zu geben.

Leben schafft Leiden: Die Botschaft des Autors, der seine inneren kreativen Kontinente in Literatur transportiert hat.

Einige Jahre schrieb Manuel Göpferich im Verborgenen. Nur Familienangehörige wussten etwas von der wahren Berufung des Sohnes und des Bruders. Im Alltag erfüllte er bescheiden seine Aufgaben, um dann in der noch verbliebenen freien Zeit zu schreiben.

Wir begegneten uns zum ersten Mal im INKAS Institut für Kreaitves Schreiben in Bad Kreuznach. Damals kam ein junger Mann auf mich zu, von dem ich dachte: „So sieht also ein junger Dichter aus!“ Heute weiß ich, dass er wie ein griechischer Held durch literarische Kulissen gegangen ist. Er bat mich, seinen literarischen Weg ein Stück zu begleiten. Ich habe diese Begegnung bis zum heutigen Tage nicht bereut, denn Manuel Göpferich bei seiner literarischen Entwicklung begleiten zu dürfen, war mir (und ist es auch noch heute) eine große Ehre. Während seines Creative Writing Studiums am Institut begleitete ich unterschiedliche Passagen seiner autobiografischen Textentwicklung. Immer wieder überraschte er mich mit neuen Texten, deren Qualität immer besser wurde.

Eine gute Geschichte hört die ganze Welt. Diese indianische Weisheit ging mir bei unserer ersten Begegnung durch den Kopf. Heute, nachdem Manuel Göpferich sein Buchprojekt abgeschlossen hat, weiß ich, dass sie stimmt.


  Rüdiger Heins ist Autor und Dozent für Creative Writing am INKAS Institut für Kreatives Schreiben in Bad Kreuznach. Weitere Informationen über den Autor erhalten sie in den Websites: www.ruedigerheins.de
 Manuel Göpferich: Nur eine Maschine

Nur eine Maschine, sind wir das? So wie ein Uhrwerk, das ewig im gleichen Rhythmus tickt, existiert der Mensch. Jeder Herzschlag, jede Funktion im Körper hat einen kalkulierten Zweck. Wenn nun einmal nicht alles korrekt abläuft, sind wir dann menschlicher oder einfach nur eine defekte Uhr? Was fällt beim Betrachten einer Taschen-uhr auf?

Das runde Gehäuse fühlt sich praktisch an, wenn sie in der Hand liegt.
In der Sonne funkelt die gol-dene Ummantelung, doch all die Schönheit scheint vergessen, wenn die Zeiger die falsche Zeit angeben.
Warum macht sich ein Mensch Sorgen um die Zeit? Über gut und schlecht zu urteilen, können wir nicht darüber hinwegsehen?
Bleibt die Taschenuhr, so wunderschön und doch nicht mehr funktional.

Der subjektive Gedanke, die innerliche Wahrnehmung verändert die Be-trachtung. In einhundert Jahren hat sich die Uhr verändert. Der Zahn der Zeit, und doch hat jede Uhr etwas besonderes, besitzt Einzigartigkeit.
Wenn sie aber funktioniert, dann stört weder eine winzige Delle.
Ist der Mensch also auch mehr als nur eine Zusammenfügung von Nervenbah-nen und Gewebe? Umwelteinflüsse und Erfahrungen prägen das Wesen, ent-wickeln ein Individuum. Und was fängt er damit an, der Mensch?
Er handelt, er überlegt, er sucht nach einem Sinn und nach einem Weg.

eXperimenta 12/2007: Literarische Beiträge Seite 7

Aus allem heraus wachsen eine kritische Beobachtung und eine Vielzahl von Gedanken, anders als die Uhren, die so gleichartig produziert werden.

Der Text Nur eine Maschine ist ein Auszug aus dem Buch von Manuel Göpfe-rich: Die alltägliche Vernunft, Hagen (Cenarius) 2007. Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Manuel Göpferich aus Kraichtal ist ein hoffnungsvoller Jungautor, der durch sein Buch „Die alltägliche Vernunft“ und verschiedene Lyrikbände, sein literarisches Können bereits unter Beweis gestellt hat. Seine Stärken liegen in der prosaischen und lyrischen Auseinandersetzung mit sich, der Menschheit, und der Spiritualität. Er wird seinen Lesern noch viele spannende und nachdenkliche Stunden mit seinem Schreiben bescheren.

Ich freue mich schon auf seine entstehenden Werke »Grüne Windmühlen« –
Kurzgeschichten und sein Lyrikband »Feuer und Wasser.«


Manolo Link, geb. 1955 in Köln
Philosoph und Schriftsteller
Dublin, Irland


 Tagebucheintrag 18.12.07 - In Wiesbaden

Früh stehe ich auf, packe hastig meine Bücher und Werbezettel ein. Für heute bin ich als Studiogast angekündigt.
Diverse Konflikte mit meinem Vorgesetzten bereitete mir dieser Termin. Das Geschäft würde vorgehen, hat er mir am Vortag gesagt, und ich nahm dies hin, wissend dass er im Unrecht mit dieser Aussage ist. Reisen gibt mir viel, motiviert mich, weckt Ideen und inspiriert mich zu neuen prosaischen und lyrischen Texten.

Am Vormittag wandere ich durch die Stadt, suche ein Weihnachtsgeschenk für meinen Bruder; meinen Eltern habe ich bereits Bücher gekauft.
Danach besuche ich einen Weihnachtsmarkt; faszinierend sind die Gerüche – geschmolzener Zucker und Honigaromen. Um 12:00 Uhr herrscht reger Betrieb. Mehrmals sehe ich mir die Stände an.

Vor zwei Wochen erfuhr ich, was Weihnachtsmärkte für die Verkäufer bedeuten. In den Regalen einer Freundin meiner Mutter durfte ich meine Bücher anbieten. Diese Monotonie, von der ich dachte, sie würde sich nach einigen Minuten einstellen, gab es nicht. Selbst die Kälte störte nur wenig. Zwei Exemplare wurden innerhalb von zwei Tagen verkauft – dennoch ein Erfolg.

Der Grund für meinen Aufenthalt auf dem Marktplatz ist die evangelische Kirche. In jene trete ich ein, um behaupten zu können, etwas von Wiesbaden gesehen zu haben. Später erkenne ich meinen Willen, zu beten, den Herren um Segen zu bitten.

Meinen Vorsatz, die hessische Küche auszuprobieren, gebe ich auf. Chinesisches Essen liegt nicht so schwer im Magen. In einer Einkaufspassage setze ich mich in ein Restaurant und wundere mich, wie schnell man hier bedient wird und darüber, dass selbst die asiatischen Kellner Hessisch plappern. Während ich mit dem Bus zum Radiosender fahre, schmunzle ich jedes Mal, wenn ich diesen Akzent aus Gesprächen heraushöre. Viel früher, wie von Rüdiger empfohlen, betrete ich die Räumlichkeiten des Radiosenders. Empfangen kann man das Programm lediglich in Wiesbaden, Mainz und in der umliegenden Region. Eine halbe Million Zuhörer habe er pro Tag, lese ich. Die beiden Männer, die mich empfangen, wechseln mit mir kaum ein Wort, diskutieren während meiner Anwesenheit über die Programmierung des Rekorders für die Aufzeichnung.

Nach einer Stunde treffen Rüdiger und Hans Tönjes ein. Begleitet werden sie von einem Mann und einer Frau, die ich beide nicht kenne. Grob umreist Rüdiger, wie er die nächsten zwei Stunden gestalten wird. Zu ungenau ist das, diese Spontanität verängstigt mich. Bei meiner Ankündigung besteht er darauf, dass ich in Bruchsal wohne. Kraichtal – berichtige ich ihn. Unterbrochen von Musikpausen stelle ich mein Werk vor und lese den ersten Text daraus. Später trägt Hans Tönjes eine moderne Weihnachtsgeschichte vor. Von meinem Vorschlag, die restliche Sendezeit über den Schreiballtag eines Autors zu diskutieren, zeigt sich Rüdiger beeindruckt. Der Dialog zwischen Hans Tönjes, dem alten Schriftsteller und mir, dem jungen, wird fruchtbar, zu einem Kontrast.
Auf dem Parkplatz spreche ich Rüdiger und Hans Tönjes Glückwünsche für Weihnachten und das kommende Jahr aus.
Wieder fühle ich mich dieser Einheit der Schriftsteller näher.


Erinnerungen
Wenige waren monoton
Einige Momente groß

Wenige waren ohne Kraft
Viele Menschen gutmütig
 
Und an Schönheit denke ich
So oft ich mich erinnere
 
Manuel Göpferich 

 



Manuel Göpferich

Eine einsame Insel

 


Interview

Abenteuer-Literatur

Manuel möchtest du dich unseren Lesern in diesem Interview nochmals vorstellen, vielleicht gibt es ja noch Dinge von dir zu erfahren, die ich im Vorspann nicht erwähnt habe?

  

Im Grunde wurde schon alles gesagt. Ich bin ein junger Mann, der gerne Verse und Prosa „macht“. Seit fünf Jahren schreibe ich. Zwei davon unter der Aufsicht meines Mentors, des Schriftstellers Rüdiger Heins. Kunst und Reisen sind unverzichtbare Bestandteile meines Lebens. Und was noch nicht erwähnt wurde: Ich bin ein Schiller-Fan.

 Abenteuer-Literatur
Wie und wann bist du zum Schreiben gekommen?

 In der Schule schrieben wir damals Gedichtanalysen. In mir regte sich der Gedanke, Gedichte nicht nur zu analysieren, sondern auch selbst welche zu schreiben. So entstanden meine ersten Gedichte. Die Prosa lies nicht lange auf sich warten.
 Abenteuer-Literatur

 Wenn man den Kritikern folgt hast du wirklich beeindruckende Bücher und Romane geschrieben, worum geht es in diesen Texten?

Sie handeln von gesellschaftlichen und inneren Widerständen, die viele Menschen in ihrem Leben bewältigen müssen. In meinem neuen Roman „Friedrichs Leidenschaften“ wird ein junger Künstler in eine Ausbildung gezwungen und muss sich gegen seinen Vorgesetzten beweisen. Später flieht er als Straßenmaler nach Freiburg. Zweifel halten ihn davon ab zurückzukehren.

Der Mensch soll seinem Wesen folgen ist eine feste Konstante in meinem Schreiben. Friedrich folgt seinem Wesen, seiner Bestimmung ein Künstler zu sein. Die Verwirklichung der inneren Sehnsucht des Menschen wird noch lange mein Schreibthema bleiben.

 Abenteuer-Literatur
 

Woher nimmst du die Ideen, die Kreativität, und die Inspiration für deine Geschichten?


Dafür schlachte ich meine autobiografischen Ressourcen aus. Daneben begegnen mir auch Menschen und Orte, die ich in meine Handlungen aufnehme. Eine Obdachlose in Hamburg erzählte mir ihre Lebensgeschichte. Aus solchen Situationen entstehen die besten Kurzgeschichten.

 Abenteuer-Literatur
Welchen Leserkreis sprichst du mit deinen Geschichten an?

 Grundsätzlich schreibe ich nicht für eine bestimmte Lesergruppe. Nach meiner bisherigen Erfahrung kamen meine Bücher bei vielen Altersgruppen gut an.
Abenteuer-Literatur
 

Worin liegt der Schwerpunkt bei Deiner künstlerischen Arbeit, was möchtest du mit Deinen Geschichten zum Ausdruck bringen?


 Seit Beginn meines Schreibens beschäftige ich mich mit dem Künstler. Welche Ängste plagen ihn, welche Sehnsüchte erfüllen seinen Geist? Zudem stelle ich den Künstler im Kontrast zur Gesellschaft (bzw. gesellschaftlichen Widerständen) dar.

 Abenteuer-Literatur

Welchen Tipp kannst du jungen Nachwuchsschreibern oder Künstlern für ihre Weiterentwicklung mit auf den Weg geben?

Weiterschreiben. Tagebücher beginnen, regelmäßig Briefe und kurze Texte schreiben. Viel lesen. Stets seinen eigenen Schreibstil weiterentwickeln.


 Abenteuer-Literatur

Welches Handwerkszeug muss ein guter Poet oder Künstler deiner Meinung nach in der heutigen Zeit mitbringen?


Heutzutage ist Impulsivität im Schreiben gefragt. Das bedeutet: in ein Café zu gehen und Minimalpoesie in Form von Haiku und Kurzprosa zu schaffen. Dies ist die Grundlage und der Einstieg für größere Kulissen. Ein guter Poet sollte sowohl in Lyrik als auch in der Prosa die Sprache verdichten können und sich mit dem aktuellen Stil dieser Kunst auseinandersetzen.

So findet man heute noch teilweise viele Vergleiche mit „wie“ in Büchern. In der modernen Dichtung sollten diese Wie-Vergleiche nur sehr sparsam angebracht werden. Besser ist es, diese Effekte durch Gefühle zu transportieren. Anstatt also zu schreiben, dass ein Ort in einer Erzählung gruselig sei, sollte der Autor diese Lokalität so „beschreiben“, dass der Leser selbst denkt, sie sei gruselig.


 Abenteuer-Literatur

Welche Art von Literatur sagt dir persönlich zu, welches ist Dein Lieblingsbuch?


Mein Lieblingsbuch ist „Das Glasperlenspiel“. Ich liebe Literarisches: Thomas Mann, Hermann Hesse, Heinrich Böll, Martin Walser.


 Abenteuer-Literatur

Welche Rolle spielt die Religion oder besser gesagt der Glaube in deinem Leben und warum?


Da ich sehr stark im Glauben stehe, färbt davon manches auf mein Schreiben ab. Bereits ein paar „christliche“ Gedichte habe ich geschrieben und auch im Gemeindebrief meines Heimatdorfes veröffentlicht. In meinem neuen Roman „Friedrichs Leidenschaften“ spricht der Protagonist mehrmals den Psalm 23. Aber der Glaube ist grundsätzlich nicht mein Schreibthema.

Eher im Alltag ist der Glaube für mich wichtig. Er stärkt mich und hilft mir, meine alltäglichen Aufgaben bewältigen zu können.

Mit der Person des Martin Luther habe ich mich bereits ein wenig auseinandergesetzt.


 Abenteuer-Literatur

Welche Erwartungen an kommende Gesellschaftsstrukturen hast du, und welchen Einfluss wird das Internet auf solche Strukturen haben?


Ich glaube, viele Menschen hoffen auf eine Gesellschaft ohne Schranken. Diese kann nur durch konstruktive Elemente geschaffen werden: Kunst, Literatur, Bildung, Philosophie und Religion. Diese Utopie einer absolut gerechten, toleranten und friedlichen Gesellschaft wird – davon bin ich überzeugt – von einigen Heranwachsenden in Deutschland und anderswo geträumt. Das Internet kann helfen, diese Bestrebungen zusammenzuführen. Doch in der Geschichte zeigte sich: neue Gesellschaftsstrukturen werden geschaffen, um andere anzulösen, die sich letztendlich als falsch herausstellten und wiederum von einer neuen abgelöst werden.


 Abenteuer-Literatur
         Welche Gefahr siehst du in dem Medium Internet?

Übersättigung und Unübersichtlichkeit.


 Abenteuer-Literatur

Welche Funktion hat Literatur oder Kunst generell für dich?


Literatur und andere Künste sind die höchst eigene Verkörperung des Ideals des Schaffens, des göttlichen Schöpfens. Autoren definieren sich schreibend, erhalten somit einen erfüllenden Lebensinhalt. Leser und Hörer lernen aus den autobiografischen Erfahrungen. Menschen ändern ihr Leben nach Büchern. Von Kunst werden sie zur Kunst inspiriert. Genau dies bedeutet Literatur für mich, selbst inspiriert zu werden und inspirieren zu dürfen.


 Abenteuer-Literatur

In der Pisa-Studie wird behauptet, dass unsere Jugend zu wenige Bücher liest. Teilst du diese Meinung?


Dazu kann ich mich nur sehr vorsichtig äußern. Grundsätzlich bin ich dafür, dass die Jugend mehr lesen soll.


 Abenteuer-Literatur

Ist die mangelnde Auseinandersetzung mit Literatur im herkömmlichen Sinne vielleicht ein Grund für den Leistungsabfall im Denken schlechthin, oder aber gibt es diesen Leistungsabfall im Denken gar nicht?


Ein Leistungsabfall im Denken könnte von dem Anspruch, ein Wachstum in der Bildung erreichen zu wollen, herrühren. Vielleicht erwartet man an einiger Stelle zu viel. Jetzt, da wenig Akademiker da sind und man viele bräuchte, jammert man über den Mangel. Andererseits gibt es für die Jugend viele Anreize zur Bequemlichkeit. Wer achtet in einer SMS auf die korrekte Großschreibung?


 Abenteuer-Literatur

Wie reagierst du auf negative Kritik bezüglich deiner Arbeit?


         An konstruktiver Kritik wachse ich.

 Abenteuer-Literatur

Welche von deinen Arbeiten in literarischer oder künstlerischer Hinsicht ist dir besonders ans Herz gewachsen, ist somit dein Lieblingswerk und warum?


„Friedrichs Leidenschaften“, mein neuer Roman, der diesen April veröffentlicht wird. Seit langer Zeit hatte ich von einem Roman geträumt; nun konnte ich diesen umsetzen. Alles, was dieses Buch ausmacht, stammt von mir: Das Ölbild für das Cover habe ich selbst gemalt. Oft denke ich an die Stunden in Weimar, in denen ich die letzten Kapitel des Romans geschrieben habe.


 Abenteuer-Literatur

Was bedeuten dir Literatur und Kunst generell?


Literatur und Kunst sind mein Lebensinhalt.


 Abenteuer-Literatur

Welcher ist dein liebster literarischer Ort?


Weimar, auf den Stufen des Denkmals für Goethe und Schiller.


 Abenteuer-Literatur

  Kann ein gutes Buch eine gute Geschichte etwas in dir auslösen?


Sehr wohl. Ein Beispiel wäre „Das Glasperlenspiel“ von Hesse. Dieses Buch hat meine ganze Lebenseinstellung und vor allem meine Ansicht über Bildung geändert.


 Abenteuer-Literatur
           Wie wichtig sind dir Auszeichnungen und Preise?

Man kann nicht mit und auch nicht ohne. Kleine Ehrungen und Preise waren für mich ein gutes „Startkapital“. Dann konnte ich mit dem Schreiben beginnen. Heute weiß ich, dass die eigene Wertschätzung wichtiger ist.


 Abenteuer-Literatur

Wie bist du zu jenem Schriftsteller geworden, der skurrile Momente mit Lebensweisheit zu paaren versteht, um dem Leser zugleich ein Schmunzeln abzuringen, während er die Welt unter die Lupe nimmt...?


Alles beginnt damit, die Welt und alles was in ihr ist, auf eine ‚schmerzliche’ Art und Weise wahrzunehmen, bis eine Sehnsucht nach mehr oder eine nach weniger, in den Geist strömt. Im der exakten Beobachtung dieser Strömungen liegt das Geheimnis. Und nachdem man sich Monate in dieser Disziplin geübt hat, fällt es auch nicht schwer, ein Universum an Emotionalität zu beschreiben, das anderen Menschen ziemlich fremd vorkommt.


 Abenteuer-Literatur

Welche Wünsche hast du für die nähere Zukunft?


Das nahezu perfekte Gedicht zu schreiben.


 Abenteuer-Literatur

Was machst du in deinem Alltag, wenn du nicht schreibst?


In die Schule gehen, lernen, Ölbilder malen, Nachhilfeunterricht geben.


 Abenteuer-Literatur

Bekommst du viel Resonanz auf deine Bücher, wie bleibst du mit deinen Fans in Kontakt?


Aus dem Schreibseminar in Bad Kreuznach bekomme ich viele Anregungen. Lesungen sind immer wieder eine Möglichkeit für die Leser, mit mir Kontakt aufzunehmen.


 Abenteuer-Literatur

Hast du einen literarischen Traum?


Ja, irgendwann einen erfolgreichen Lyrikband zu veröffentlichen. Und noch einen, dass es in Deutschland wieder einen großen Literaten wie Hermann Hesse oder Thomas Mann geben wird.


 Abenteuer-Literatur

Möchtest du noch einige Worte zum Abschluss sagen Manuel?


Den nächsten Sommer und Herbst werde ich einige Lesungen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben. Die Termine sind bald zu finden unter: www.manuelgoepferich.de

 Abenteuer-Literatur

Ich bedanke mich für das Interview und wünsche dir für die Zukunft alles Gute.

29-03-09
Abenteuer-Literatur  J/Laß




 

Tags: Portrait

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