Was ist das Leben wert?

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Heutzutage kennen die
Leute vor allem den
Preis und nicht den Wert.

Oscar Wild

Ein lärm ließ mich von meinem, schon etwas kaltem Kaffee, hochblicken.
Eine Menschenmenge versammelte sich neben einem Hochhaus; schrie, rannte im Kreis und riss mit ihren Armen Löcher in die Luft.
Es schien an ein Wunder zu grenzen, dass vom Himmel Geldscheine fielen.
Hat sie vielleicht jemand fallen lassen?
War das vielleicht ein Unfall?
Aber in diesem Moment, habe ich mich nicht dafür interessiert; mein Blick war voll und ganz an die Schar gebunden…
Wie eine Herde hungriger Wölfe, die sich um eine lang ersehnte Beute reißen, rissen sich die Menschen um das bedruckte Papier…
Es war verständlich, arme Leute, Obdachlose oder sonstige Personen von der unteren Sprosse der Sozialen-Leiter zu sehen.
Aber da waren auch noch nett gekleidete Herren in feinen Italienischen Anzügen.
Und ich dachte, sie hätten so was gar nicht nötig…
Ich sah in ihren Augen Flammen der Gier glimmern; die Urinstinkte erwachen, mit denen wilde Bestien ihr Revier verteidigt haben; wilde Bestien, die sich jetzt so gierig um das Geld reißen…
Na klar. Sie sehen Rivalen in denen, die vor einigen Minuten noch enge Freunde waren.
Immerhin geht es ja um Geld.
Um Geld, das den meisten Menschen Sinn und Zweck zum Leben gibt…
Dabei geht es ihnen allein darum, es zu besitzen.
Das es sie weder glücklich, noch reich machen kann, ist ihnen in diesem Moment gar nicht bewusst.
Denn reich ist nicht der, der viel Geld hat.
Oh nein…
Reich ist der, der viel vom Leben hat.
Und in diesem Moment, sah ich ihn.
Ein Mann stand an ein Auto gelehnt. Sein Gesicht vermittelte Verachtung und gewisse Traurigkeit.
Seine Züge zeigten die Spuren seines langen Lebens und der vielen erlebten Tragödien.
Mit einem leeren Blick schaute er in die Menschenhorde.
In seiner Hand sah ich ein Blatt Papier…
Ich stand auf, und ging langsam zu ihm… Er schaute noch weiter nach vorne, aber als hätte er meinen Wunsch von meinem Schweigen her abgelesen, streckte er das geheimnisvolle Schreiben zu mir.
Ich nahm es an mich und schaute es an. Dort stand:

Diagnose: Krebs – inoperabel.
Voraussichtliche Lebensdauer: 2 Monate.

Ist das nicht witzig?
Die meisten Menschen realisieren erst dann den Wert von einer beliebigen Form des Gutes,
wenn sie es verlieren oder nahe daran sind, es zu verlieren.
Wieso müssen denn die Menschen erst dann begreifen, was ihr Leben ist, wenn sie schon auf den Knien um Gottes Gnade bitten, in der Ahnung des nahen Endes?
Doch wenn sie endlich verstehen; wenn ihnen endlich die Augen geöffnet werden, ist es schon zu spät.
Sie werden genug Zeit haben es sich durch den Kopf gehen zu lassen, aber all die anderen, werden ihrem alltäglichen Dasein nachgehen müssen; sie werden weiterhin aus ihren Fehlern lernen und dabei alles verlieren, was sie sich so mühevoll aufgebaut haben.
Aber für die Leute, die allein für und von dem Geld leben, wird dieses Wunder aus dem Himmel, vollkommen ausreichen.

Leben - es gibt nichts
 selteneres auf der Welt. Die
meisten Menschen existieren nur.

Oscar Wild

Tags: Philosophie

amanfang 2 270

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