Inselwetter (die Fortsetzung)

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Der Mann mit dem Metallkoffer betrat Tuckers Laden und sah sich um, „kann ich dir helfen!“
„Ich bräuchte einen Splint, für meinen Bogen, muss meinen wohl verloren haben!“, meinte er freundlich.
Tucker stutzte, „welches Model?!“
„2007er Rapture!“, sagte er leicht und setzte ein komisches Grinsen auf, Tucker nickte und verschwand im Hinterzimmer, kam kurz darauf wieder und schüttelte seinen Kopf, „leider nicht vorrätig, aber ich kann’s bestellen!“
„Nicht nötig, ich werde deinen nehmen!“, grinste der Mann und legte seine Handschuhe auf die Theke.
„Einen neuen Bogen, aber…!“, fing Tucker vorsichtig verdutzt an, der Mann neigte seinen Kopf leicht, „gibt es da ein Problem?!“
„Nein, nein!“, sagte er und verschwand zwischen seinen Regalen, schnaufte einige male und ergriff den Bogen.
„Wunderschönes Teil, er liegt so seltsam elegant in der Hand findest du nicht auch, man muss ihn gut behandeln wie eine Frau vielleicht, sonst verliert er seinen Reiz!“, meinte der Mann und legte Bargeld auf die Glastheke, Tucker zählte die Summe in die Kasse, „brauchst du eine Quittung?“
„Nein danke!“, er öffnete seinen Metallkoffer und verpackte den Bogen geschmeidig.
„Danke für den Einkauf!“, murmelte Tucker und hatte das Gefühl versagt zu haben, der Mann verlies den Laden.

Die kleine Kolonne wanderte an den Strand und Em beschloss die alte Schmuggler Höhle zu besuchen, und während der ganzen Zeit über versuchte sie Kenny nach seinem Leben auszuquetschen, Caro tippelte hinter den zweien nach, und machte sich ihre Gedanken, sie bedankte sich in insgeheimen bei dem Buch, das ihr letzter Wunsch so tadellos über die Bühne gegangen war, war das vielleicht eine Art Rache für alles was er ihr angetan hatte in diesen verdammt langen Jahren, nein so durfte sie nicht denken, das war wirklich gemein, ein Grinsen huschte über ihr Gesicht, wie seltsam er ihr doch erschien, so glanzlos und so normal, nichts mehr besonderes, sie stupste einen Stein vor sich her, und musterte ihn ab und zu, aber wieso war überhaupt nichts übriggeblieben, hatte ihm Richard den keine Bilder gezeigt, war Kenny denn nicht in seiner Wohnung gewesen, sicher das Buch hatte sich aus dem Staub gemacht genauso wie das Schwert, aber, aber, aber, tausend dieser Worte türmten sich zu einem Berg auf, Em lachte und ihre schlingernde Gestallt brachte so viel Freude in ein Gespräch, Easy sprang mit Ralf durch den nassen Sand, und weit und breit nichts, außer das Rauschen des Meeres.

Endlich waren sie angekommen, Em breitet in einer der Sanddünen ihre große karierte Decke aus, den Leiterwagen den sie hinterher gezogen hatte parkte sie daneben und packte aus, Ralf hatte sich wieder einen Eimer bereit gestellt und baute an einem Turm, den Easy immer wieder mit ihrer Schnauze zerstörte.
Caro war ans Wasser gegangen, sah sich um, und konnte Lucs Haus sehen, man hatte wirklich eine gnadenlose Aussicht, sie beobachtete Em und Kenny sie redete mit Händen und Füßen, legte ihre Hand auf die Augen und kicherte, nahm ihre Flip Flops und rammte sie in den Sand, so das sie aussahen wie zwei Hasenzähne, er musste grinsen, eine Reihe ebenmäßiger weißer Zähne erschien, sie hielt in ihren Ausführungen inne und schmunzelte, senkte ihren Kopf, er sah bei Seite, eine Hand ergriff ihr Kinn und hob es hoch, dann sagte er etwas zu ihr, sie lachte wieder hell, Moment war das jetzt der falsche Film, Caro drehte sich um, warf den Stein in das weite Meer, besser wäre allerdings ein ganz neuer Anfang für ihn, nichts würde halten das auf Lügen aufgebaut wäre, sie sah vorsichtig zu den Dünen, Em beschrieb irgend etwas mit ihren Fingern schlüpfte dann aus ihren Shirt, erhob sich und schüttelte ihre Hose ab, lief zu Caro, „was wird das, lässt mich mit ihm alleine du Verräter!“, schimpfte Em schnippisch.
„Es sah so aus als ob ihr ganz gut ohne mich auskommen würdet!“, murrte Caro beleidigt.
„Sicher, aber ich kann leider nicht alle Fragen über dich beantworten denn so gut kenne ich dich nun auch nicht, mein Schatz!“, bemerkte Em legte ihren Arm um Caros Schulter, „ist es denn so schwer, oder ist er nicht dein Typ, vielleicht lebst du ja im Trennungsschmerz, wer weiß du erzählst ja nichts!“, keckerte Em hielt eine Zehe ins Wasser, prustete, „sau kalt!“
„Nichts von alledem, du willst doch nicht allen ernstes in dieses Wasser gehen!“
„Kein Trennungsschmerz, und nicht dein Typ, aber es bleibt dir ja noch Tucker, den hast du zu tiefst beeindruckt, mit deiner Anni get your gun Nummer!“, seufzte Em tragisch.
Caro runzelte ihre Stirn, „es ist nicht so ganz einfach zu erklären Em!“
„Dann versuchs doch!“, meinte Em und fröstelte in ihrem Bikini.
„Du wirst mich nicht mehr mögen…!“, fing Caro leise an und spielte mit dem Sand unter ihren Schuhen, Em sah ihr tief in die Augen, „Freunde sind dafür da, und ich dachte wir wären Freunde!“, flüsterte sie traurig.
Diese Worte hatte sie vor nicht allzu langer Zeit auch gebraucht, und was hatte es ihr gebracht, sie raunte, und sah wieder zu Kenny, „er ist…Em…!“, und der Pfeil kam präzise genau und ohne Vorwarnung, Caro schrie und Kenny hatte sich erhoben, Easy bellte wild Ralf stand wie angewurzelt, „nimm das Kind und bring es weg!“, schrie sie aus Leibeskräften.
Er schlüpfte in seine Schuhe, „Ralf Easy hinter die Düne, sofort!“, rief er dem Jungen zu.
Caro hatte sich über Em gebeugt, ein Pfeil hatte ihre rechte Körperhälfte gestreift und ihr eine tiefe Fleischwunde verpasst, Kenny kam zu den beiden gelaufen, „verschwinde!“, herrschte sie ihn an, er sah irritiert zu Caro.
Em stöhnte und Tränen liefen aus ihren Augen, Caros Blick lief zu Lucs Haus und sie konnte das geöffnete Fenster sehen, „lauf, lauf, bitte nimm das Kind und lauf!“, schrie Caro außer sich.
In diesem Moment sauste noch ein Pfeil durch die Luft, sie sprang auf und riss Kenny zu Boden, der Pfeil schlug genau neben ihm ein, seine Bewegungen waren zu langsam, „was passiert hier?“, rief er und versuchte sich zu sammeln.
„Bleib liegen!“, flüsterte sie und hoffte das Ralf bei Easy blieb, das Fenster schloss sich, der Spuk hatte ein Ende, der Mann mit dem Metallkoffer dachte wohl, das er Kenny auch getroffen habe.
Caro lag über ihn gebeugt, er atmete flach, sie lies den Kopf auf seine Brust sinken, „mein Gott Em!“
Seine Hände ergriffen ihren Kopf, Schmerzen breiteten sich wie eine Flutwelle aus, „wir müssen ihr helfen!“, stöhnte er.
Gemeinsam brachten sie Em auf die Decke, er drückte ein Geschirrtuch auf die Wunde, „gibt es hier Indianer?“, fragte Ralf beeindruckt.
Caro hatte sie zugedeckt, die Pfeile hatte sie dabei und Tucker würde sie den Kopf abreisen.

Man brachte Em zum Doktor, der diese Wunde versorgte und sie außer Gefecht setzten wollte, doch sie wehrte sich vehement, „wer übernimmt den Laden in der Zwischenzeit, das geht nicht und das bisschen Wunde da!“, polterte sie aufgebracht und hatte nichts von ihrem Sonnenschein verloren.
Caro und die anderen warteten draußen in einem rustikalen Wartezimmer, Ralf konnte es immer noch nicht glauben dass es hier keine Indianer gab, und diskutierte mit seinen vier Jahren Caro in Grund und Boden.
„Sag mal wie löst den deine Mama diese Art von Problemen!?“, fragte sie ihn nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen.
„Sie hat immer eine Antwort, oder ein Buch, aber Mama weiß alles sie ist eine Frau Doktor!“
„Ah ja, aber du kannst mir ruhig glauben das es hier keine Indianer oder Cowboys gibt!“
Kenny schmunzelte, „weil du gerade so schön am erklären bist, erklärs mir auch noch mal bitte!“
Caro tüdelte an ihrer Jacke herum, „was genau?“
„Wie die Pfeile an den Strand kommen?“, lauerte er und versuchte in ihrem Gesicht zu lesen, früher hätte er ihre Gedanken gelesen.
„Ja, das ist nicht so einfach zu erklären!“, fing Caro an und dann kam Em aus dem Behandlungszimmer, winkte und zog die Tür hinter sich zu.
„Ihr habt gewartet?“, fragte sie überrascht, als sie die kleine Gruppe entdeckte.
„Em!“, meinte Kenny sichtlich froh, hatte sich erhoben und war zu ihr gegangen.
„Ich hab ihm erzählt ich wäre in einen Stacheldraht gestürzt, ich glaube dass er mir nicht geglaubt hat?“, sagte sie freudig.
„Ich an seiner Stelle hätte es auch nicht geglaubt!“, bemerkte Kenny und fixierte Ems Blick, sie lachte schüchtern und stupste ihn an.
„Danke ihr beiden!“, schnüffelte sie und hackte beide unter, Ralf tapste vorne her.

Ems Lokal erstrahlte in neuem Glanz, es sah besser aus als jemals zuvor, die Männer saßen schon an einem der neuen Tische und probierten gerade die neue Tischplatte aus als die Gruppe hereinkam.
„Das ist doch wunderbar heute oder, ich lade euch auf ein Essen ein!“, lachte sie und schlurfte in die Küche, dort zauberte gerade Ira, die hocherfreut ihren Kochlöffel beiseite warf um Em zu umarmen, „ich habe mir ja schon solche Sorgen gemacht!“

Kenny und Caro setzten sich an einen separaten Tisch, Ralf stürmte in die Küche zu Ira, um dort zu helfen.
Er verschränkte die Hände vor seinem Körper, „ich würde gerne mehr über dich erfahren!“, fing er leise an.
Caro sah verdutzt zu ihm, „und was?“, fragte sie.
„Warum du so hartnäckig an mir klebst, da macht man sich schon den einen oder anderen Gedanken, an meiner Wenigkeit kann es ja wohl nicht liegen!“, wisperte er über den Tisch und diesmal funktionierte sein Satzbau fast.
„Helfersyndrom!“, sprudelte Caro und versuchte nicht rot zu werden.
Er schüttelte seinen Kopf, „nehme ich dir nicht ab, oder liegt es vielleicht wirklich an meiner glänzenden Person?!“, meinte er sarkastisch.
Nun war guter Rat teuer, Lüge oder Wahrheit, „vielleicht ist es ja dein Zustand!“
„Mein trauriger Zustand, ah, ja, hätte ich mir denken können, war klar, und ganz einfach eigentlich, es ist also nicht meine Person, die dich interessiert, sondern meine erbärmliche Körperliche Konstitution, die Gedächtnislücken, oder meine Geschichte, vielleicht auch die unerträglichen Schmerzen die meinen Körper jeden Tag ein Stückchen mehr zerfallen lassen, aber auch meine Worte die sich nie ordnen lassen, schade!“, erklärte er erstickt.
In Caros Magen rumorte es, wieder legte sich diese Hilflosigkeit auf ihren Körper, Wahrheit oder Lüge, sie beugte sich über den Tisch, rieb sich die Nase, „falsch, es ist weder deine körperliche Konstitution, noch der Rest, es geht schlicht und ergreifend um dich als Mensch!“
Kenny räusperte sich, lehnte sich auch vor, seine Hände erschienen auf der neuen Tischplatte, „diese Geschichte hier, wird sie einen Anfang haben oder nach drei Wochen als Urlaubsflirt enden, wirst du dann wieder in dein reales Leben zurückkehren, vielleicht zu deinem Freund, Familie, Beruf, ab und zu noch ein paar nette Telefonate, aus den Augen aus dem Sinn?“, fragte er ohne Umschweife.
Caro schmunzelte und ihre Fingerkuppen berührten seine, er zuckte kurz unsichtbar zusammen, Wärme strömte durch seinen kalten Körper, „du willst also wissen ob ich dich mag, nett finde oder so einen Krimskrams, gut!“, sie lehnte sich zurück legte ihre Hände locker ineinander, er sah sie nüchtern an, ein Kenny ohne Drogen sein ab und zu out of Orderblick war verschwunden, sein Geist war reif für einen neuen download, „nett ist wohl übertrieben, schau in den Spiegel, du bist alles andere als nett!“, sie hielt kurz inne, musterte sein Gesicht, das aussah als hätte er die weiße Frau gesehen, dieser Anfang saß, „du bist süß!“, er wollte gerade etwas sagen, doch sie hob ihre Hände abwehrend hoch, „bin noch nicht fertig…!“, aber sie kam auch nicht dazu diesen Satz zu beenden, Tucker betrat schwungvoll Ems Lokal, hatte Caro entdeckt, stürmte auf sie zu, grüßte Kenny kurz, „ich muss sofort mit dir sprechen!“, murmelte er, und sah nickend nach draußen.
Kenny musterte den jungen Mann mit den honigkaramellgelben Augen lange und sog die Luft dann zwischen den Zähnen ein, Caro biss sich auf die Unterlippe, er nickte nur, sie erhob sich und beide verließen das Lokal.

Sie ging zu Ems Anhänger und zückte die beiden Pfeile drückte sie Tucker an die Brust, „diese beiden netten Teile hätten Em fast das Leben gekostet!“, rief sie wütend und legte ihre Stirn in runzeln.
„Hör mir bitte zu, fünf Minuten, dann kannst du mir gerne den Kopf abreißen!“, meinte er.
Sie nickte und lauschte, „er war heute morgen im Laden, wollte ein Ersatzteil für den Bogen kaufen, aber ich habe ihm gesagt dass ich es erst bestellen müsse, dann hat er einfach einen neuen Bogen gekauft, und bar bezahlt!“, erzählte Tucker ruhig.
Caro kratzte sich am Kopf, lies ihren Blick schweifen, überall tummelten sich Touristen, sagte eine Weile nichts, „Polizei!“, meinte sie dann.
„Gute Idee!“, sagte plötzlich eine Person, sie war hinter Tucker erschienen, der Mann mit dem Metallkoffer, allerdings ohne Koffer, seine legere Gestallt macht ihr Angst, Tuck sah um, räusperte sich nur.
„Ich werde…!“, fing Caro robust an und ihre Stimme versagte als der Mann ein Lächeln in sein Gesicht zauberte, das die Antarktis hätte schmelzen lassen.
„Was, der Polizei erklären das ein verrückter mit Pfeil und Bogen auf Passanten schießt!“, raunte er weich, Caro lief es kalt den Rücken hinunter, Tucker sah ihn nur wütend an.
„Genau!“, brach es aus ihr heraus, immerhin hatte sie ja die beiden Pfeile, als Beweismaterial.
„Ach und die beiden gehören dann wohl mir!“, sagte er ruhig und hielt die Hand auf, Tucker machte keine Anstallten ihm die Pfeile zu geben, der Mann mit dem Metallkoffer lächelte schief, Kenny erschien in der Tür.
„Probleme?“, fragte er selbstsicher, Tucker warf ihm einen verschwinde Blick zu, Caro sah dankbar um.
„Oh, Mr Baker, wie ist den das wehrte Befinden?“, säuselte er sanft.
„Gut!“, bemerkte Kenny knapp und kam näher.
„Das am Strand war nur so eine Art Warnung, den für gewöhnlich treffe ich immer meine Ziele!“, flüsterte er Caro schnippisch zu und ging.
Tucker brummte etwas Wütendes und verzog sein Gesicht, sah zu Caro die dem Typen nur lange nach sah.

Em war aus der Küche gekommen und alle waren verschwunden, sie lief zur Tür, „was macht ihr den hier draußen, so schön ist es nun auch nicht, außerdem wäre das Essen fertig!“, flötete sie leicht und hatte sich neben Kenny in den Türrahmen gequetscht, dieser atmete tief durch.
„Ich habe Coop angerufen, der will sich den Typen mal genauer ansehen!“, erzählte Em nebenbei, und dann trafen sie die Blicke der anderen wie kleine Nadelstiche, „war das falsch?“
„Gefährlich!“, warf Tucker in die Stille, „denn hier geht es nicht um dich Em, oder um sonst jemanden, der Kerl hat es auf ihn abgesehen!“, sein Finger zeigte auf Kenny dessen Blick sich in Tucks Gesicht heftete, und da waren sie wieder die blitze blauen Augen die Caro so sehr vermisst hatte, für eine Millisekunde flackerten sie auf, wurden dann aber sofort wieder blass blau unscheinbar.
„Keine Anschuldigungen vor dem Essen!“, rief Em um die Situation zu retten, verschwand im inneren des Lokals, Tucker rempelte ungehalten an Kenny vorbei, der leise aufstöhnte, Caros Gedanken flogen, sie legte ihre Zeigefinger an die Schläfen und rieb sie, „eine Idee, jetzt!“

Coop, der örtliche Polizist, setzte sich auf sein Dienstfahrzeug und brauste über den schmalen Weg der zu Lucs Haus führte, auf der Insel waren Straftaten ziemlich selten, vielleicht mal ein vergehen in Sachen Alkohol oder ein abhanden gekommenes Boot, aber ein Kerl der mit Pfeil und Bogen auf Strandwanderer schoss das war neu.
Der Polizist lehnte sein Rad an Lucs Haus und betrat es mit einem „Hallo ist denn hier niemand?“
Luc trat überrascht aus der Küche, „Hey Coop was kann ich denn für dich tun, bist du geschäftlich oder privat hier?“
„Geschäftlich, Em meinte wohl das einer deiner Gäste mit Pfeil und Bogen herum hantiert!“
„Oh, ich denke sie meint meinen Gast im hinteren Teil des Hauses, aber du wirst ihn jetzt nicht belästigen, oder?“, wollte Luc wissen.
„Doch, ich muss jedem Verdacht nach gehen!“, meinte er und sah sich aufmerksam um.
Luc ging voran, klopfte an der Tür, der Mann öffnete, „Sir mein Name ist Cooper, von der Polizei und ich hätte da einige Fragen!“, fing er locker an.
„Bitte kommen sie doch herein!“, forderte er Coop freundlich auf, „um was geht es denn?“
„Sie wurden angeblich dabei beobachtet wie sie mit Pfeil und Bogen auf Passanten schossen!“
„Oh, schwere Anschuldigungen, aber ich kann ihnen leider in diesem Fall nicht weiterhelfen, ich besitze keine Waffen, bin hier nur zum entspannen!“
„Dann darf ich sie wohl bitten diesen Metallkoffer, der dort auf dem Bett liegt zu öffnen, wenn sie schon nichts zu verbergen haben!“
„Gerne!“, säuselte der Mann und öffnete ohne mit der Wimper zu zucken den Koffer, Coop zog eine Schnute und räusperte sich, „danke Sir!“
„Bitte!“, grinste der Mann und klappte seinen Koffer wieder zu.
„Schönen Tag noch und entschuldigen sie bitte!“, brummelte Coop.

„Nur Bücher!“, meinte Luc und schien wenig überrascht zu sein, brachte Coop nach unten, „was kochst du gerade?“, schnupperte Coop.
„Hast du Zeit, dann probier es einfach!“, meinte Luc und führte den Polizisten in die Küche.
„Em würde nie im Leben jemanden so schwer belasten!“, fing Coop leise an und setzte sich an den Tisch.
Luc nahm den Fisch aus der Pfanne und legte ihn vorsichtig auf einen Teller, „er ist mir ganz ehrlich auch ein wenig unheimlich, und ich habe ihn zufällig gesehen wie er mit einem Feldstecher am Fenster stand und den Strand beobachtete, außerdem ist sein Schalenkoffer leer, das hat zumindest meine Putzfrau entdeckt!“
„Mit welchen Namen hat er sich den in dein Gästeverzeichnis eingetragen?“, wollte Coop wissen und zog einen exakten Schnitt am Rücken des Fisches entlang.
„Robert Kramer, aus London, aber mal was anderes hast du etwas über dem jungen Mann aus dem Sanatorium herausfinden können mit dem unsere Damen so intensiv ihre Freizeit verbringen?!“, wollte Luc wissen und kostete sein neues Dressing.
„Hm, würdest du mir glauben wenn ich dir erzählen würde dass er Chefsuperintendent beim Scotland Yard wäre?“, fing Coop schmatzend an.
„Nein!“, kaute Luc.
„Ist aber so, sein Partner ist vor über einem Jahr an Krebs gestorben, dann ging es irgendwie bergab mit dem jungen Mann, seine Alkohol und Drogenprobleme haben ihn dann schließlich und endlich hier her gebracht!“, meinte Coop und piekste ein Salatblatt auf.
„Tja, so schnell kann es gehen, Job dahin Kariere dahin, Leben dahin!“, zitierte Luc.
„Er lag anscheinend nach einer Überdosis ein halbes Jahr im Koma, Gehirn und Körper haben ihn im Stich gelassen, der Rest weilt hier!“, erzählte Coop weiter, „dein Fisch ist köstlich Luc!“
„Danke, für die Blumen, Caro, in welchem Verhältnis steht sie zu ihm?“, wollte Luc leise wissen.
Coop schluckte erst hinunter ergriff eine Serviette und wischte sich über seinen Mund, „sie ist die Assistentin deines Bruders, falls es dir entgangen sein sollte, Baker war sozusagen mal ihr Chef, und ich nehme mal sehr stark an das da noch mehr ist als nur Kollegiale Zuneigung!“.
„Du glaubst also dass die beiden zusammen gehören!“, spekulierte Luc.
„Keine Ahnung, ich kann dir leider nicht mehr sagen, nur reine Spekulationen, aber tu mir einen Gefallen behalte das für dich!“, grinste Cooper.

Das Essen verlief wortlos, ab und zu wurden Blicke getauscht, oder Speisen weitergegeben, aber mehr passierte nicht, eine ungute Stimmung, so etwas mochte Em ganz und gar nicht.
„Coop wird den Kerl fest nehmen!“, fing sie schließlich an.
„Er wird nichts finden!“, bemerkte Tucker kauend, „der Typ ist kein Anfänger!“
„Wir sollten ihn verscheuchen, ihm Angst machen!“, überlegte Ira.
Caro sah von einem zum anderen, „wir sprechen hier nicht von einem Kinderstreich, Leute, Em wurde von einem Pfeil verletzt!“, polterte sie.
„Und er wird es wieder versuchen!“, meinte Tucker mürrisch, „allerdings haben wir die Wunschkarte gezogen, denn er will nur dich!“, sein Ton war schneidend als er Kenny mit diesen Worten streifte.
Kenny legte seine Gabel beiseite, sah zu Caro, „was könnte er von mir wollen?!“, fragte er eindringlich.
„Es ist mir egal was er von dir will, Hauptsache ist doch das er uns in Ruhe lässt, aber noch einfacher wäre es wenn du die Insel verlassen würdest!“, schimpfte Tucker.
„Gib Ruhe Tuck, er kann nichts dafür!“, rief Em mit ihrem langsam nervenden Gerechtigkeitssinn.
„Lass nur, vielleicht hat er Recht, es tut mir leid, in Gefahr wollte ich euch nicht bringen, aber ich kann mich leider an nichts mehr erinnern!“, versuchte Kenny zu erklären.
„Gute Ausrede, nach mir die Sinnflut!“, sagte Tucker leise, und versuchte Caros Blick zu fixieren.
„Ich wäre froh wenn es eine Ausrede wäre, aber ich kann mich wirklich an nichts mehr erinnern, außerdem muss ich mich hier nicht rechtfertigen!“, meinte Kenny sauer.

Tucker brummte missgelaunt, „nun sollen wir wohl auch noch Rücksicht nehmen, weil sich der Sohn reicher Eltern aus lauter Langeweile mit Drogen oder Alkohol vollgekippt hat!“
Kenny saugte an seiner Unterlippe, insgeheim hatte Tuck ja recht, er war an seinem Zustand selber schuld, langsam erhob er sich, ging wortlos aus dem Lokal, die Gruppe sah ihm nach, Em wollte ihm nach doch Ira hielt sie zurück.
Caro warf Tucker einen missbilligenden Blick zu, erhob sich und folgte Kenny, Ralf hatte die Szene mitbekommen und war wütend neben Tucker erschienen.
„Du bist wirklich fies!“, rief er und ballte seine Faust holte aus knuffte ihn in den Oberarm.
„Ralf, das macht man nicht!“, meinte seine Mutter entsetzt und kam an den Tisch unserer Helden.
„Schon gut, war meine Schuld, ich war wohl nicht ganz fair!“, winkte Tucker ab, erhob sich auch und folgte Caro, er musste unbedingt noch ein paar Punkte sammeln.

Inzwischen auf dem Festland, Will saß vor seinem Notebook und sprach mit sich selbst, überall um ihn herum liefen irgendwelche Programme, Überwachungskameras brachten ihm die Welt ein Stückchen näher, big brother watching you, die Wogen hatten sich geglättet, mit Caros letztem Wunsch waren auch die vergangenen Monate verblichen wie ein zu heiß gewaschenes buntes T-Shirt, Alltag war wieder eingekehrt, so als wäre nie etwas passiert.
„Post!“, rief jemand klopfend an seiner Bürotür, Will sah überrascht um, so etwas wie Post, in Papierform hatte er schon lange nicht mehr erhalten.
Er schlurfte an seine tausendmal abgesicherte Tür und öffnete sie einen Spalt breit, könnte ja eine Finte sein, oder Außerirdische, eine Frau stand draußen und wedelte mit einem Brief, er nahm ihn, schloss ab und setzte sich wieder in seinen spezial Lümmel Stuhl, nahm seine Pseudobrille von der Nase und legte sie weg, steckte den Brief in ein Gerät, der ihn auf seine Echtheit prüfen sollte, und der Brief war echt, Will öffnete ihn, zog den Bogen Papier heraus und las ihn, „du hast Email bekommen!“, sagte er und legte ihn weg, rückte an seinen Computer, öffnete sein Email Fach und siehe da, es war ein höchst mysteriöses Email in seinem Postfach, „ein Trojaner, oder Virus!“, flüsterte er sich zu, „und kein Absender, haben denn die keine Ahnung an wen sie diese Email schicken!“, er öffnete es mit tausend Scans und mehreren Umwegen, dann erschienen ein ewig langer Text, keine Anrede, Will sog die Luft tief ein, lehnte sich zurück und fing an zu lesen, „ich spare mir die Anrede, und dieses Email kannst du nicht zurück verfolgen, wenn du das hier liest, dann wird dir sicher einiges klar, oder euch, ich bin ein stiller Teilhaber, dieser Intrige, die sich fast gelohnt hätte, aber auch nur fast, geplant war, das Kenneth Baker niemals wieder das Licht dieser Welt erblickt, was nicht funktioniert hat, aber ich fange einfach mal am Anfang an, die Regierung hat etwas Entwickelt, das nicht in falsche Hände geraten sollte, aber wie es der Teufel so will, passierte es doch, das Experiment glückte, man kreierte einen super Menschen, eine Kampfmaschine, und sehr effektiv, halb Mensch halb Tier, ein super Soldat, doch das Ding ging seine eigenen Wege, sammelte Lakaien um sich, und mordete gezielt, Baker kam dahinter, wollte das Experiment stoppen, doch die Regierung hatte andere Pläne, man wollte beobachten und zu sehen, sie manipulierten Baker wo sie nur konnten, sei es mit Drogen die sie in seine Zahnpasta mischten oder auch durch Eric, sie hetzten seine Freundin Caro gegen ihn auf, bis sie sich endgültig hassten, seine Freunde, wollen wir sie so nennen, hatten keine Chance in diesem unspektakulären Spiel, und alles lief wunderbar, dann wurde er außer Gefecht gesetzt, mit einer Überdosis, und wieder waren seine Freunde zu langsam, alles lief wunderbar, Baker war damals auf Entzug, und es brauchte nicht viel um ihn ins Land der Lebendigen Toten zu schicken, aber er starb nicht, zu unserem Leidwesen, seine Mutter musste weg, sie hatte das Virus entdeckt, das wir den Probanten gespritzt hatten, aus Versehen und über Umwege, durch Blackhurst wollten wir sie aus dem Weg räumen, unsere Kreation sollte ihm das Mittel verabreichen, funktionierte wunderbar bis die echten Geschöpfe der Nacht auftauchten und langsam Wind bekamen von unseren Machenschaften, die gefundenen Toten, waren Mitarbeiter und auf die Vampire und Wölfe angesetzt, aber auch hier lief irgend etwas schief und zwei oder drei mussten sterben, wir schoben es den Wölfen in die Schuhe, und die Umgebung zerbrach, aber wir hatten eines übersehen in unserem Größenwahn und zwar Caro und ihr Buch, wir lachten über die Geschichte die es beinhalte, war ein Fehler(Mr Ettking starb damals weil er wusste was er transportierte und sein Absturz war geplant, sie wollten das Virus vernichten, das konnten wir nicht zu lassen, also haben wir ihm eine leere Schachtel mitgegeben und ihn dann in die ewigen Fliegerjagdgründe geschickt, auf diese Geschichte ist dann Dave gestoßen wir haben ihn großzügig abgefunden, was wir nicht wussten war das Ettking dieses Buch besaß, seine Lebensversicherung für die Zukunft seiner Familie) , Adrian (unsere Kreation) warnte uns, aber es war zu spät, noch bevor wir das Buch an uns bringen konnten hatte es Caro vernichtet und einen letzten Wunsch ausgesprochen, den Rest kennt ihr, wir sind uns nicht ganz sicher in wie fern Bakers Gesundheitszustand wieder hergestellt ist, seine Erinnerungen könnten wieder kehren, vielleicht auch seine körperliche Kraft, aber darauf wollen wir nicht hoffen, sondern handeln, es wird diesmal ein leichtes sein, wenn es nicht schon beendete ist, da wir wissen wo er sich befindet und ihr nicht.
Noch ein letztes, Mark ist keiner von euch, die Story mit dem Unfall den er in jener Nacht hatte war ein fake, über kurz oder lang wird er sich nicht mehr verwandeln, Mensch bleiben, seine Kräfte werden wachsen, was geht nun in dir vor, bist du entsetzt, vielleicht überrascht, oder nichts dergleichen.
Schönen Tag noch Will, wenn du das alles gelesen hast, dann lösch doch bitte diese Zeilen, tust du es nicht, dann wird sich innerhalb 24Std. ein Virus deiner Computer annehmen, und zwar alle!“, las Will, legte seine Hände auf sein Gesicht und rieb es, lehnte sich zurück, war am Ende.

Ben saß an seinem Schreibtisch gut verdeckt von seinen Akten, las die Times, als sich die Tür seines Labors öffnete, „Hey Ben!“, rief Will und warf sich in den Stuhl, vor Bens Schreibtisch.
Ben machte sich nicht die Mühe von seiner Zeitung aufzuschauen, „ich habe keine Ahnung, egal was du mich gleich fragen wirst!“, blubberte er.
Will zog sich seine halben Handschuhe aus und schob den Aktenberg bei Seite, sein Kopf erschien zwischen zwei Türmen, „es ist aber sehr wichtig!“
„Klimaschutz ist auch wichtig!“, konterte Ben.
„Es geht um Kenny!“, warf er ihm auf den Tisch und las einige Zeilen der Times mit.
„Ich weiß nicht wo er sich herumtreibt!“, brummelte Ben und seine Augen flogen über die Zeitung.
„Caro, wo ist sie geblieben, man kann sie weder telefonisch noch zu Hause erreichen, bei Harry war sie auch schon seit einer Woche nicht mehr, vielleicht ist ihr ja etwas zu gestoßen!“, rief Will leise.
Ben blätterte um, „sie hat Urlaub!“
„Und in diesem Urlaub ist dann wohl die Netzabdeckung so schlecht, das man sie nicht erreichen kann?“, meinte er krümelig.
„So könnte man es nennen!“, murmelte Ben knapp und rückte sich seine Brille zurecht.
„Und wenn es um Leben und Tod geht?“, meinte Will drängend.
„Denke dass dieses Thema abgehackt ist!“, sagte Ben und senkte seine Zeitung, musterte Will der tief ausatmete.
„Wenn du mir nicht helfen willst, dann werde ich eine Methode finden, glaub mir!“, schimpfte Will und ergriff wieder seine Handschuhe.
„Warum könnt ihr sie denn nicht einmal in Ruhe lassen, Will!“, polterte Ben und seine dunkle Stimme klang wie ein Donnergrollen.
Will nahm seine Designerbrille Marke Tesa von der Nase, legte sie vor sich auf die Schreibtischplatte, rückte sich sein Mützchen zurecht, „jemand will Kenny aus den Weg schaffen, und das was ich dir jetzt gleich erzähle sollte unter uns bleiben, hörst du!“, flüsterte er.
Ben schnaufte und faltete seine Zeitung zusammen, „ich bin dann so weit!“, meint er und Will begann zu erzählen.

„Caro warte!“, rief Tucker ihr hinterher, sie hielt inne und sah um, wartete auf ihn, „was?“
„Ich war wohl ein wenig unfair zu ihm!“, meinte er und starrte auf die Straße.
„Vielleicht, aber irgendwie hast du ja Recht!“, sagte Caro und sah Kenny nach der langsam zwischen den Häusern verschwand.
„Können wir ein paar Meter gehen?“, fragte er sie und trat von einem Fuß auf den anderen.
Sie nickte ihm zu und beide wanderten am Hafen entlang, „verbessere mich wenn ich falsch liege, aber du kennst ihn, und das nicht erst ein paar Tage!“, bemerkte er sachte.
„Ertappt, stimmt!“, meinte Caro unwirklich.
„Welches Spiel spielst du mit ihm?“, Tucker hatte sich neben ihr aufgebaut und wirkte doppelt so groß als sonst, die kleinen Fischerboote gluckerten sachte in der einsetzenden Flut.
Caro sah zu ihm, „Rache eventuell?“, presste sie hervor, Tucks Gesicht wurde nachdenklich, „was hat er dir angetan?“
„Einiges!“, sagte sie vorsichtig und der Wind zerzauste ihr Haar, sie streifte es sich aus dem Gesicht.
„Und die Kraft die du in diese Aktion hineinlegst, kannst du sinnvoller einsetzen, glaubst du nicht?“, sagt er sanft, sie sah ihn an, seine honigkaramellgelben Augen leuchteten.
„Du hast Recht!“, entgegnete sie ihm.
„Gut, ich denke dass er genug gezahlt hat, zumindest sieht es so aus!“, entdeckte Tucker und bog in eine kleine Gasse ein sie führte zu seinem Laden.
„Mit Sicherheit, es ist an der Zeit die Wahrheit ans Licht zu bringen, vielleicht hilft ihm das sich zu erinnern!“, überlegte Caro unsicher.
Tucker grinste, „nun noch eine letzte indiskrete Frage, in welcher Verbindung stehst du zu ihm?“
Caro musste lachen, „er ist mein Chef und ein sehr guter Freund!“, Notlüge blinkte es in ihrem Gedanken auf.

„Dann besteht ja keine Gefahr wenn ich dich jetzt um ein Date bitte, das du es eventuell ablehnen könntest, meinte ich!“
Sie kniff die Augen zusammen, „bist du der Meinung dass es eine gute Idee ist?“
„Warum nicht, du scheinst ein sehr interessantes Leben zu führen, und ich bin sehr neugierig!“, kicherte er und ein nettes Grübchen erschien um seine Mundwinkel.
„Na dann, warum nicht!“, meinte sie und lächelte.

Ben grunzte, „nicht gut, nicht gut!“, schnaubte und schien zu überlegen, Will fummelte an einem fiktiven Fussel herum, „ich hatte da schon eine Ahnung…!“
„Wo ist Caro, und wo befindet sich Kenny?“, fragte Will drängend nach.
„Kenny ist auf Kur, oder bessergesagt Richard hat ihn in ein Sanatorium geschickt, dort soll er sich wieder erholen!“, meinte Ben brummelig.
„Wo wir nun schon beim Thema wären, wie geht es ihm und was haben die mit ihm gemacht?“
„Es geht ihm den Umständen entsprechend gut!“, murrte Ben bescheiden.
„Ok Ben leg die Karten auf den Tisch!“
„Er hat sein Gedächtnis verloren, keine Erinnerung mehr an das gewesene, sein Sprachzentrum ist erheblich gestört und sein Körper baut nach und nach ab, die Überdosis von dieser Droge, wir konnten sie nicht komplett analysieren, hat seine Gelenke angegriffen, jede Handbewegung schmerzt, und mit seiner wunderbar eleganten Kampfkunst ist es auch vorbei, er ist sowieso am Ende seiner Kraft warum wollen sie ihn dann noch aus dem Weg schaffen!“, polterte Ben wütend.
„Weil er zu viel weiß, und sie glauben das er sein Gedächtnis wieder erlangt, deshalb, sie sind sich einfach nicht sicher!“, erklärte Will trocken.
„Er kann nicht mal mehr einer Fliege etwas zu leide tun!“, schimpfte Ben und schlug auf den Tisch.
Will runzelte die Stirn, „warum hast du ihm Caro nach geschickt, soll sie ihn Kontrollieren?“
Ben nahm einen Scone aus seiner Schublade und biss herzhaft hinein, kaute lange wortlos darauf herum, „wir hatten gehofft, das er sich erinnert, oder zumindest nicht aufgibt, aber es scheint doch Hoffnungsloser zu sein als ich dachte!“
„Also weißt du wo Caro und Kenny sich befinden, Ben bitte!“, flüsterte Will drängend.

Tucker spielte mit seinem Schlüssel herum und grinste verlegen, „wann darf ich dich denn abholen?“, fragte er mit seiner angenehm tiefen Stimme.
„Sieben, wie wäre das?“, meinte sie charmant.
Er nickte nur und Caro ging den Weg wieder zurück, und schnurstracks nach Hause, Luc wartete schon auf sie, „ich bin entsetzt!“, rief er ihr schon von weitem zu, Caro platzierte ihren schlanken Körper in seine Küche.
„Ja warum?“, wollte sie wissen.
„Der Überfall am Strand heute, deswegen, Cooper war auch schon hier, aber euer Mann mit dem Metallkoffer ist sauber!“, polterte Luc.
„Ist er nicht, nur geschickt!“, meinte sie krümelig.
„Verscheuch mir ja meine Kunden nicht, Caro, außerdem hat Ben angerufen, du sollst ihn zurückrufen es ist ein Notfall eingetreten!“, erklärte Luc rauchig.
Caro zog eine Schnute, „Em tut so als wäre nichts passiert!“.
Luc schnippelte eine Paprika in tausend kleine Teile, „bleibst du zum Essen?“
„Nein, danke, Tucker hat mich eingeladen und ich konnte irgendwie nicht nein sagen!“, überlegte Caro und fingerte sich einen Paprikawürfel vom Brett, Luc legte das Messer beiseite und sah zu ihr, „Tucker, ist denn jetzt die ganze Welt verkehrt?!“, brummelte er.
„Wieso?“, schnurrte Caro und ahnte nichts Positives.
„Tucker hat nur seine Waffen im Kopf oder die Jagd, aber das mit den Frauen klappt bei ihm nie!“, bemerkte Luc grinsend.
„Super wieder so ein übriggebliebener Typ mit zu großem Schatten, war ja klar, aber ich kann es trotzdem nicht verstehen, er sieht ganz gut aus, kann Worte zu einem Satz formen, wo liegt das Problem?“, murrte sie und nahm sich noch eine Paprika.
„Tucker, ist seit ich ihn kenne Single, und ich kenne ihn nun schon seit vielen Jahren, um genau zu sein, seit 28ig, und nun will er mit dir ausgehen!“, Luc nahm das Brett und schob die Paprika in die Pfanne, zischend schmurgelten sie in der Butter.
War ja klar, das die Sache einen Hacken hatte, murrig verschwand sie nach oben, zerrte ihre Tasche unter dem Bett hervor und nahm das Handy heraus, aktivierte es und wartete ab, es dauerte eine kleine Weile bis das Zeichen ihres Anbieters erschien, und dann wählte sie Bens Nummer.

Bens Handy bimmelte und er fand es nicht, wie immer, Will räumte einen Berg Akten beiseite und vermutete es darunter, doch dort lag es nicht, Ben öffnete eine Schublade, und siehe da gefunden.
Caro hatte sich ans Fenster gesetzt und ihre Augen flogen über das weite Inselland, momentan lies das Wetter wirklich zu wünschen übrig, Regenwolken quetschten sich über den Himmel, das die dort oben alle platz hatten, dachte sie und das Freizeichen tutete gemächlich vor sich hin.
„Hallo Caro, schön das du gleich zurückgerufen hast!“, brummte Ben am anderen Ende.
„Das war purer Zufall, und wie heißt der Notfall?“, wollte sie mürrisch wissen.
„Wie geht’s Kenny?“, fragte er sachte und sein Blick lief dabei zu Will dessen Gesichtsausdruck ein wenig einer glatten Eisfläche glich.
„Das kann man sehen wie man will, ist das der Notfall?“, meinte Caro und öffnete das Fenster, die kalte Seeluft strömte in den Raum, sie konnte das Salz schmecken, atmete tief durch.
„Ich kann dir hier am Telefon nicht viel zu diesem Notfall sagen, weil ich nicht weiß ob die Leitung sicher ist, aber eines ist sicher Kenny ist in Gefahr, und du mit Sicherheit auch!“, sprudelte es ungewöhnlich schnell aus Bens Mund.
Caro bleckte ihre Zunge aus, „ja gut, dann ist es doch eh wie immer!“, murrte sie.
Ben stutze und schob sich seine Brille zu Recht, „was ist los?“
„Nichts!“, sagte sie knapp und ihre Gedanken waren wieder ganz wo anders, der Himmel verdunkelte sich immer weiter, das Meer schlug stürmisch ans Ufer.
„Nichts hört sich allerdings anders an, könntest du bitte so nett sein und mir etwas erzählen?“, forderte Ben sie auf.
„Die Verbindung hier ist ein wenig schlecht, ich ruf dich zurück, Ciao Ben!“, beendete sie das lästige Gespräch.
„Sie hat aufgelegt!“, rief Ben grollend und musterte sein Handy genau.
„Gut, dann werde ich jetzt handeln, wo ist sie und wie komme ich zu ihr!“, fragte Will, sein Handy Marke ultra Modern fing an in allen Farben zu blinken und schrie hysterisch, er schnaubte und meldete sich widerwillig.
„Ich kann gerade nicht!“, sagte er, „ich rufe dich zurück, nein, ich habe gerade eine wichtige Besprechung, Mark!“, seine Stimme hatte sich erhoben und eine Zornesfalte erschien auf seiner Stirn.
Ben wanderte an seine Arbeit zurück und grummelte etwas Unverständliches vor sich hin, „Mark- was, was wenn er die ganze Zeit über seine Finger im Spiel hatte?“
Will räusperte sich ergriff seine Handschuhe zog sie wieder an und stülpte sich sein Mützchen wieder über die stacheligen gelben Spitzen seiner Haare.
„Das werden wir herausfinden!“, sagte er kühl klemmte sich seinen Laptop unter den Arm und war am gehen, „sie sind auf Fryar´s Island!“, rief Ben ihm nach, er hielt kurz in seinem Schritt inne nickte und verschwand.

Will hatte sein Gammeloutfit gegen sein privates getauscht und war in die Stadt gefahren, sein Weg endete in Marks Loft, er fuhr mit dem Fahrstuhl nach oben und klingelte, er öffnete, sein makelloses Outfit zeigte auch diesmal keine Lücke, Will hatte das Gefühl als würde er seinen Freund nicht mehr kennen, sein Magen rebellierte und er trat nur sehr vorsichtig in die große Wohnung.
„Nun was gibt’s?“, fragte er leise und immer auf der Hut.
Mark führte Will in sein Wohnzimmer, dort setzten sie sich, „nun ich bin ganz Ohr!“, meinte dieser.
Mark schob mit einer eleganten Bewegung einen Brief über seinen Glastisch, Will ergriff ihn öffnete ihn schon fast ehrfürchtig, seine Augen liefen über die Zeilen, zwei Seiten voller Worte die einem das Leben schwer machen wollten, Hass, Wut, Trauer, alles auf zwei Seiten Papier gequetscht, Will lies den Brief sinken und sah zu ihm, „du hast diesen Brief die ganzen Jahre über nicht geöffnet, warum jetzt!“, fragte Will gestrandet.
„Ich hatte den Drang es jetzt tun zu müssen, wie wird es jetzt weitergehen?!“, fragte er schon fast hilflos.
„Was geht jetzt in dir vor!“, wollte Will wissen und seine Hände fingen an zu zittern.
Mark hatte sich erhoben und war durch den Raum gewandert, „was wenn es wieder nur ein Fake ist, was wenn sie uns schon wieder nur ausspielen wollen?“, meinte er unsicher.
„Du bist anders als wir, gut, das war uns klar, die ganzen Jahre über, hast du den keine Geburtsurkunde mehr, ich meine irgendwo müssen doch die Namen deiner Eltern aufgezeichnet sein, was ist damals passiert, du bist doch nicht vom Himmel gefallen?“, erklärte Will rau.
„Fuck!“, rief Mark und starrte aus seiner Panoramascheibe in die Gegend, „ vielleicht ist das alles eine Intrige, ich mache mir Sorgen um meine Adoptiveltern, Will, was wenn sie durch diesen blöden Brief hier in Gefahr geraten, oder es vielleicht schon sind!“
Will war zu ihm gegangen, „wir werden das zusammen durchstehen, und ich werde versuchen deine leiblichen Eltern zu finden, dann wirst du sicher zur Ruhe kommen, und um deine Adoptiveltern brauchst du dich auch nicht sorgen, immerhin ist unsere Verbindung weitläufig!“, lächelte er und klopfte seinem Freund auf die Schulter, „es ist noch nicht vorbei, wir müssen nach Kenny sehen, es ist an der Zeit ein wenig zu zaubern, der Zukunft zu liebe und der Nacht, und ich habe eine Idee!“, fing Will grinsend an.

Der Regen konnte sich anscheinend nicht wirklich entscheiden, Caro schaltete ihr Handy aus und schlüpfte aus ihren Klamotten wanderte unter die Dusche, das warme Wasser verwandelte ihre steifen Glieder wieder in brauchbares Material.
Kenny las in dem Buch das ihm Mae mitgebracht hatte, sein Kopf schmerzte bereits, und auch der Gedanke an Caro lies ihn nicht los, sie war nicht zufällig hier, das konnte er spüren, sein Blick lief auf den Ring an seinen Finger, es klopfte und Mae trat ein, hatte ein längliches Paket dabei, er sah auf, und wisperte ein Hallo.
„Hallo Kenny, ich habe dir etwas mitgebracht!“, meinte sie ruhig und legte das Paket auf den Tisch, sah ihn nur nickend an, er klappte das Buch zu, „wieder ein Geheimnis?“, mit gemischten Gefühlen öffnete er die Schleife an diesem Paket das in ein bordeauxfarbiges Samttuch gehüllt war, dann lag es vor ihm, überrascht sah er zu Mae, „soll ich damit Tucker töten?“, meinte er sarkastisch.
Mae grinste, „gibt es etwa ein Problem mit ihm?“
Kenny legte seinen Zeigefinger auf die Klinge des wunderschönen Schwertes und lies ihn darüber gleiten, es fühlte sich gut an, warm und kraftvoll, „welch ungewöhnliches Design!“, bemerkte er leise.
„Ein Meister braucht ein Schwert!“, sagte sie lächelnd, und setzte sich zu ihm, er schniefte, seine Hand legte sich um den Griff, eine Welle der Macht durchbrach seinen schwachen Körper, er schloss die Augen und hielt die Luft an, es war wie eine wilde Fahrt mit einer Achterbahn, sein Herz schlug schneller, dann lies er es wieder los hielt seine Hände abwehrend in die Höhe atmete schwer, für einen kurzen Moment waren alle seine Schmerzen verschwunden gewesen, doch jetzt prasselten sie wieder über ihn herunter wie ein Platzregen, krampfhaft zogen sich seine Gelenke zusammen, er kniff seine Augen zusammen und krümmte sich zischend, Mae erhob sich und trat zu ihm, nahm ihn in den Arm, wiegte ihn wie ein kleines Kind, „es wird alles wieder gut!“, flüsterte sie beherzt.
Diesmal schien der Schmerz kein Ende nehmen zu wollen, immer wieder bohrte er sich durch seinen Körper, „Mae, bitte gib mir was damit es aufhört!“, stöhnte er, Erschöpfung schlich sich ein, sie verschwand aus dem Zimmer.

Mark parkte seinen Volvo auf eine der vorgesehenen Parkbuchten und lief durch den Regen in den Terminal, dort warteten wie immer eine Menge Touristen auf ihr Schiff.
Er löste ein Ticket und reihte sich unerkannt ein.

Em lehnte an der Tür und sah über den Vorplatz, Caro erschien, sie parkte ihr Rad vor dem Lokal, „wie geht’s dir?“, fragte sie knapp und umarmte Em, die sie zärtlich an sich drückte, ein zärtlicher Duft stieg in Caros Nase.
„Müde, ich sollte mich hinlegen, aber heute Abend liest Mona hier die Legende der Insel vor!“
„Ich kann ja helfen!“, meinte Caro leise, und hatte augenblicklich Tuckers Date vergessen.
„Ach, Caro, du bist doch Gast hier und nicht Personal!“, stöhnte Em und verknotete ihr Kopftuch.
„Em, du wurdest verwundet und tust so als hättest du dich mit einem Messer in den Finger geschnitten, das hätte auch ins Auge gehen können!“, meinte Caro vorsichtig.
Sie schnitt eine Grimasse, „wenn er mich hätte töten wollen, dann hätte er es getan, und ich habe ein Gefühl Caro, ein ganz komisches, dieser Mann mit Koffer der hat nichts böses im Sinn!“, erklärte Em.
„Em aber du hast doch Cooper zu Luc geschickt!“, polterte Caro sauer.
„Ja, aber ich habe mich wohl getäuscht, Caro, was wenn er uns nur beschützen will!“, meinte Em zaghaft.
Caro schnaubte, „was zum Teufel wird hier gespielt, oder nennt man das Inselkoller!“
„Keine Ahnung, du bist doch hier die jenige die solche Vermutungen an den Tag legt!“, einige Sonnenstrahlen durchbrachen die Wolken, Caro sah in den Himmel, Em schob ihre Hände in Caros, „ich habe Angst davor dass wenn du wieder fährst alles vorbei sein wird!“, flüsterte Em traurig.
Caro kaute nervös auf ihrem Kaugummi herum, der in der Zwischenzeit geschmacksneutral geworden war, wieder würden Freunde gehen, und eine angenehme Zufriedenheit wäre Vergangenheit, „ich bin sehr gerne hier bei dir Em!“
„Wenn ich dich bitten würde zu bleiben, würdest du?“, fragte Em vorsichtig.
Das war eine sehr tiefgreifende Überlegung, sie hatte ein funktionierendes Leben, eine Arbeit, Freunde, und hier, war es ungefähr so Spannend wie in einem leeren Gurkenglas, seufzend drückte sie Ems Hand, das Fährschiff legte an, die Uhr zeigte genau fünf, aus einem Sonnenstrahl waren viele geworden, und diesmal strandeten eine ganze Menge Touristen, „es ist wunderschön hier Em, so natürlich, frei, jeder hilft jeden, das gibt es in der Stadt nicht, aber ich bin mir nicht sicher ob ich hier her passen würde!“, wand sich Caro durch die Worte die ihr sehr schwer fielen, und sie wollte Em auf keinen Fall verletzten, die beiden standen neben einander in der Tür und beobachtete die Gäste, wie sie in der Tourist Information verschwanden, „Tucker hat mich auf ein Date eingeladen!“, platzte es aus Caro heraus.
„Tucker weiß gar nicht wie man Date schreibt, geschweige den was ein Date ist!“, kicherte Em und hatte ihre fröhliche Art wieder gefunden.
„Und ich habe eigentlich null Bock!“, murmelte Caro und kicherte wie ein Teeny.
„Dann sags doch ab, außerdem hast du so und so keine Zeit weil ich dich heute Abend hier brauche!“, meint Em robust mit dem Kopf wackelnd.
Die ersten Gäste kamen ihnen bereits entgegen, die beiden Grazien machten den Weg frei, und langsam füllte sich das Lokal zum fünf Uhr Tee.
Ira hatte das Kuchen Buffet auf der Theke aufgebaut und sie sahen alle wiedereinmal lecker aus, was auch die Gäste fanden.

Mae betrat wieder Kennys Zimmer, er lag auf seinem Bett hatte die Augen geschlossen, sie setzte sich zu ihm, „ich hatte eine Erinnerung, Mae!“, flüsterte er zögerlich.
„Und kannst du damit etwas anfangen?“, fragte sie ihn fühlte seinen Puls.
„Nein, es waren nur Bruchstücke und ein wirres Durcheinander!“, sagte er und sah sie an.
„Deine Augen…!“, bemerkte sie, „sie sind wieder blitze blau geworden!“
Langsam erhob er sich, hatte immer noch die Schmerzen im Kopf, wankte ins Bad und sah dort in den Spiegel, und wirklich sie hatten wieder ihre alte grelle Farbe angenommen, Kenny kam zurück, „gehörte es mir, ist es mein Schwert?“, fragte er lauernd.
Mae wand sich zu ihm, schlug das Tuch wieder um das Schwert und verknotete das Band wieder zu einer Schleife, nickte, „heute Abend liest Mona in Ems Lokal die Legende der Insel, willst du nicht hingehen?“
Kenny schmunzelte, „ist es den hörenswert?“, und diese Worte waren die ersten seit langer Zeit die einen Satzbaulichen Sinn ergaben.
„Sicher doch!“, kicherte Mae und verlies flugs sein Zimmer.

„Wie kann ich denn Tucker erreichen!“, fragte Caro Em, die immer wieder mit Tee bewaffnet an ihr vorbeihuschte.
„Warum, was willst du denn von ihm?“, wollte Em gehetzt wissen.
„Absagen!“, rief Caro ihr hinterher, „oder soll ich ihn vielleicht versetzen?“
„Kann ich vielleicht auch was zu trinken bekommen?“, fragte jemand an der Bar, Caro sah sich genervt um, und die Worte die ihr auf der Zunge lagen blieben dort auch liegen.
Zwei leuchtend eisblaue Augen sahen sie einladend an, „Mark!“, keuchte sie überrascht.
„Und bekomme ich etwas zu trinken?“, setzte er tückisch grinsend nach, ein Grübchen erschien um seine Mundwinkel.
„Was willst du hier, ich dachte das du mit mir nichts mehr zu tun haben willst!“, krähte Caro leise, Em war zurückgekommen.
„Gibt’s ein Problem?“, warf sie in die Runde, Mark sah sie lächelnd an, „nein!“
„Du schnüffelst mir nach, stimmts, poh, das ist ja widerlich, ich bin wirklich der größte Idiot überhaupt!“, schimpfte Caro mit sich und knallte Mark ein Guinness auf die Theke, das sich mit dem überlaufen wirklich nicht schwer tat, er zuckte zurück.
„Niemand schnüffelt dir nach, es geht um Kenny und ich muss mit dir reden, es ist sehr wichtig!“, erklärte er sich ernst, und versuchte ihren Blicke einzufangen.
„Ben, hat er die Finger im Spiel, oder vielleicht auch Will, sag schon, ihr habt mich angepeilt als ich mit Ben telefoniert habe!“, polterte sie böse.
„Nein, das ist es ja das ich dir erklären muss!“, seine Stimme war leise, zu viele Ohren und Augen.
„Verschwinde aus meinem Leben!“, keuchte sie verletzt, und ein Frosch im Hals verursachte ein heißeres Gekrächze.
Em kam aus der Küche und lehnte sich neben Caro, an den Tresen, „machst du Urlaub hier?“
„Ja, so kann man das auch nennen, aber eigentlich bin ich wegen der Piraten und Schmuggler Wochen hier!“, meinte Mark charmant, und hatte sein schönstes Lachen aufgesetzt.
„Ja dann noch viel Spaß hier, in gut zwei Stunden wird Mona hier eine Legende vorlesen, bleibst du?“, fragte Em freundlich.
„Nein er wird…!“, fing Caro sauer an, doch Em hatte ihr an den Fuß getreten.
„Gerne bleiben!“, ergänzte er und zwinkerte Em verschworen zu.
„Schön, ich muss dann wieder mal mit meinen Gästen reden!“, blinzelte Em viel versprechend, das Lokal füllte sich immer weiter und Caro hatte alle Hände voll zu tun, zapfte ein Bier nach dem anderen, stellte eine ganze Litanei Whiskygläser auf ein Tablett, nahm eine Flasche Edeltropfen und schenkte wild ein.
Mark saß weiter an der Bar in ihrer Nähe und beobachtet die Gäste, ab und zu warf Caro ihm einen Blick zu, den er gerne erwiderte, dann wurde es Acht Uhr, Mona betrat Ems Lokation.
Kenny kam kurz nach ihr, er gesellte sich gleich zu Luc und Cooper, Em schwirrte an ihren Tisch, „Kenny schön… deine Augen!“, bemerkte Em leuchtend und ihre Wangen wurden auf der Stelle rot, und die Flecken zogen sich über ihren ganzen Hals.
Alle an dem Tisch sahen im ins Gesicht er sah verlegen zur Seite, „das sind Kontaktlinsen!“, meinte Luc brummig.
„Die sind echt!“, hauchte Em und musterte diese wunderbaren Augen lange und wurde nur noch verlegener.
„Sie sind echt!“, flüsterte Kenny und ergriff Ems Arm vorsichtig, sie neigte ihren Körper balancierte ihr Tablett akrobatisch neben sich, er flüsterte ihr etwas ins Ohr, sie kicherte verhalten, „nicht dein Ernst!“, meinte sie barsch.
Er nickte nur und ihr Lachen lies die Blumen erblühen, die Band hatte ihre Instrumente ausgepackt Fiedel, Gitarre und Löffel, stimmten ein Seemannslied an, Chicken on the raft.

Caro linste durch die Menge, und entdeckte auch die kleine Runde, und auch sie konnte schon von weitem eine Veränderung an ihm erkennen, von seinen Augen ganz zu schweigen, seine ganze Gestallt hatte wieder ein wenig Glanz angenommen.
Mona trat auf die Bühne, eine wahre Inselschönheit, mit langem Nussbraunem gewellten Haar, und Sommersprossen, sie setzte sich und zog ein paar vergriffene alte Seiten aus ihrer Tasche.
Die Menge verstummte, alle lauschten dem Auftritt, Em hatte sich in ihrem Seemannskostüm neben Kenny geparkt, sie konnte seine Nähe spüren, und fühlte sich plötzlich sehr wohl, Luc Mister Neugierig stupste Kenny ungebremst an, „Gerüchte sagen das du im Scotland Yard arbeitest!“, er sah überlegend zu ihm, „davon habe ich auch schon gehört!“, meinte Kenny forschend, und hatte plötzlich wieder eine Erinnerung, schüttelte sich dezent., Em spielte mit ihrem Tablett, zupfte an ihrer Rüschenbluse herum, Kenny neigte seinen Kopf und legte seine Lippen an ihr Ohr, ein Hauch von Kuss streifte Em, sie erstarrte kurz, wurde wieder rot, „das ist nicht gut!“, flüsterte sie ihm zu.
„Was?“, er tat als wüsste er nicht um was es geht, lächelte verhalten, Mark hatte ihn beobachtet, und wirkte sichtlich überrascht.
„Das eben, ich muss gehen, vielleicht trinkt ja jemand noch was!“, rief sie peinlich, doch er hielt sie zurück, „ich fand es sehr schön!“
Em stob davon und warf ihr Tablett auf die Theke, ergriff ein Whiskyglas und machte sich einen doppelten Glenmorangie, kippte ihn hinunter, Caro erschien hinter ihr, „he was ist passiert?“
Em sah erschrocken zu Caro, und stotterte irgendwelche Worte zusammen, „mir passiert das nach drei Guinness und drei Whisky immer!“, sagte sie kühl.
„Du wirst mich hassen Caro!“, summte Em, und ergriff wieder das Tablett hielt es sich zwischen den Gästen und sich wie ein Schild, „er hat mich sachte geküsst!“, schwelgte sie, verdrehte ihre Augen und hielt den Atem an.
Wieder war da dieses Gefühl, Caro schluckte kurz, ihre Innere Stimme brabbelte irgendwas von lass ihn gehen, von vorne anfangen, und so weiter, und außerdem war ihre Zeit schon lange vorbei.
Mona bat um Ruhe, und fing an zu lesen, eine wilde und gleichzeitig Traurige Geschichte von einer Frau und einer vergangenen Liebe, Caro hatte sich neben Mark gesetzt, seine Nähe war etwas gutes und weiches, seine Schulter berührte ihre, er sah sie lange an, Em schenkte gedankenversunken ihre Getränke ein, sah ab und zu verstohlen zu Kenny.
„Wie geht’s ihm eigentlich, er scheint mich nicht zu erkennen!“, flüsterte Mark Caro zu, die stur geradeaus sah, und so tat als wäre sie ganz in Monas triefende Geschichte vertieft.
„Er hat keine Erinnerung mehr, und auch seine Kraft ist verschwunden, durch die Drogen, und was willst du hier, warten bis es Vollmond wird und mich dann fressen!“, ärgerte sie ihn sarkastisch und dann kam Tucker, er stapfte durch das Lokal, sah richtig manierlich aus, und sauer, Caro hatte ihm ordentlich abgesagt, er setzte sich neben Em, würdigte Caro keines Blickes.
„Ja dann fehlt nur noch der Mann mit dem Pfeil und Bogen dann wären wir wieder perfekt!“, meinte Caro und nahm einen großen Schluck Bier.
„Genau um das geht es, Caro, wir müssen reden, jetzt sofort!“, drängte Mark und legte seine sauber manikürten Hände in den Schoß, der Ring der Sippe war verschwunden, Caro sah weg, „ich muss etwas über diese Inselgeschichte erfahren!“, wich sie aus, wollte mit ihm nicht irgendwelche Dinge diskutieren.
„Es gibt ein Stadtarchiv!“, wisperte Mark, seine Lippen bewegten sich kaum dabei.

Luc kam an die Bar, „Schatz gibt es bei dir heute nichts mehr?“, rief er lachend über die Theke, Em warf ihm einen bösen Blick zu, „ich bin hier ganz alleine!“
Caro hatte den letzten Satz gehört und schwang sich ohne Worte hinter die Bar, „was willst du denn trinken, und wo ist dein Feriengast den geblieben?“, fragte Caro wirsch.
„Drei Guinness, drei Jameson, und mein Gast ist auch hier, falls du das in deiner detektivischen Laufbahn übersehen haben solltest!“, kicherte Luc rabenartig.
„Kenny sollte vielleicht nicht so viel trinken!“, bemerkte Caro leicht und schenkte ihm die Gläser voll.
Ralf und seine Familie saßen auch an einem der Tische, und lauschten der Frau die dort von Tragik und Intrigen erzählte, Ralf tödlich gelangweilt hatte sich zu Ira in die Küche verschanzt, um dort zu helfen, wie er es nannte.

Die Band spielte in den Pausen einige Stücke, die sie selber komponiert hatten, Löffel klatschten hell im Takt aufeinander, „dieser nette Typ an der Theke, wer ist das?“, fragte Em irgendwann später neugierig nach.
„Das ist Mark, und ich…hatte fast mal das Gefühl das ich ihn mag, aber er ist und bleibt nur ein Freund, sagen wir es so, er wollte nur Freundschaft, Männer!“, sagte Caro schon leicht bedudelt, und Wehmut überfiel sie wie ein Raubtier.
„Er sieht gut aus, und er ist dir nach gereist, das sagt schon mehr als alles!“, stupste Em Caro auch schon nicht mehr nüchtern an.
Em versuchte ohne den Inhalt zu verschütten die Gläser auf das Tablett zu stellen und ging damit an Lucs Tisch, „ich bringe die nächste Runde!“, lallte Em.
Cooper ergriff das Tablett, „der gute Alkohol, gib her!“, kicherte er tief.
Kenny zog Em zu sich, sagte etwas zu ihr sie lachte laut, doch dann küsst er sie sachte auf den Mund und das in aller Öffentlichkeit.
„Mach den Mund zu Tuck!“, flüsterte Caro die auch mit sich kämpfte der einzige Sieger des Abends schien Mark zu sein, er war sich nie sicher gewesen, was wenn er seine ganzen Gefühle in diese Option legte und dann wieder verlor gegen Kenny, lieber hatte er sie sich durch Lügen vom Leib gehalten, aber das was ihm dort ein paar Tische weiter geboten wurde macht ihn frei, er sah zu Caro, die mit zusammen gekniffenen Mund neben Tucker stand.

Mona und ihre Geschichte hatten etwas von Romeo und Julia, für Anfänger, Em atmete tief durch nach dem Kuss, der ihr durch Mark und Bein gegangen war, es war ihr peinlich, sie sah verstohlen durch die Menge und niemanden schien es bewusst aufgefallen zu sein.
Nur drei Augenpaare hatten sie unbewusst fixiert, und die visierte sie in diesem Augenblick an, verstört wand sie sich aus dieser Situation ging hinter ihre Theke.
„Ich wollte das ni„Was rechtfertigst du dich!“, meinte Tuc

 

 

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