Der gebrochene Mittelfuß und meine Katze

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Was hat beides miteinander zu tun?

Katze Minka bezog vor zirka einem Jahr –hinten im Garten- in unserer kleinen Werkstatt ihr Domizil. Richtig schön, mit kuscheligen Schlaflpatz, Ofen, Katzen-Toilette usw. Zugang zum Garten durch Katzenklappe ebenfalls. Auf Ofen- und Katzenklappe komme ich noch zurück. Von dem ich berichten möchte, begann am Dienstag, den 24. Januar, einen Tag vor meinem 73ten Geburtstag.

Es war ein kalter Tag!
Minka sollte niemals der Kälte ausgesetzt sein. Deshalb war ich stets darauf bedacht, die Werkstatt leicht gewärmt zu halten. Besonders in den Nächten. Damit sie jedoch Zugang zum Garten hat –so der Gedanke meines Sohnes- baute dieser in die Tür eine Katzenklappe ein. Trotz aller zeitaufwändigen, mühevollen Trainingsversuchen- die doofe Nuss hat es bis heute nicht begriffen, durch diese Klappe rein- und raus zu schlüpfen.  Dabei glaubte ich immer, Katzen seine besonders intelligente Geschöpfe. Wohl auch nur, wenn es ums Futter geht!
Die Klappe war also funktionsfähig. Doch Mieze legte sich nur vor dieser hin, um hindurch in den Garten zu schauen. Dies tat sie immer eine sehr lange Zeit. Da kam mir in den Sinn, meine Mieze liegt ja auf kalten Betonboden. Die Ärmste könne dadurch auch noch krank werden. Mein Gewissen lies mich nicht zur Ruhe kommen. Befand ich mich in meiner warmen Stube in meinem Sessel, klopfte wieder mein Gewissen bei mir an. „Katze liegt auf dem Betonboden und friert“, dass darfst du nicht zulassen! Na gut, Katze soll nicht krank werden, dachte ich mir. Mit einem großen Messer bewaffnet ging es zur Werkstatt. Dort lagert schon lange eine alte Judomatte. Reichlich groß –damit Mieze sich auch strecken konnte- schnitt ich ein Teil heraus, legte es vor die Klappe hin. Da es auf den Abend zu ging, wollte ich auch gleich für die kalte Nacht vorsorgen. Nahm also  meinen Holzkorb und begab mich zum Holzschuppen. Damit meine „doofe Nuss“ mal in den Garten kann, hielt ich die Tür einen Spalt offen. Auch blieb die kleine Matte an ihrem Ort  liegen. Katze ging auch mit nach draußen. Welch ein Glück für sie! Sonst würde sie vielleicht heute nicht unter uns weilen. Weshalb?
Mit meinem gefüllten Holzkorb trappte ich rasch –wegen der beißenden Kälte- zur Werkstatt zurück. Ich öffnete weit die Tür, machte einen Schritt nach innen, merkte dabei noch, dass ich an etwas hängen blieb. Was ich  registrierte war, ich flog im hohen Bogen nach vorne, Holzkorb samt Inhalt krachten durch den Raum, mein Fuß verdrehte  sich schmerzhaft. Wie sich später herausstellte zu einer üblen Fraktur. Ergo: „alles für die Katz“.

Letztere darf sich glücklich schätzen, dass sie sich nicht vor mir befand. Der Holzkorb und meine 86 Kilo wären wohl für sie nicht zu „tragen“ gewesen. Trotz meiner Schmerzen, der Ofen wurde noch geschürt. Auch die Matte für Mieze  wurde wieder an die Klappe gelegt. Sie darf ja nicht frieren!


Nun hat diese doofe Nuss neuerdings auch einen LOVER –also, einen Liebhaber- Dieser erscheint täglich pünktlich zum Rendezvouz vor der Katzenklappe. Nur, er scheint mir ebenso beschränkt zu sein, wie unsere Mieze. Er begreift auch nicht, wie man durch die Katzenklappe ein- und aus schlüpft. So liegt sie drinnen und äugt nach draußen, er von außen, nach innen. Für den Betrachter ein Bild zum amüsieren. Wenn ich da so an unsere früheren Jagdzeiten denke…  

P.S. Katzenklappe wir täglich von uns fürs „Rendezvouz“ geöffnet. So angenehm hatte ich es zu meiner Zeit nicht!  

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© Horst M. Kohl

Poet, Menschen- u. Naturfreund
www.jakobus-poesi.de  

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