Das Goldene Zauberschwert und der Beginn der Dunkelheit

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Wenn Jonathan Engert in seiner eigenen Welt ist, kann er die echte um sich herum vergessen. Die Angstzustände, die Mitschüler, die ihn mobben, das Gefühl, nicht „normal“ zu sein. Dann zählt nur noch die Geschichte, die er schreibt. Vor vier Jahren fiel dem Autist das Lesen noch schwer, heute, mit 17 Jahren, veröffentlicht er sein erstes Buch.

(BIBERACH/kat) Fantasy heißt die Welt, in der der Junge lebt, und sie ist voll mit Zauberschwertern, dunklen Mächten und bösen Monstern. "Er driftet manchmal richtig ab und hat dabei unglaublich gute Ideen", erzählt die alleinerziehende Mutter, die daran gewöhnt ist, sich Sorgen um ihre drei Kinder zu machen, stolz. Auch die kleine Schwester von Jonathan ist Autistin.

Mit 13 sei ihrem Sohn das Lesen noch schwer gefallen; heute komme er gar nicht mehr davon los: "Er ist eine Leseratte geworden, verschlingt die Bücher förmlich." Beim Sprechen ist Jonathan konzentriert und überlegt; schreiben kann er einfach so drauflos. "Die Ideen kommen mir einfach und dann schreibe ich", erklärt der Zehntklässler. Die erste Idee kam ihm mit 14 und er hat sie mit der Hand aufgeschrieben. "Die Schrift war allerdings nur schwer zu entziffern", erklärt die Mutter, warum sie ihrem Sohn einen alten Computer kaufte. Ein halbes Jahr lang habe Jonathan seine Ideen in dem alten Kasten abgespeichert, bis das Unglück passierte: Der Computer stürzte ab und ging kaputt. "Da war plötzlich alles weg", erinnert sich der Autist. "Ich habe einfach nochmal von vorne angefangen", sagt der Junge ohne Regung. Wut empfindet er nicht; das Gefühl kennt Jonathan nicht. Angst hingegen hat der 17-Jährige häufig – "das sind richtig schlimme Angstzustände", erzählt die Mutter. Von dem kaputten Rechner hat Jonathan sich jedoch nicht unterkriegen lassen; von seinem Konfirmationsgeld kaufte er sich einen neuen – "und dann hat er richtig durchgestartet", erzählt die Mutter.

Der erste Band seiner Trilogie zählt 242 Seiten. In der Buchbinderei Gaum durfte er die ersten beiden Hardcover selbst binden: "Die Bände werden jetzt von Familien zu Freunden und Nachbarn rumgereicht, jeder will sie lesen", erzählt die Mutter stolz. Die Bad Schussenrieder Druckerei VeBu Druck und Medien macht jetzt den Traum des Jungen wahr: Sie drucken sein "Goldenes Zauberschwert" als Taschenbuch, in einer ersten Auflage von circa 300 Stück.
"Das schaffe ich schon", sagt der junge Autor selbstsicher.

Die Mutter war erleichtert; kostenlos machen das gerade bei Erstlingswerken nur die wenigsten Verlage. Agathe Engert unterstützt ihren Sohn wo sie kann, aber das Geld sitzt als Alleinerziehende mit drei Kindern nicht allzu locker. "Ich hätte gar nicht die Mittel gehabt, das zu finanzieren", sagt sie. Aber Unterstützung fand sich überall: Eine Germanistikstudentin liest sein Buch kostenlos Korrektur und der Nachbar baut eine Homepage – extra für Jonathans Bücher.

Nach einer erfolgreichen Lesungs-Premiere in seiner Schule will Jonathan sich jetzt auch einem größeren Publikum stellen: Er liest am Samstag, 27. Juni, ab 17 Uhr, in der Bonhoefferkirche aus seinem ersten Buch. Die Angst, mit der er ständig lebte, scheint wie weggeblasen: "Das schaffe ich schon", sagt der junge Autor selbstsicher.

Wenn Jonathan Engert in seiner eigenen Welt ist, kann er die echte um sich herum vergessen. Die Angstzustände, die Mitschüler, die ihn mobben, das Gefühl, nicht „normal“ zu sein. Dann zählt nur noch die Geschichte, die er schreibt. Vor vier Jahren fiel dem Autist das Lesen noch schwer, heute, mit 17 Jahren, veröffentlicht er sein erstes Buch.


Erschienen: 30.05.2009Schwäbische Zeitung

Copyright 2009 Katja Tölle


 Persönliche Worte von Jonathans Mutter

Jonathan war als Baby eigentlich nicht sehr auffällig nur Besonderheiten gab es. Kinderwagen mochte er nie man musste mit rechnen mit einem schreienden Baby spazieren zu laufen. Besuche wo anderes liebte er eh nie als er ca. 14 Monate war fing er an sich den Kopf an die Wand zu hauen .Er lief sehr spät sprach sehr undeutlich kam in ein normalen Kindergarten mit 4 Jahren. Ich hatte aber nie das Gefühl dass er gerne ging. Als ich 1996 mit allen drei Kindern zu meinen Eltern zog wurden die Störungen sehr extrem so dass er in einem normalen Kindergarten unmöglich bleiben konnte. Er setzte sich im Kindergarten ans Fenster und sprach mit sich selber. In der Gruppe saß er dann zitternd unter einem Tisch wenn gemeinsam Spiele gemacht wurden. Er hatte dann ein Kindergartenplatz für spezielle Förderbedürftige Kinder. Die Schwierigkeiten nahmen zu nach 2 Jahren zog ich von meinen Eltern in eine eigene Wohnung 2 Monate konnte er nicht schlafen er hatte Angst wie kann so ein Haus überhaupt stehen? (Hochhaus mit 7 Stöcke wir wohnen ganz unten).1. Schuljahr Sonderschule war es absolut untragbar für alle .Nach 4 Wochen Mutter-Kindklinik stellte man dann das Asperger Syndrom fest. Inzwischen hatte er Ängste Essstörungen überhaupt kein Körpergefühl, z.B Auf ein fremdes WC gehen war fast unmöglich schwere Verstopfungen waren die Folge. Er hatte schwere Angstzustände Zwänge, saß zitternd vor einem Schwimmbecken. Schreiben oder Lesen lernen schien weit entfernt Eines hatte er aber sein Spezialinteresse! Er liebte Erdkundebücher, Landkarten Hauptstädte da war er für sein Alter echt gut. Er liebte es wenn man Ihn nach Ländern und deren Städte fragte das wusste er! Er konnte fragen ohne Ende stellen aber immer die gleichen. Es war Tatsache dass er eine normale Schule unmöglich schaffen würde die einzige Möglichkeit war vor Ort die Schule für geistig Behinderte. Schwer war diese Entscheidung aber richtig !! Es ermöglichte den Schulstress zu nehmen und an seinen Ängsten zu arbeiten.           ( 7 Jahre)

Mit 10 Jahren hatte er dann solche Fortschritte gemacht dass er ins KBZO Körperbehinderten Zentrum Oberschwaben gewechselt hatte (Grundschule3 Klasse) dort gibt es 5 Grundschuljahre dennoch war es erstaunlich wie schnell er aufholte und in diesen 2 Jahren den ganzen Grundschulstoff nachholte.

Dann kam er in die 5. Klasse Förder-Hauptschule wobei er nach 5 Monaten in die Hauptschulklasse wechselte. Was eigentlich noch lang seine Schwierigkeiten waren Textverständniss , leserlich zu schreiben, in eigenen Worten Texte zu verfassen . Zu Hause las ich viel vor eigentlich war ich nur für meine Kinder da es würde diesen Rahmen sprengen. Mit 12 gab ich Ihm leichte Bücher was er nicht verstand erklärte ich Ihm, mit 13 fing er an mehr zu lesen und mehr Fantasiebücher er wurde zu einer Leseratte! Mit 14 sagte er Mama ich hab so viele Geschichten im Kopf ein Alter Schreibcomputer besorgte mein Vater .Es war wirklich ein alter leider stürzte dieser nach einem halben Jahr ab und die Geschichte mit. Ein besserer folgte diesem und wir sicherten auf Disketten. Allerdings hatte dieser kein Rechtschreibprogramm. Da merkte ich dass er tolle Ideen hatte.
 
Nun war die Geschichte fertig ausgedruckt aber so viele Fehler auch Grammatisch nicht als Buch geeignet und doch wollte ich Ihm dieses ermöglichen seine Geschichte als Buch in den Händen zu halten. Durch viele Bekannte und herumfragen lernten wir Ramona Otto kennen. Sie studiert in Nürnberg Germanistik und sagte gleich das macht sie diese Geschichte wie eine Lektorin bearbeiten. Das war ein echtes Geschenk .Sie kam und erklärte Jonathan wie er andere Wörter verwenden könnte. Es wurde eine ganz besondere Geschichte. Nun suchten wir nach einer Möglichkeit dies als Buch zu binden wir fanden hier vor Ort einen ganz lieben Buchbinder der es ermöglichte dass Jonathan zwei Exemplare selbst mitgebunden anfertigen durfte.
 
Diese zwei Bücher wanderte in der Familie und im Bekanntenkreis herum .In der Schule war Tag der offenen Tür jede Stunde las er von seinem Buch vor 6 Leute wollten das Buch kaufen das es ja noch nicht gab. Leider war ich finanziell nicht in der Lage so etwas zu verwirklichen und so suchte ich immer wieder nach anderen Möglichkeiten scheiterte dennoch immer wieder am finanziellen. Eine gute befreundete Nachbarin kannte die Leute von diesem Verlag in und fragte mich ob sie das Manuskript mal dorthin schicken dürfte. So entstand diese Werk der Verlag druckte diese Buch als Kleinauflage ohne dass auf mich größere Kosten zukamen. Als ich dann das Buch abholte kamen mir die Tränen es gibt einfach tolle Menschen denen Du begegnest die wie Sonnenblumen sind und Dein Leben verändern.
 
Ich könnte viele erzählen was noch unbedingt dazugehört Jonathan ist fast 18 mit diesem Buch ist er wirklich gewachsen hat Mut bekommen, vor einem Jahr hat die Gutachterin ihm ins Gesicht gesagt ob Du den Abschluss schaffst ist fraglich ,Wochenlang hab ich Ihm Mut gemacht nun hat er die Prüfungen fast geschafft und keine Note schlechter als 2,5 Englisch steht noch aus. Als Mutter hab ich viel erlebt, vieles was ich niemand wünsche! Umso mehr wünsche ich Jonathan dass er seinen Weg findet!

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Foto aus dem Internetportal der schwäbischen Zeitung

mit freundlicher Genehmigung

Copyright 2009 Katja Tölle
Das Buch in gebundener Ausgabe, auf dem Bild Jonathan mit seiner Mutter.


Bezugsquellen zum Buch:

Jonathan Engert
Das Goldene Zauberschwert und
der Beginn der Dunkelheit
Federsee-Verlag, Bad Schussenried

Was Sie erwartet: Eine Fantasiegeschichte.

Der 14 Jährigen Bauernjunge Merler findet im Wald ein goldenes Zauberschwert und ahnt nicht, auf was er sich einlässt als er es berührt.

2009, Pappband, 248 Seiten, 13,0 x 20,3 cm,
ISBN 978-3-925171-86-4
10,00 EUR
 
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