Jonathan E.

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Bevor ich ihnen diesen beeindruckenden jungen Autor im Portrait vorstelle, ist es wichtig das sie im Vorfeld erfahren, warum die Leistung von Jonathan als beeindruckend zu bezeichnen ist. Jonathan leidet unter dem sog. Asperger Syndrom. Zum besseren Verständnis, gehe ich an dieser Stelle etwas ausführlicher auf diese Symthomatik ein.

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Info

Bei dem Wort "Autismus" denken die meisten Menschen zunächst an das "Kind unter dem Glassturz", das ohne Kommunikation mit der Umwelt ganz in seiner eigenen Welt lebt. Das stimmt aber mit dem, was wir heute über die vielfältigen Formen von Autismus wissen, nicht mehr überein.

Bei einem Kind mit Fähigkeiten im Normalbereich, das fließend spricht und sehr gute Kenntnisse auf besonderen Spezialgebieten hat, denkt man zunächst nicht an Autismus. Es ist auffällig in seinem sozial ungeschickten Auftreten, es hat keine Freunde, lebt am Rande der Gemeinschaft. Im täglichen Umgang ist dieses Kind schwierig, ohne dass man erkennen kann, warum das so ist. Es ist möglicherweise begabt auf einzelnen Gebieten, trotzdem stimmt etwas Fundamentales nicht.

Hans Asperger beschrieb 1944 eine Gruppe von Kindern, die intellektuell nicht beeinträchtigt waren, ein gutes Sprachvermögen hatten, aber deren gesamtes soziales Verhalten merkwürdig war.
Insbesondere fiel ihm Folgendes auf:

  • Störungen im Blickkontakt, Körpersprache, Gestus und Sprachgebrauch
  • im normalen alltäglichen Umgang mit anderen keine natürliche, altersgemäße Kommunikation
  • Körperhaltung und Gesten nicht im Bezug zur Situation
  • motorische Ungeschicktheit, die künstlich oder seltsam wirkt, Tonfall und Wortwahl auffällig
  • gut entwickelte sprachliche Kompetenz aber monotone Sprachmelodie oder eine "erwachsene" Ausdrucksweise
  • Schwierigkeiten bei spontaner verbaler Kommunikation
  • Diskrepanz zwischen Intelligenz und Gefühlsleben
  • Er nannte sie "autistische Psychopathen", heute sprechen wir vom Asperger-Syndrom.

Als erstes fällt an diesen Kindern, die zunächst völlig gesund wirken, ihre emotionale Distanz und ihre ausgeprägte motorische Ungeschicklichkeit auf. Sie verfügen über eine normale Intelligenz, in Teilbereichen eine intellektuelle Frühreife, ein gutes Sprachvermögen und kommen mit dem normalen Schulstoff zurecht. Die Kernsymptome für Autismus sind alle vorhanden, allerdings sind sie nicht so stark ausgeprägt, wie bei Kindern mit Kanner-Syndrom. Das bedeutet aber nicht, dass die Beeinträchtigungen geringfügig oder unbedeutend sind.

Die Eltern dieser Kinder vollführen eine "Gratwanderung" zwischen Fördern, Fordern und Überfordern. Sie sorgen sich sehr um ihr Kind und haben oft große Angst, dass es als Erwachsener kein selbständiges Leben führen kann, da ihm viele praktische und soziale Fähigkeiten fehlen, die im Alltagsleben benötigt werden. Auf der anderen Seite müssen sie sich häufig Vorwürfe anhören, sie seien nicht fähig, ihr Kind richtig zu erziehen.

Aufgrund ihrer veränderten Wahrnehmung sind autistische Kinder in allen Lebensbereichen beeinträchtigt, das gilt auch für Kinder mit Asperger-Syndrom. Sie aber gehen häufig unerkannt in ganz normale Schulen, wo von ihnen auch "ganz normales" Benehmen erwartet wird. Und spätestens hier fallen sie vor allem durch ihr merkwürdiges Sozialverhalten auf.

Denn im Gegensatz zu Kindern mit Kanner-Syndrom werden Kinder mit Asperger-Syndrom erst relativ spät - manchmal erst im Verlauf des Schulalters - diagnostiziert, da sie auf den ersten Blick recht normal wirken und die Auffälligkeiten zunächst den verschiedensten Ursachen zugeschrieben werden können. Häufig wird ihre Störung nicht ernst genommen. So werden an diese Kinder Anforderungen gestellt, die sie nicht erfüllen können. Das auffällige Verhalten wird oft fälschlicherweise als "Nicht-Wollen" angesehen, als Ausdruck des Wunsches, im Mittelpunkt zu stehen, schlimmstenfalls als Bösartigkeit.

Diese Kinder verfügen über ein hohes Sprachniveau und eine normale bis überdurchschnittliche Intelligenz, deshalb nimmt man an, dass sie auch alles verstehen. Aber oftmals erkennen sie nicht das Wesentliche in einer Aussage sondern halten sich mit subjektiven Details auf, ohne den Inhalt richtig zu erfassen.

Kinder mit Asperger-Syndrom können von sich aus kaum altersgemäße Beziehungen zu anderen Kindern herstellen.

Die Kontaktaufnahme geschieht verstandesmäßig, die Gefühle anderer werden nicht wahrgenommen. Die Kinder wirken auf ihre Klassenkameraden fremd und beunruhigend und werden daher oft Opfer von Ausgrenzung und/oder Mobbing. Sie merken bald, dass sie anders als ihre Klassenkameraden sind. Mit zunehmendem Alter kommt dann die Erkenntnis, dass sie niemals so sein werden, wie diese, auch wenn sie sich noch so sehr anstrengen.

Werden sie mit damit allein gelassen, ist die Gefahr einer Depression sehr groß. Dies kann sich dahingehend auswirken, dass sie entweder Aggressivität zeigen, oder sich völlig zurückziehen. Manche wollen gar nicht mehr leben.

Durch das große Wissen auf dem Gebiet ihrer Spezialinteressen und die Hartnäckigkeit, mit der sie diese Interessen verfolgen, können Kinder mit Asperger-Syndrom hier hervorragende Leistungen erbringen. Überhaupt sind ihre hervorstechenden Eigenschaften: Genauigkeit, Perfektion, stark ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, absolute Wahrheitsliebe, logisches Denken. Wenn diese Eigenschaften gefördert und in die richtigen Bahnen gelenkt werden, können aus Kindern mit Asperger-Syndrom sehr gewissenhaft und genau arbeitende Angestellte, aber auch hervorragende Wissenschaftler, Erfinder oder Künstler werden.

Kinder mit Asperger-Syndrom sind - gemessen am autistischen Spektrum - relativ "leicht" betroffen. Dennoch benötigen sie besonderes Verständnis und Hilfe, aber es muss die richtige Art von Hilfe sein. Mit der entsprechenden Anleitung können sie soziale Verhaltensweisen lernen. Dann sind die Chancen, dass sie einen Beruf ausüben und ein weitgehend eigenständiges Leben führen können, recht gut.
Die Behinderung beim Asperger-Syndrom ist unsichtbar. Das heißt aber nicht, dass die Schwierigkeiten unbedeutend sind.

Die davon betroffenen Menschen erleben sich als außerhalb der sozialen Gemeinschaft, was für ihre Mitmenschen oft unfassbar ist. Teilweise empfinden sie sich als "Ausländer im eigenen Land" oder als "Außerirdische", die auf einem "falschen Planeten" gelandet sind.

Die Diagnose wird oft recht spät gestellt, da das eigenartige Sozialverhalten verschiedensten Ursachen zugeschrieben werden kann. Häufig ist es sogar immer noch ein Problem, die korrekte Diagnose zu erhalten. Eine korrekte Diagnose ist aber wichtig, um die betroffenen Menschen richtig zu verstehen und gezielte Hilfe leisten zu können.

Menschen mit Asperger-Syndrom brauchen manchmal sogar nur relativ wenig Hilfe, aber es muss die richtige Art von Hilfe sein. Aber selbst diese können sie nicht erhalten, wenn niemand weiß, was mit ihnen los ist. Auf einigen Gebieten wird zuviel von ihnen erwartet, und dieser Druck kann sie (fast) umbringen, erst recht, wenn sie selber nicht wissen, warum sie "so" sind.

Und wenn nicht einmal Fachleute über diese Behinderung Bescheid wissen, ist die Gefahr einer Fehldiagnose oder einer unangemessenen Behandlung groß.

(Quelle: u.a. "Das Asperger-Syndrom", herausgegeben vom Bundesverband "Hilfe für das autistische Kind" Einleitung von Kari Steindal und Vorwort von Susanne Schäfer)

Frau Engert die Mutter von Jonathan war die treibende Kraft, die Jonathan trotz aller Rückschläge immer wieder ermunterte, bis schliesslich das erste Buch von Jonathan entstand.

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 Gedanken einer Mutter

Es ist einfach schön Menschen zu begegnen die einem einfach ein Stück entgegen kommen! So ist auch dieses Buch entstanden um zu verstehen was für ein besonderes Buch das ist sollte ich zuerst mehr von Jonathan erzählen.

Jonathan war als Baby eigentlich nicht sehr auffällig nur Besonderheiten gab es. Kinderwagen mochte er nie man musste mit rechnen mit einem schreienden Baby spazieren zu laufen. Besuche wo anderes liebte er eh nie als er ca. 14 Monate war fing er an sich den Kopf an die Wand zu hauen .Er lief sehr spät sprach sehr undeutlich kam in ein normalen Kindergarten mit 4 Jahren. Ich hatte aber nie das Gefühl dass er gerne ging. Als ich 1996 mit allen drei Kindern zu meinen Eltern zog wurden die Störungen sehr extrem so dass er in einem normalen Kindergarten unmöglich bleiben konnte. Er setzte sich im Kindergarten ans Fenster und sprach mit sich selber. In der Gruppe saß er dann zitternd unter einem Tisch wenn gemeinsam Spiele gemacht wurden. Er hatte dann ein Kindergartenplatz für spezielle Förderbedürftige Kinder. Die Schwierigkeiten nahmen zu nach 2 Jahren zog ich von meinen Eltern in eine eigene Wohnung 2 Monate konnte er nicht schlafen er hatte Angst wie kann so ein Haus überhaupt stehen? (Hochhaus mit 7 Stöcke wir wohnen ganz unten).1. Schuljahr Sonderschule war es absolut untragbar für alle .Nach 4 Wochen Mutter-Kindklinik stellte man dann das Asperger Syndrom fest. Inzwischen hatte er Ängste Essstörungen überhaupt kein Körpergefühl, z.B Auf ein fremdes WC gehen war fast unmöglich schwere Verstopfungen waren die Folge. Er hatte schwere Angstzustände Zwänge, saß zitternd vor einem Schwimmbecken. Schreiben oder Lesen lernen schien weit entfernt Eines hatte er aber sein Spezialinteresse! Er liebte Erdkundebücher, Landkarten Hauptstädte da war er für sein Alter echt gut. Er liebte es wenn man Ihn nach Ländern und deren Städte fragte das wusste er! Er konnte fragen ohne Ende stellen aber immer die gleichen. Es war Tatsache dass er eine normale Schule unmöglich schaffen würde die einzige Möglichkeit war vor Ort die Schule für geistig Behinderte. Schwer war diese Entscheidung aber richtig !! Es ermöglichte den Schulstress zu nehmen und an seinen Ängsten zu arbeiten. ( 7 Jahre)

Mit 10 Jahren hatte er dann solche Fortschritte gemacht dass er ins KBZO Körperbehinderten Zentrum Oberschwaben gewechselt hatte (Grundschule3 Klasse) dort gibt es 5 Grundschuljahre dennoch war es erstaunlich wie schnell er aufholte und in diesen 2 Jahren den ganzen Grundschulstoff nachholte.

Dann kam er in die 5.Klasse Förder-Hauptschule wobei er nach 5 Monaten in die Hauptschulklasse wechselte. Was eigentlich noch lang seine Schwierigkeiten waren Textverständniss , leserlich zu schreiben, in eigenen Worten Texte zu verfassen . Zu Hause las ich viel vor eigentlich war ich nur für meine Kinder da es würde diesen Rahmen sprengen. Mit 12 gab ich Ihm leichte Bücher was er nicht verstand erklärte ich Ihm, mit 13 fing er an mehr zu lesen und mehr Fantasiebücher er wurde zu einer Leseratte! Mit 14 sagte er Mama ich hab so viele Geschichten im Kopf ein Alter Schreibcomputer besorgte mein Vater .Es war wirklich ein alter leider stürzte dieser nach einem halben Jahr ab und die Geschichte mit. Ein besserer folgte diesem und wir sicherten auf Disketten. Allerdings hatte dieser kein Rechtschreibprogramm. Da merkte ich dass er tolle Ideen hatte.

Nun war die Geschichte fertig ausgedruckt aber so viele Fehler auch Grammatisch nicht als Buch geeignet und doch wollte ich Ihm dieses ermöglichen seine Geschichte als Buch in den Händen zu halten. Durch viele Bekannte und herumfragen lernten wir Ramona Otto kennen. Sie studiert in Nürnberg Germanistik und sagte gleich das macht sie diese Geschichte wie eine Lektorin bearbeiten. Das war ein echtes Geschenk .Sie kam und erklärte Jonathan wie er andere Wörter verwenden könnte. Es wurde eine ganz besondere Geschichte. Nun suchten wir nach einer Möglichkeit dies als Buch zu binden wir fanden hier vor Ort einen ganz lieben Buchbinder der es ermöglichte dass Jonathan zwei Exemplare selbst mitgebunden anfertigen durfte. Diese zwei Bücher wanderte in der Familie und im Bekanntenkreis herum .In der Schule war Tag der offenen Tür jede Stunde las er von seinem Buch vor 6 Leute wollten das Buch kaufen das es ja noch nicht gab. Leider war ich finanziell nicht in der Lage so etwas zu verwirklichen und so suchte ich immer wieder nach anderen Möglichkeiten scheiterte dennoch immer wieder am finanziellen. Eine gute befreundete Nachbarin kannte die Leute von diesem Verlag in und fragte mich ob sie das Manuskript mal dorthin schicken dürfte. So entstand diese Werk der Verlag druckte diese Buch als Kleinauflage ohne dass auf mich größere Kosten zukamen. Als ich dann das Buch abholte kamen mir die Tränen es gibt einfach tolle Menschen denen Du begegnest die wie Sonnenblumen sind und Dein Leben verändern.

Ich könnte viele erzählen was noch unbedingt dazugehört Jonathan ist fast 18 mit diesem Buch ist er wirklich gewachsen hat Mut bekommen, vor einem Jahr hat die Gutachterin ihm ins Gesicht gesagt ob Du den Abschluss schaffst ist fraglich ,Wochenlang hab ich Ihm Mut gemacht nun hat er die Prüfungen fast geschafft und keine Note schlechter als 2,5 Englisch steht noch aus. Als Mutter hab ich viel erlebt, vieles was ich niemand wünsche! Umso mehr wünsche ich Jonathan dass er seinen Weg findet!

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Jonathan Engert. wurde am 10.08.1991 in Ravensburg geboren und wohnt in Biberach an der Riss.

Seine Hobbys sind: Inliner fahren, Fahrrad fahren, lesen und am Computer schreiben, Schach spielen, Badminton, Trommeln, Keyboard spielen, Reiten und Spiele spielen.

Mit 14 Jahren fing er an eine Fantasiegeschichte zu schreiben. Er wusste dass es eine Trilogie wird, die aus drei Teilen besteht.

Teil 1: Das Goldene Zauberschwert und der Beginn der Dunkelheit ca. 261 Seiten.
Teil 2: Das Goldene Zauberschwert und die Geheimnisvolle Insel ca. 210 Seiten.
Teil 3: Am 3 Teil schreibt er noch

Im Alter von 14 Jahren begann Jonathan zu schreiben. Da es sehr schwierig ist, seine Schrift zu lesen, schrieb und schreibt er am Computer. Seine Geschichten basieren auf seinen eigenen Ideen.

Nach langer Suche fand seine Mutter eine Studentin, die den ersten Band seines ersten grösseren Werkes lektorierte. Ramona Ott,bearbeitete Jonathans Geschichte wie eine Lektorin und eine Projektgruppe erstellte die Bilder zu Jonathans Geschichte. Ich finde hier haben alle gemeinsam einen tollen Job gemacht.

Mittlerweile sind von Jonathan zwei Bücher im Buchhandel  erhältlich. Auf meiner Seite unter der Rubrik Bücher unserer Autoren findet ihr die Vorstellung zu den Büchern.

Eine erste Rezession zum Buch habe ich bereits auf Amazon gelesen.

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M. Thoss schreibt hier:
5.0 von 5 Sternen Spannend geschrieben!, 19. September 2009
Mein Sohn Julian (11) hat das Buch in einer Nacht durchgelesen und fand es sehr spannend geschrieben. Für alle Fantasy-Bücherfans eine lohnende Lektüre! Und besonders bewundernswert ist, dass der Autor das Ganze mit 17 geschrieben hat und dann gleich so ein gutes Buch daraus geworden ist.

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 Fazit

Beindruckt hat mich an Jonathan, sein für sein Alter schon sehr reifer Charakter. Weiterhin finde ich es außergewöhnlich, wie Jonathan sich trotz seines Handycaps in eiserner Selbstdisziplin überwunden hat und trotz aller Schwierigkeiten bereits zwei Bücher publiziert hat.

Ständig ist Jonathan bemüht sich auch im literarischen Sinne weiter zu entwickeln, indem er Schreibkurse besucht die ihn noch weiter voranbringen, vielleicht sogar in ferner Zukunft unabhängiger machen.

Was uns das zeigt ist, das nichts unmöglich ist in unserem Leben, wir müssen es nur wollen.

In literarischer Hinsicht treffen wir hier auf einen Autor der mit viel Fantasie den Leser mitnimmt auf eine Abenteuerreise. Jonathan erzählt spannende Geschichten, die den Leser fesseln und verzaubern,
Geschichten mit garantiertem Suchtfaktor.


Fazit von Abenteuer-Literatur
Absolut empfehlenswert.

19.11.2015 J/L

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Interview

 Abenteuer-Literatur

Jonathan ich hoffe es ist in deinem Sinne, wenn ich zu Anfang des Interviews etwas näher auf deine Behinderung eingehe. Nur so können wir zukünftigen Lesern begreiflich machen, welch grandiose Leistung du mit deinem ersten selbst geschriebenen Buch vollbracht hast. Möchtest du dich zu Anfang unseren Lesern nochmals kurz vorstellen?

Jonathan Engert: Ich heiße Jonathan und bin 18 Jahre alt. In meiner Freizeit schreibe ich gerne Fantasie Geschichten am PC, spiele Keyboard, fahre Inliner, spiele gern Brettspiele, auch PC Spiele, ich lese gerne Bücher und gucke auch gern Filme an.

Zurzeit gehe ich in die Sonderberufsfachschule in Weingarten vom KBZO (KBZO = Körperbehindertenzentrum Oberschwaben) dort mache ich gerade 1. Jahr BVJ (BVJ = Berufsvorbereitungsjahr) ein halbes Jahr technischer Zeichner und das andere halbe Schuljahr Bürokaufmann, damit ich am Ende des Jahres weiß was ich besser schaffen kann und was mir auch besser gefällt.

Abenteuer-Literatur

Schon als Kind hast du dich anders gefühlt als die übrigen Menschen. Seit einigen Jahren kennen wir den Grund dafür. Was war geschehen?

Jonathan Engert: Ich lernte langsam damit umzugehen. Meine Mutter, meine Familie, Lehrer, Therapeuten haben mir da sehr geholfen, dass ich es lernte damit umzugehen. Mehr kann ich da nicht sagen, als Kind habe ich das Anderssein auch nicht so wirklich mitbekommen.

Abenteuer-Literatur

Wie hat sich das Anderssein bei dir gezeigt?

Jonathan Engert: Mit Sprachentwicklung und motorisch war ich sehr ungeschickt. Hatte noch Essstörungen, Schlafstörungen und schreiben lernen, handschriftliches geschriebenes war lange nicht lesbar und Bücher den Inhalt von Büchern zu verstehen, dafür habe ich lange gebraucht. Fürs Inliner fahren habe ich ganz lange gebraucht (bin oft hingefallen) und hatte kein Taktgefühl, keiner dachte deshalb dass ich ein Instrument spielen kann. Doch seit 3 Jahren spiele ich Keyboard.

Abenteuer-Literatur

Das Asperger-Syndrom (benannt nach dem österreichischen Kinderarzt Hans Asperger, 1906-1980) ist eine leichte Form des Autismus, die häufig mit hoher Intelligenz einhergeht. Betroffene Kinder entwickeln sich zunächst meist unauffällig, die Sprachentwicklung muss nicht verzögert sein. Asperger-Autisten sind häufig motorisch ungeschickt, weisen große Probleme im sozialen Umgang auf und meiden den Kontakt zu anderen Menschen. Sie widmen sich oft ausgeprägten Spezialinteressen. Wie würdest du selber dein Anderssein bezeichnen?

Jonathan Engert: Schwere Frage. Entscheidungen fallen mir schwer, vor allem Spontane Entscheidungen und wenn was sich ändert. In der Schule war es auch lang schwierig, dass ich mich auf den Unterricht konzentrieren konnte und hatte auch Probleme mit Mitschülern.

Abenteuer-Literatur

Vor nicht allzu langer Zeit war ein Tag für dich nur dann ein guter, wenn er möglichst gleich ablief. Wie steht es damit heute?

Jonathan Engert: Heute finde ich es nicht so schlimm wenn ein Tag anders verläuft wie ich es vorhatte. Aber ab und zu macht es mir noch immer was aus.

Abenteuer-Literatur

Du bemühst dich inzwischen, dein Leben so normal wie möglich zu gestalten. Wie geht es dir mit der Schwierigkeit vieler Autisten, Gefühle wie Freude, Trauer oder Wut in menschlichen Gesichtsausdrücken wahrzunehmen?

Jonathan Engert: Ich kann immer besser die Gefühle anderer verstehen. Doch oft fällt mir dies noch schwer. Ich empfinde schon auch oft Freude und Trauer aber Wut ist mir noch fremd.

Abenteuer-Literatur

Um Kommunikationsprobleme besser zu überbrücken, nutzen vor allem auch autistische Menschen den Computer und speziell das Internet. Der virtuelle Raum wird als Übungsplattform für Alltagssituationen im echten Leben genutzt oder auch als Möglichkeit, um soziale Kontakte zu pflegen, weil die direkte Begegnung vermieden werden kann. Wie wichtig sind diese Möglichkeiten für dich?

Jonathan Engert: Das Internet ist mir schon auch wichtig, weil ich dort mir anderen chatten und auch Freundschaften aufbauen kann.

Abenteuer-Literatur

Jonathan, wie und wann bist du zum Schreiben gekommen?

Jonathan Engert: Mir ist früher das Lesen sehr schwer gefallen und habe es langsam gelernt den Inhalt eines Buches zu verstehen. So gegen 13 habe ich es geschafft alleine Bücher zu lesen, dann wurde ich zur Leseratte. Damals waren meine Lieblingsbücher Tiger-Team, halt Bücher die man leicht vom Inhalt her verstehen konnte.

Gegen 14 Jahren habe ich dann angefangen den 1. Teil von Harry Potter zu lesen und mit Harry Potter begann ich nun sehr gerne Fantasiegeschichten zu lesen. Ich verschlang ein Fantasiebuch nach dem anderen, anfangs musste ich immer wieder meine Mutter fragen wenn ich mal was nicht verstand.

Jedoch mit der Zeit musste ich immer weniger nachfragen und verstand immer mehr allein.

Dann begann ich mal auf einem 20 Jahre alten PC eine eigene Geschichte zu schreiben die mir einfach so eingefallen war. Aber nach wenigen Monaten ging der PC auf einmal kaputt und damit war leider auch meine Geschichte gelöscht.

Dann fanden wir einen anderen gebrauchten PC, auf dem begann ich dann eine Fantasiegeschichte zu schreiben, da mir bei der alten Geschichte die ich auf dem vorigen PC hatte eh nichts mehr eingefallen wäre, aber dieses mal Speicherte ich meine Geschichten auf Disketten ab damit nichts verloren geht.

Dies war gegen meinen 15. Geburtstag und ab da begann ich meine 3 Teilige Fantasiegeschichte zu schreiben.

An meinem 16. Geburtstag kaufte ich mir von meinem Konfirmationsgeld und Geburtstagsgeld einen ganz neuen PC und Drucker.

Abenteuer-Literatur

Worin liegt der Schwerpunkt bei deiner literarischen Arbeit, was möchtest du mit deinen Arbeiten zum Ausdruck bringen?

Jonathan Engert: Der Schwerpunkt bei meinen Fantasie Geschichten, liegt bei weltherrschaftssüchtigen Personen. Die mit allen Mitteln die Weltherrschaft anstreben und dass trotz alldem wenn es ungerecht wo zu geht dass dann auch Einzelne Personen was bewirken können oder anderen Mut zu geben da mitzumachen.

Abenteuer-Literatur

Welchen Leserkreis sprichst du mit deinen Texten an?

Jonathan Engert: Eigentlich Fantasie Fans, Jugendliche und Erwachsene. Einfach alle die in eine andere Welt sich begeben möchten.

Abenteuer-Literatur

Welche Art von Literatur sagt dir persönlich zu, welches ist dein
Lieblingsbuch ?

Jonathan Engert: Fantasie lese ich gerne, mein Lieblingsbuch ist „Das Wasser von Silmao.“

Abenteuer-Literatur

Welche Funktion hat Literatur generell für dich?

Jonathan Engert: Sich in einer anderen Welt zu begeben. Lesen und Schreiben ist einfach eine Art für mich zum entspannen.

Abenteuer-Literatur

Wie reagierst Du auf negative Kritik, hinsichtlich deiner literarischen Arbeit?

Jonathan Engert: Kritik finde ich nicht schlimm, sogar auch positiv, weil wenn man Kritik bekommt dann weiß man wo man sich noch verbessern kann. Deshalb finde ich Kritik nicht so schlimm, sie muss halt auch ehrlich sein.

Ich schreibe auch erst seit 4 Jahren, da kann man auch noch nicht perfekt sein.

Abenteuer-Literatur

Ich kann mir vorstellen, dass es sehr schwer war einen Verlag zu finden, und dass du zahlreiche Absagen hinnehmen musstest, bevor dein erstes Buch veröffentlicht wurde. Wie hast du es also geschafft einen Verlag von deinen Texten zu überzeugen?

Jonathan Engert: Eine Freundin meiner Mutter kennt Leute denen eine Druckerei gehört, die nicht weit weg war.

Sie hat uns dann mal vorgeschlagen, dass sie denen von der Druckerei mein Manuskript schicken könnte und dafür haben wir uns dann entschieden.

Dort wurde es gelesen und denen hat es gut gefallen.

Abenteuer-Literatur

Bekommst du viel Resonanz auf deine Arbeiten?

Manche die ich kenne die mein Buch gelesen haben, finden mein Buch super.Manche haben es sogar an einem Tag durchgelesen.

Einige warten auch schon auf den 3. Teil.

Wie bleibst du mit deinen Fans in Kontakt?

Jonathan Engert: Per E-Mail, es geht aber auch wenn man mir Briefe schreibt auf der man noch eine Briefmarke klebt.

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Hast du einen literarischen Traum?

Jonathan Engert: Das mein Buch viele gerne lesen, weil dass gefällt mir sehr gut wenn andere in meine Fantasiewelt eintauchen können. Dass ich meine weiteren Geschichten ebenfalls veröffentlichen kann.

Abenteuer-Literatur

Welche Rolle spielt die Religion, oder besser gesagt der Glaube in deinem Leben und warum?

Jonathan Engert: Ich finde Religion wichtig auch vor allem für die Seele ist es gut, daran zu glauben dass wenn man stirbt dass es dann noch nicht vorbei ist, damit es dann noch ein Leben nach dem Tot gibt, es gibt mir Mut.

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Hilft eine Webseite, Autoren bekannter zu machen?

Jonathan Engert: Ja finde ich schon solche Webseiten finde ich wunderschön. Es können dann auf solchen Webseiten viele Menschen diese Texte lesen und wenn man Glück hat findet man auch dadurch einen Verlag. Man kann dort dann auch Tipps von Autoren bekommen was man noch besser machen kann und wie man die Textstelle findet und dass ist wirklich sehr gut.

Oder wird von jemand zu seiner Literaturwebseite eingeladen.

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Was ist das für ein Gefühl, wenn du Monate an einem Buch gearbeitet hast und das Buch dann endlich fertig ist? Fühlst du dich dann erleichtert?

Jonathan Engert: Ja , ich finde es dann ein tolles Gefühl ein Buch fertig geschrieben zu haben und dann gleich den nächsten Teil zu schreiben oder die nächste neue Geschichte zu beginnen.

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Überall auf der Welt gibt es menschliche Entgleisungen und Katastrophen, jeden Tag berichten die Medien von neuen Fällen. Worin liegen deiner Meinung nach diese Realitäten begründet und was können wir, also jeder einzelne von uns dagegen tun. Reicht hier literarische Arbeit noch aus?

Jonathan Engert: Es gibt leider viele Menschen in unserer Welt die nicht ihre Talente oder sie nicht erst einmal versuchen zu finden oder sie einfach nicht entdecken können. Die frustriert sind und kaum Freunde haben und dann das Leben hier als sinnlos betrachten und deshalb Selbstmord machen oder Amok laufen.

Jedoch es gibt auch viele Menschen die ihre Talente gefunden haben aber nicht damit fertig werden können, wenn es dann nicht gleich so klappt wie sie erhofft haben oder es gar nicht klappt.

Aber auch berühmte reiche Menschen sind auch unglücklich und gehen auf Drogen oder machen auch Selbstmord, wenn sie nicht mehr den Druck aushalten oder sich wertlos, nutzlos fühlen, dann ist es ihnen auch egal wie Reich und Berühmt sie sind, da dass dann keine Rolle mehr spielt.

Was dagegen helfen könnte, kann ich leider auch nicht wirklich sagen da ich mich auch nicht mit Psychologie so wirklich auskenne.

Ich denke nur eines, jeder sollte halt lernen das beste aus seinem Leben zu machen und Freunde, nette Leute die man zufällig kennen lernt, Bekannte und Familie ist da ein sehr wichtiger Punkt, da diese denjenigen unterstützen können.

z.B wenn jemand sein Talent entdeckt, dann ist es wirklich wunderbar schön, wenn die Familie, Freunde, nette Leute die man zufällig kennen lernt und Bekannte einen da mit unterstützen und hinter dem stehen.

Literarische Arbeit reicht da in diesem Fall nicht aus. Aber wenn man sein Talent entdeckt und dies könnte ein Anstoß sein, sich als Teil der Gesellschaft zu fühlen.

Abenteuer-Literatur

Möchtest du zum Abschluss noch ein paar Worte in eigener Sache sagen?

Jonathan Engert:Ich finde es toll, dass ich so vielen netten Menschen begegnet bin, die mich unterstützt haben, damit mein Buch veröffentlicht wird. Dafür bin ich unendlos Dankbar.

Abenteuer-Literatur

Ich bedanke mich für die offene und ehrliche Beantwortung der Fragen und wünsche dir auf deinem weiteren Lebensweg von ganzem Herzen alles Gute. Selbstverständlich bleiben wir über meine Seite weiter in Kontakt.

Das Interview führte: Joachim Laß – ©

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